Namaste, bitches! Yoga für Dummies

Namaste, bitches! Yoga für Dummies

Zu viel Stress, zu wenig Bewegung. Das war mein einfaches Fazit, das ich leider in den letzten Monaten für mich ziehen musste. Und um das zu ändern, wollte ich unbedingt mal etwas Neues ausprobieren – warum also nicht Yoga?

Die Probestunde in einem freundlich wirkenden Studio war schnell ausgemacht und schon ging es los. Beim Eintreten in das Studio habe ich direkt mal einen kleinen Geruchsschock bekommen: so. viel. Räucherstäbchen! Ich gebe ja zu mit 15 so eine Phase gehabt zu haben, in der ich auch mit Vorliebe mein ganzes Zimmer damit vollgeräuchert habe, aber nachdem ich davon mörderische Kopfschmerzen bekommen habe, sind solche Duftbomben für mich eigentlich gestorben.

Das kann ja heiter werden

yoga für dummiesWar also mein erster Gedanke. Erschreckend ging es direkt weiter, als ich zum Empfangsschalter kam und mich eine sehr breit grinsende Frau mit esotherischem Singsang in der Stimme begrüßte. Sie war in der Tat super freundlich und geradezu unheimlich gut gelaunt, aber ehrlich: ist das noch natürlich? Kurzzeitig habe ich mich gefragt, ob das hier wirklich das Richtige für mich ist. Ich bin ein zurückhaltender Mensch. Ziemlich ironisch, manchmal sarkastisch und ab und zu sogar zynisch. Wenn dann so ein Griesgrummel wie ich auf eine Feelgood-Rosarote-Wolken-Person stößt, ist das… interessant. Mich hat es jedenfalls verwundert und gleichzeitig habe ich mich etwas auf den Arm genommen gefühlt. Aber hey: offen bleiben für Neues! Also habe ich mir das Studio zeigen lassen und bin dann in die Umkleidekabine.

Schön fand ich, dass es sogar eine kleine Küche gibt, aus der man sich kostenlos frischen Tee und Wasser holen kann. Im Umkleideraum selber ist alles in hellem Holz gehalten, es gibt eine Kommode mit Spiegel und lauter Postkarten mit witzigen Sprüchen.

Shut up and meditate

Dieser Spruch prankt zum Beispiel in dicker, weißer Schrift auf einer blassrosa Karte und liegt zum Mitnehmen aus. Vielleicht sollte ich mir daran ein Beispiel nehmen und einfach mal mitmachen, statt schon direkt skeptisch an die Sache ran zu gehen.

yoga für dummies

Der Kurs startete dann kurz darauf in einem wirklich schönen Altbau-Studio mit Stuckverzierung an der Decke. Da ich extra das „Relaxyoga“ ausgesucht hatte, ging die Kursleiterin das Programm natürlich sehr gemächlich an. Nach ein paar gemeinsamen „Ommmmm“ durften wir uns direkt mal hinlegen („Kleinkindstellung“) und entspannen. Okay, der innere Zyniker in mir hat bei den „Om“s schon wieder leicht nervöse Zuckungen gehabt, aber ansonsten konnte ich bis jetzt mithalten.

Wer hätte denn gedacht, dass es beim RELAX YOGA dann doch ziemlich schnell ziemlich anstrengend wird? Man bewegt sich ja wirklich nicht viel. Das Augenmerk liegt oft einfach auf der Atmung und mit ihr werden langsame Bewegungen ausgeführt. Mal wird das eine Bein gestreckt, dann das andere. Die Hand wir über den Kopf gehoben, der Oberkörper zur Seite gedreht oder das Bein angewinkelt. Aber verdammt ist das anstrengend wenn man null trainiert ist und so lange eine Stellung halten muss. Das geht tatsächlich so weit in die Muskeln, dass ich die nächsten drei Tage Muskelkater ohne Ende hatte. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich Yoga dafür bewundern oder mich eher über meine fehlende Fitness schämen sollte.

Yoga für Dummies

Und habe ich nach dieser merkwürdigen Erfahrung weiter gemacht? Ja! Denn tatsächlich war ich nach den 1,5 Stunden total entspannt. (Meine Theorie ist zwar immer noch, dass die Räucherstäbchen einen irgendwie high machen… aber egal. Hauptsache es wirkt.)
Wenn man ein wenig offen an den Kurs heran geht, merkt man jedenfalls schnell, dass es unheimlich gut tut. Ich persönlich werde zwar wohl nie zu einer Frau, die mit Dauergrinsen und Singsang in der Stimme rumrennt (oder sich auch nur annähernd so hübsch verbiegen kann, wie die Yoga-Pros!), aber hoffentlich doch wenigstens ein bisschen entspannter und fitter. Mein Yoga für Dummies eben.

Verratet mir doch jetzt mal, ob ihr (und wenn ja, was für einen) Sport macht! Habt ihr auch schon mal mit Yoga geliebäugelt oder ist das gar nichts für euch?

5 Comments
  • Patrizia
    Posted at 17:10h, 29 März Antworten

    Also bevor ich furchtbare Probleme mit den Lendenwirbeln bekommen habe, bin ich wöchtenlich 2 Mal ins Fitness-Studio gegangen (Krafttraining und Ausdauer). Einfach als Ausgleich zum Büro. Das Programm war von einer Sport- und Physiotherapeutin auf mich zugeschnitten worden (ich wollte es entweder von Anfang an richtig oder gar nicht machen).
    Ich bin generell eher ein gemütlicher Mensch, also war das schon sehr viel für mich. Es hat mir tatsächlich auch gute Laune beschert und wenn ich keinen Bock hatte, bin ich eben daheim geblieben. Null Zwang.
    Wie gesagt, bis ich die Lendenwirbelprobleme bekommen hab, für die ich nach 6 Monaten immer noch keinen Befund habe.

    Geliebäugelt hab ich schon oft mit Yoga. Einer meiner Kollegen ist regelmäßig in Indien und kennt Yoga in seiner nativen Reinform. Das ich meiner Meinung nach weder gesund noch normal (einige der Rückenverbieger und Sehnenstrecker sind einfach zu unnatürliche Bewegungen, sagen auch die Experten).
    Und Räucherstäbchen mochte ich seit einer Übelkeitsattacke bei meiner Tante (Orchidee in 10-facher Überdosis) nicht.
    Aber das westliche Yoga, das sich auf Entspannung fokussiert, hat mich durchaus mal gereizt. Hab es bisher aber immer gelassen. Entweder weil meine beste Freundin es vor mir ausprobiert und sich totgelacht hat oder weil die Preise für 45 Minuten hier einfach nur unverschämt sind.

    Und übrigens: du magst untrainiert sein, aber immerhin siehst du in deinem Sportoutfit super aus. ;-)

  • Susanne
    Posted at 19:50h, 29 März Antworten

    Ich selber bin viel zu unruhig für Yoga. Meine Mutter hat mich als kleines Kind mal zum Qigong geschickt und seitdem bin ich traumatisiert für jeglichen Sport, der ruhig und langsam ist.
    Wenn ich Sport mache, mag ich solchen, bei dem man sich selber lauthals anfeuern kann, weiter zu machen. Ich glaub das wäre in einem Yogastudio unangebracht :P

    Liebe Grüße,
    Susanne

  • Larissa
    Posted at 13:34h, 31 März Antworten

    Mir geht es genauso, dass ich viel zu unruhig für Yoga bin. Ich fühle mich besser, wenn ich „Power“-Sport mache. Da reicht auch oftmals schon Zumba, weil man sich da einfach auf schnelle Musik bewegt. Bin in einem Fitnessstudio angemeldet und da mache ich auch nur Kurse, die alles andere als ruhig sind. Ich habe schon gemerkt, dass ich mich irgendwie gar nicht richtig entspannen kann, wenn es zu ruhig ist. Dann habe ich immer noch zu viel Platz um nachzudenken :D
    Liebe Grüße
    Larissa

  • Michelle
    Posted at 14:42h, 31 März Antworten

    Super Post! Bin leider auch der totale Yogaanfänger. Werde mir in Zukunft vornehmen, mich mehr zu bewegen!
    Liebe Grüße
    Goldie

  • Carina
    Posted at 17:01h, 04 April Antworten

    Du hast so eine schöne Figur <3

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