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Whisky ist doch nichts für Frauen – oder doch?

Whisky ist doch nichts für Frauen – oder doch?

Das Bild von Whisky und seinen Trinkern ist tatsächlich in vielen Köpfen seit Ewigkeiten das Gleiche: Der gebildete, wohlhabende Mann, der nach dem Geschäftsessen einen guten Whisky mitsamt Zigarre genießt. Sanfte Ausbrüche aus dem komplett maskulin geprägten Bild wagte höchstens einmal die Serie How I met your Mother, in der die toughe Robin gerne einen guten Scotch trank. Ganz schön antiquiert und tut dem Whisky Unrecht. Er ist definitiv mehr als ein Getränk für nach dem Essen – und auch nicht nur für Männer.

Foodpairing im Tafelspitz 1876

Davon überzeugen wollte mich die japanische (!) Whiskymarke Nikka, die zum Foodpairing in das Sternerestaurant Tafelspitz 1876 lud. Unter Foodpairing versteht sich die perfekte Abstimmung der Gerichte auf das dazu gereichte Getränk. Im Normalfall auf Weine und andere, begleitende Alkoholika. Hier sollte sich alles um den Whisky drehen, weshalb die ungewöhnliche Vorgabe bestand, dass es ausschließlich Whisky (und natürlich Wasser) als Begleitung zum Essen geben sollte.
Dass Nikka dafür mit seinen verschiedenen Blends besser als kein anderer Whisky geeignet ist, durften wir dann auch erfahren.

Essen und Getränke

So saß ich dort gemeinsam mit der lieben Tina von Liebewasist in kuscheliger Runde und lauschte zunächst der Geschichte von Nikka. Spannend. Der allererste, japanische Whisky überhaupt – und bis heute mehrfach ausgezeichnet und von Whiskyliebhabern weltweit geschätzt. Anders als seine irischen Kollegen wenig torfig und, je nach Sorte, von sehr weich und harmonisch bis herb und maskulin. Eine ideale Grundlage, um die Vielfalt des Whiskys auf ein Menü zu übertragen. Dementsprechend wuchs auch unsere Neugier auf die Gerichte.

Chef Daniel Dal-Ben enttäuschte uns nicht. Und ich kann nicht einmal behaupten, dass es am Whiskykonsum lag, dass es von Gang zu Gang besser wurde – nein, seine modernen Interpretationen mitsamt Whisky waren schlichtweg herausragend.

1.-3. Gang und der sanfte Nikka

Den Anfang machten Lingustino in Kaffee und Whisky, mariniert mit Passionsfrucht und San Marzano Tomate. Dazu gereicht wurde der etwas torfige Nikka Yoichi Single Malt Whisky. Hat man den Whisky alleine probiert, so hat man seine herbe, torfige Note deutlich geschmeckt – in Kombination mit dem 1. Gang aber setzte sich die Passionsfrucht durch und der Whisky wurde zu einer leichten, fast fruchtigen Begleitung. Hat mir gut gefallen, auch, wenn ich persönlich das Torfige am Yoichi Single Malt nicht so gerne mochte.

Dafür war der darauf folgende, deutlich weichere Miyagikyo Single Malt mein Favorit des Abends. Vielleicht, weil uns schon im Vorfeld erklärt wurde, dass das Wasser, welches zur Herstellung genutzt wird, aus einem malerischen Fluss stammt und die ganze Gegend dem Bilderbuch-Japan aufs Haar gleicht. Vielleicht aber auch einfach, weil er eben anders schmeckt. Mir hat’s gefallen!

Der dritte Gang bestand aus einem „Beschwipsten Stubenküken“ (es wurde bei dem Namen viel gelacht) mit Bärlauch, Spargelbutter, Morcheln und Rhabarber und dazu wurde der Nikka Coffey Malt gereicht. 45%, die man ihm meiner Meinung nach angemerkt hat, die aber dennoch recht unkonventionell waren. Von Vanille über Karamell bis hin zu Banane schmeckte jeder eine andere Note heraus.

4.-5. Gang und das harte Zeug

Vielleicht habe ich mir das eingebildet, aber ab Gang 4 war Schluss mit Lustig und es wurde Nägel mit Köpfen gemacht. Beide folgenden Whiskys (Coffey Grain und From the Barrel) waren für mich zartes Pflänzchen dann doch zu viel. Obwohl sie sich ebenfalls harmonisch zum Essen genießen ließen (Maibock mit Apfel-Laugen Kruste und Knusper-Cannelloni von Tanzanie Schokolade mit Waldbeeren), wären das keine, die ich einfach so bestellen würde. Da bleibe ich doch lieber beim lieblichen Flusswasser-Whisky Miyagikyo. Bin ich eben doch ein Mädchen. ;)

 

Fazit

Ich habe zwar hier und da schon mal Whisky getrunken, aber meistens als Mischgetränk. (Kenner und Liebhaber sollen mich an dieser Stelle bitte nicht steinigen) Noch immer muss ich sagen: Puh, das brennt am Anfang ganz schön. Und ohne Kontext wird Whisky wohl nicht mein Lieblingsgetränk, das ich mir bei einem Mädelsabend bestellen würde. Aber – und das ist ein riesengroßes ABER – in einen Kontext wie ein Menü gestellt muss ich zugeben, dass der Whisky sich hervorragend eignet, um das Geschmackserlebnis ungetrübt auf ein ganz neues Level zu heben. Vor und nach jedem Bissen und anschließendem Schluck Whisky entfalteten sich ganz neue Geschmäcker, Nuancen, die man ansonsten nicht entdecken hätte können. Ich war begeistert von der Kombination und muss sagen: Experiment Whisky zur Begleitung beim Dinner ist absolut geglückt.
Und wenn ich mir das nächste Mal irgendwo ein Fischgericht bestelle, dann ordere ich vielleicht auch einfach einen Nikka Miyagikyo Single Malt dazu – denn so schmeckt es doch einfach noch einmal spannender.

Vielen Dank an Nikka Whisky und natürlich an Daniel Dal-Ben für die Einladung zu diesem spannenden Abend, der mich vermutlich auf Lebzeiten für normales Essen versaut hat. ;)

Wenn ihr einen weiteren, spannenden Bericht zum Abend lesen wollt, schaut bei Tina vorbei!

Habt ihr schon mal Whisky getrunken?

 

Danke an lauffeuer Kommunikation für die Bereitstellung des Bildes von mir!

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