Wie man kreativ wird: Kreativität lernen

Wie man kreativ wird: Kreativität lernen

Wie man kreativ wird

Der Ursprung der Kreativität

Ihr ahnt es vermutlich: hier sitzt eine fertig studierte Biologin, Youtuberin, Bloggerin, Hobby-Fotografin und Leseratte – wenn ich anfange über Kreativität zu sprechen, dann kommen wir auch nicht ganz um die Biologie drumrum. Aber glaubt nicht, dass das nicht spannend wird! Denn wir räumen mal ein bisschen mit Vorurteilen auf und schauen uns an, was Kreativität überhaupt ist und wo in unserem Kopf sie zu Hause ist.

Das Gehirn ist mir zu kompliziert

Fangen wir mal ganz von Vorne an. Unter unserer schönen Haarpracht (ich hoffe doch, alle meine Leser haben eine zum vor Neid erblassen) sitzen zwei Gehirnhälften: die Rechte und die Linke. Interessant dabei ist, dass beide Hälften (Hemisphären) zunächst einmal gar nicht zwischen rechts und links unterschieden werden, sondern gemeinsam von Vorne nach Hinten (also von Stirn bis zum Hinterkopf bzw. Nacken) in verschiedene Teile unterteilt sind: Frotallappen, Parietallappen usw. Erst danach werden die beiden Hemisphären in viel kleinere Gebiete unterteilt. Das Broca Areal ist zum Beispiel eines, welches man vielleicht schon mal irgendwo gehört hat: es ist eines der wichtigsten Areale, dessen Funktion mit Sprache in Verbindung gebracht wird. Auch hier ist wiederum interessant, dass es sich für gewöhnlich auf der linken Hemisphäre befindet. Ja Moment… was soll denn „für gewöhnlich“ heißen? Überraschung, Überraschung: es kann auch auf der rechten Gehirnhälfte liegen. Ganz so einfach ist das mit dem Aufbau des Gehirns also nicht und wo da jetzt welcher Flecken genau für welche Funktion verantwortlich ist, steht auch nicht immer hundertprozentig fest.

Aber die Kreativität ist in der rechten Hirnhälfte?

Das zumindest bekommt man oft zu hören. Links ist für analytisches Denken und rechts für den kreativen Part verantwortlich. So werden vereinfacht Menschen gleich in ihre Qualitäten aufgeteilt: nutzt jemand seine linke Gehirnhälfte mehr, wird er vermutlich eher Manager eines Großkonzerns als jemand, der seine rechte Gehirnhälfte mehr nutzt. Diese Theorie der unterschiedlichen Nutzung der beiden Gehirnhemisphären geht auf den Forscher Roger W. Sperry zurück, der 1981 sogar einen Nobelpreis in Medizin dafür erhielt. Demnach ist die linke Gehirnhälfte für Sprache, Logik, kritisches Denken und Zahlen verantwortlich, während die Recht sich um Emotionen, Farben, Musik, Intuition und Kreativität kümmert. Aber vermutlich erkennen die Meisten von euch schon da das Problem: wer in der Schule gut in Mathe und den Naturwissenschaften war, hatte oft mit den Sprachen Probleme und umgekehrt (ich sage oft, nicht immer!). Wenn doch aber Sprache und Zahlen in einem gemeinsamen Funktionsgebiet liegen – wie kann das dann sein?

Ganz einfach: gar nicht. Die Aufteilung der beiden Hemispähren in spezielle Aufgaben ist, wie so vieles in der Wissenschaft zuvor, ein Trugschuss gewesen. Oder sagen wir besser: es ist nie so einfach, wie man erst mal denkt. Tatsächlich gibt es Beweise dafür, dass bei den meisten Menschen bei kreativen Prozessen die rechte Hirnhälfte aktiver arbeitet, aber: die Linke wird dazu ebenso benötigt. 2012 erschien ein sehr interessanter Artikel darüber, wie die linke Hirnhälfte maßgeblich die Rechte unterstützt, wenn Kreativität gefragt ist.

Wo ist denn dann die Kreativität?

Nun, dazu sollte man sich fragen, was Kreativität eigentlich ist. Sie wird beschrieben als die Fähigkeit Ideen und Möglichkeiten zu erkennen, um beispielsweise Probleme zu lösen oder uns und andere zu unterhalten. Simpel ausgedrückt ist Kreativität die Fähigkeit aus Erfahrungen etwas Neues zu entwerfen, von etwas Altbekanntem auf etwas Unbekanntes zu kommen. Dafür braucht man sowohl das logische Denken, als auch die Fähigkeit „einen Schritt weiter“ zu überlegen. So wird auch klar, warum die linke Gehirnhälfte die Rechte bei ihren kreativen Prozessen unterstützt. Und, dass Kreativität sich nicht auf eine Gehirnhälfte oder eine Region begrenzt, sondern damit zusammen hängt, wie gut „vernetzt“ unser Gehirn ist. Je mehr Kontakte unsere beiden Gehirnhälften haben, je mehr Erfahrungen man abgespeichert hat, desto leichter fällt es, daraus auf etwas Neues und Unbekanntes zu kommen.

Und wie genau man das hinbekommt, erkläre ich euch im zweiten Teil, in dem wir mal beleuchten, ob kreative Menschen vielleicht alle ähnliche Verhaltensmuster aufweisen.

4 Comments
  • Patrizia
    Posted at 16:55h, 18 Februar Antworten

    Sehr cooler Post und da hat man auch gleich mal was richtiges gelernt :)

    http://www.thesmallnoble.blogspot.com

  • Sonja
    Posted at 17:44h, 19 Februar Antworten

    Suuuper Eintrag und richtig gut erklärt. Ich wusste das vorher noch gar nicht so :)

  • Anne
    Posted at 17:45h, 19 Februar Antworten

    Spannend! Bin schon auf den nächsten Teil gespannt :) Wie viele wird es geben?

  • Chi-Rah
    Posted at 01:24h, 12 März Antworten

    Jippi, das bedeutet ich bin schlau, yeah

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