Buchrezension: The Immortal Rules von Julie Kagawa

Buchrezension: The Immortal Rules von Julie Kagawa

The Immortal Rules von Julie Kagawa
Format: Kindle Edition
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 484 Seiten
Verlag: MIRA Ink
Sprache: Englisch
0,99€

Inhaltsangabe The Immortal Rules

Draußen leben Wesen, die es auf dein Fleisch abgesehen haben. Drinnen jene, die dein Blut wollen.

Nachdem eine Seuche einen Großteil der Bevölkerung vernichtete, übernahmen Vampire die Kontrolle. Seitdem sind die Zeiten für Menschen düster: entweder sie lassen sich freiwillig Blut abzapfen oder sie müssen zusehen, wie sie überleben. Wie Vieh verbringen die Meisten von ihnen ihr gesamtes Leben eingezäunt in den engen Gassen der Städte, leben von dem, was die Vampire ihnen zugestehen. Noch schlimmer steht es um diejenigen, die verweigern ihr Blut zu „spenden“. Nirgendwo gibt es Nahrung, die Verhältnisse sind schlecht und ihre einzige Chance ist der Diebstahl von den Vampiren – doch darauf steht die Todesstrafe.

Allison ist eine von den Rebellen und schlägt sich mit mäßigem Erfolg durchs Leben. Allein ihr Hass auf die Vampire und ihre ungerechte Herrschaft halten sie davon ab, sich registrieren zu lassen und so das Recht auf Lebensmittel zu erhalten. Als es für sie keine andere Möglichkeit mehr gibt innerhalb der Stadt an Nahrung zu kommen, muss sie den Schritt nach draußen, raus aus der Vampirstadt, wagen. Doch dort leben die „Rabids“, die einst selber Menschen waren doch durch die Seuche zu seelenlosen Zombies wurden.

Tatsächlich findet sie, wonach sie so verzweifelt sucht – doch sie wird von den Rabids überrascht. Und plötzlich bleibt ihr nur eine Entscheidung, die alles verändern wird: sterben, oder zu dem werden, was sie so abgrundtief hasst…

Endzeitroman und Vampirgeschichte in einem

Für „The Immortal Rules“ braucht man starke Nerven. Die Mischung aus Endzeitroman, Vampir- und Zombiegeschichte ist weit entfernt von einer kuscheligen Erzählung – und begeistert gerade deswegen.

Allisons Welt nimmt einen von Anfang an gefangen. Sofort der Einstieg macht dem Leser klar, dass ihr täglicher Kampf ums Überleben kein leichter ist. So ist es auch kein Wunder, dass das Mädchen hart und abgebrüht wirkt. Und obwohl man sofort eine Gänsehaut beim Lesen bekommt, entwickelt man keine Antipathie der Protagonistin gegenüber. Denn mit vielen Details erschafft Julie Kagawa eine Protagonistin, die von ihrer Umwelt geprägt ist und doch eigentlich ein gutes Herz hat. Sowohl ihre Härte, als auch ihre Fürsorge für andere Rebellen, machen sie greifbar und lebensnah.

Nachdem sie schließlich zu einem Vampir geworden ist, entfaltet sich ihr Charakter erst richtig. Man fiebert bereits vollkommen mit, während die Geschichte erst beginnt und verschlingt das Buch geradezu.

Viel davon ist auch auf die außergewöhnlich düstere Erzählung zurück zu führen. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem man so plastisch die Gefahren und Umgebung vor Augen hatte. Beinahe wie in einem Horrorfilm erscheint einem die fremde Welt außerhalb der Vampirstadt. Man vermutet hinter jeder Ecke, hinter jedem Baum eine lauernde Gefahr und tatsächlich versteht Julie Kagawa es, die Spannung durch Andeutungen und Vermutungen konstant hoch zu halten. Mein Puls war jedenfalls beim Lesen durchgehend auf einer ungesund hohen Frequenz. Das Schöne an dieser Horroratmosphäre ist, das sie das schafft, was so viele Horrorfilme einfach nicht managen: dadurch, dass man es liest und nicht als Bild vorgesetzt bekommt, arbeitet die eigene Fantasie auf Hochtouren und lässt dem Leser keine ruhige Minute mehr.

Atemberaubende Action im Buch

Allison hat davon allerdings auch nicht besonders viele. Nicht einmal, als sie auf eine Gruppe von Menschen stößt – die ja eigentlich nun ihre Beute sind. Ihr innerer Kampf zwischen Menschlichkeit und der Bestie in ihr wird sehr glaubhaft und mitnehmend beschrieben. Wer noch immer das Bild von selbstgequälten Vegetarier-Vampiren oder kuscheligen Casanovas im Kopf hat, der muss in „The Immortal Rules“ umdenken. „Back to the roots“ könnte das Motto sein, das Kagawa für ihre Vampire gewählt hat: gefährliche Räuber, getrieben von Instinkten aber nicht gänzlich unmenschlich. Kurzum endlich einmal wieder Vampire mit Biss!

Daher ist es auch eine Erleichterung, dass selbst die aufkeimende Liebesgeschichte sich diesem Konzept unterordnet. Keine Liebe auf den ersten Blick, keine schwülstigen Schwüre. Zaghaft entwickeln sich aus langen Gesprächen und Interaktionen erste Gefühle und schließlich Konflikte, die Allison für sich selbst klären muss. Durch die vorsichtige und langsame Entwicklung erhält der Leser endlich einmal wieder eine nachvollziehbare Liebesgeschichte, die mit ihren Höhen und Tiefen auf Trab hält.

Insgesamt hat mich besonders fasziniert, dass das Buch wie kaum ein anderes den berühmten „Film im Kopf“ ablaufen lässt. Man merkt es gar nicht, so selbstverständlich geschieht der Wechsel vom einfachen Lesen, hin zum Miterleben. Das Ende dieses ersten Bandes ist dann auch ein perfektes Beispiel dafür. In dieser Szene hat man automatisch die passende Musik im Kopf und es beschleicht einen das Gefühl, dass man gerade einen großen Blockbuster im Kino gesehen hat. Ein wenig bedrückt (weil es vorbei ist) und gleichzeitig mit einem großen Grinsen und viel, viel Vorfreude auf den nächsten Band, kann man das Buch beenden.

Fazit des Buches

Für mich selber ist „The Immortal Rules“ eins der Lesehighlights des Jahres. Wer Spannung und Action, ein geradezu cineastisches Abenteuer und düstere Horrorgeschichten mit einer feinen Prise Liebe mag, der wird dieses Buch lieben!

In Sternen: 5/5

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