Wie wird man Designer? Im Gespräch mit Stella Achenbach

Wie wird man Designer? Im Gespräch mit Stella Achenbach

Mittwochabend im Design Hotel Indigo Düsseldorf. Ein Haufen Bloggerinnen wartet gespannt darauf zu erfahren, was Designerin Stella Achenbach zu erzählen hat.

Die junge Wahldüsseldorferin hat mit ihren Identity Goods Taschen- und Accessoirekollektionen entwickelt, die durch ihre hohe Qualität und handgemaltes Design überzeugen. Der besondere Reiz liegt hier in der perfekten Symbiose aus Mode und Kunst, die aus jeder Handtasche ein kleines Unikat macht.

Da ich aber nicht unbedingt für meine Modekeexpertise bekannt bin, habe ich mich einmal aus einem anderen Blickwinkel mit Stella unterhalten. Dabei ist die Frage aufgekommen: Wie wird man eigentlich selbstständige Designerin?

Der Beginn eines erfolgreichen Labels

Meine Frage, ob sie schon immer selbstständige Designerin werden wollte, führt bei Stella zu einem leichten Schmunzeln. Nein, das sei eigentlich gar nicht ihr Plan gewesen. Im Gegenteil: Nachdem sie schon Erfahrungen als Freelancer gemacht hatte, war ihr eher nach etwas Festem zumute.
Aber wie es so oft mit kreativen Köpfen der Fall ist, macht auch das auf Dauer nicht ganz glücklich.

„Man ist ja doch immer etwas eingeschränkt.“

So kam es also, dass sie die Zeit zwischen zwei Praktika recht spontan nutzte, um durchzurechnen, ob sich die Produktion der Handtaschen lohnen könnte. Das tat es und davon war auch die Bank überzeugt und so konnte langsam der Startschuss fallen. Dass ein Label trotzdem nicht von heute auf morgen entsteht, hat sie mir auch noch verraten: „Bis die Supply Chain stand, sind sicher 1,5 Jahre vergangen.“

wie wird man designer

Wie arbeitet eine Designerin heute?

Wenn man wenig Ahnung von Designprozessen hat, hat man vielleicht eine etwas verklärte Vorstellung vom Entstehungsprozess einer Tasche. Dann könnte man denken, dass der Designer die Taschenrohlinge eben einfach zusendet bekommt. Dann müssten diese „nur noch“ bearbeiten werden – und wären fertig. So einfach ist es natürlich in der Realität bei Weitem nicht. Es braucht viel Durchhaltevermögen und vielleicht ein Quäntchen Glück, um die richtigen Lieferanten und Partner zu finden. Glück hatte Stella Achenbach mit ihrer Fotografin: diese kennt sie schon seit langem und ist mit ihrem Stil nicht nur vertraut, sondern vollends zufrieden. Damit die Kommunikation zwischen all den vielen Schnittstellen aber letztendlich klappt, nutzt sie ein internetbasiertes Hub für den kreativen Austausch und die Aufgabenverteilung. Organisation 2.0 eben.

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Kreative Routine

Den Großteil der Arbeit macht aber zum Glück der kreative Prozess aus. Hier hat vermutlich jeder seine eigenen Routinen und Hilfsmittel – die von Stella haben mich aber insbesondere interessiert. Hier hat sie mir verraten, dass es ihr hilft, zwischendurch den Kopf wieder frei zu bekommen und Neues zu entdecken. Ihr Hund holt sie so zum Beispiel mit Spaziergängen mehrmals am Tag raus aus dem Trott und sorgt für Abwechslung. In vielen Situationen hilft außerdem eine vertraute Stimme: Gerne telefoniert Stella zwischendurch mit ihrem Mann per Facetime.

Und jetzt ist man Designer?

Naja, dass dazu natürlich noch deutlich mehr gehört, sollte klar sein. Talent zum Beispiel. Durchhaltevermögen. Eine gute Idee und Unterstützer, die bereit sind Starthilfe zu geben. Etwas, das Stella Achenbach bereits bewiesen hat, sodass wir hoffentlich noch lange ihre spannenden Designs zu sehen bekommen.
Schaut euch neben ihren Handtaschen und Accessoires unter www.stellaachenbach.com auch einmal ihr zweites Projekt in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Designer an: bachHOCH2.

Was ist euer Favorit aus ihren Kollektionen?

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2 Comments
  • CHRISTINA KEY
    Posted at 13:21h, 31 Januar Antworten

    Richtig interessanter Artikel! :)
    Mir gefallen die zeitlosen Taschen sehr! Aber ich mag auch die Kragen sehr gerne.
    Richtig stylisch sehen die aus!

    XX,

    http://www.ChristinaKey.com

  • L♥ebe was ist
    Posted at 22:36h, 22 Dezember Antworten

    nein! das ich dieses spannende Interview bisher verpasst habe … es lohnt sich eben doch, einfach auch mal nach weiter unten in einem Blog zu scrollen :)

    ich finde es sehr spannend wie Stella Achenbach dir ihren kreativen Prozess beschreibt! da steckt eben mehr dahinter, als nur ein Entwurf! und dann bracuht man neben dem Talent auch immer einen gewissen Support! dass das hier geklappt hat, ist sicher :)

    einen wundervollen Abend auch meine Liebe! bis ganz bald und liebste Grüße ,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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