Rezension: Smaragdgrün

Rezension: Smaragdgrün

Gwendolyn ist am Boden zerstört. Eigentlich sollte sie sich auf den großen Ball vorbereiten, auf dem sie erneut dem gruseligen Grafen von Saint Germain gegenübertreten soll, doch gerade drehen sich alle ihre Gedanken um Gideon.
Der Schuft hat ihr einfach das Herz gebrochen indem herauskam, dass er sie gar nicht liebt sondern nur mit ihre Gefühlen gespielt hat um sie leichter kontrollieren zu können. Das muss man sich mal vorstellen!
Gwendolyn jedenfalls ist entsetzt und zutiefst gekränkt. Am liebsten würde sie den ganzen Tag nur weinen und sich in Selbstmitleid suhlen… aber zum Glück gibt es ja noch ihre clevere Freundin Leslie und den flapsigen Wasserspeierdämon Xemerius.
Die beiden erinnern Gwenny immer wieder an die wichtige Aufgabe, auf die es sich zu konzentrieren gilt: herausfinden was der zwielichtige Graf im Schilde führt und ihn daran hindern seinen Plan in die Tat um zu setzten.
So sieht sich das Mädchen nicht nur mit einer überwältigenden Aufgabe konfrontiert und muss sich gleichzeitig auf den immer näher rückenden Ball vorbereiten, sondern läuft auch zwangsläufig Gideon immer wieder über den Weg. Ob das gut gehen kann?

Lang ersehnt, nun endlich in meinem Regal: Das Finale der Edelstein-Trilogie! Dieser dritte Band ist eindeutig der dickste und obwohl die gesamte Geschichte in gerade einmal einem Zeitraum von wenigen Wochen spielt, sind die Charaktere einem über die Zeit ans Herz gewachsen.
Gwendolyn erscheint zunächst etwas naiv und kindlich, wächst aber an ihren Aufgaben und hat nur zwischendurch mal wieder ein paar „Rückfälle“. Meistens kommt man nicht umhin ein großes Grinsen im Gesicht zu haben, wenn Xemerius sarkastisch-überspitzt oder flapsig-frech seine Kommentare zum Besten gibt. Sogar die Nebencharaktere wie der Geist James oder der Butler in Gwendolyns Haus kommen einem real und – vor allem – liebenswürdig vor. Es war schon richtig schade das Buch mit der letzten Seite zu zuklappen und zu wissen, dass die Zeitreisegeschichte nun endgültig vorbei ist.

Aber mal der Reihe nach:
Kerstin Giers Schreibstil ist weiterhin sehr lustig und locker. Man kann die Geschichte ohne Probleme in einem Rutsch durchlesen und hat immer wieder Spaß bei doch so mancher urkomischer Situation. Dabei wirkt es nicht wie eine Parodie, sondern hat eine gewisse Tiefe, die dazu führt, dass man auch schon mal mit den Protagonisten mit leidet und jedes Gefühlshoch und –tief miterlebt.
In „Smaragdgrün“ hat mich lediglich etwas gestört, dass Gwendolyn sich doch öfters als in den vorhergehenden Bänden in Gefühlsduseleien gegenüber Gideon verliert. Detaillierte Beschreibungen seines schönen Kinns haben nicht nur beim Dämon Xemerius, sondern auch bei mir bisweilen ein Würgegefühl hervorgerufen. Xemerius soll hier wohl auch als eine Art „Kitsch-Puffer“ dienen, denn er zerstört jegliche romantische Stimmung mit seinen Kommentaren und rettet den Leser so oft vor einem klebrig-süßen Lesetod. Allerdings hilft dieser Rettungsanker nicht immer, denn der extreme Wechsel zwischen Kitsch und flapsigen Bemerkungen ging mir zwischendurch auch schon auf die Nerven. Ein bisschen weniger wäre vielleicht mehr gewesen.

Der Fortlauf der Geschichte ist dennoch sehr spannend und schön gestaltet. Es klären sich nun nach und nach endlich einige Rätsel, die einen schon in den ersten beiden Bänden beschäftigt haben und die eine oder andere Überraschung kommt dabei auch ans Licht. Kurzum: es wird niemals langweilig und man fiebert dem Ende entgegen (nun ja, eigentlich möchte man ja gar nicht, dass das Buch zu Ende ist).
Etwas schade fand ich dann noch, dass das Finale – und die Lösung aller Probleme – so einfach auf der Hand liegt. Es wird jedenfalls etwas abgedreht und ich hätte mir gewünscht, nicht ein Ende präsentiert zu bekommen, dass so konstruiert wirkt.

Für alle Fans der Edelstein-Trilogie ist dieses Buch dennoch ein absolutes Muss und ich persönlich konnte ohne Probleme über die kleineren Schwächen hinweg sehen, weil der gewohnte Lesespaß, die Spannung und natürlich auch die Liebe nicht zu kurz kamen.

Insgesamt kann ich für „Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdrün“ eine Leseempfehlung für alle Mädchen und Frauen geben, die eine Fantasygeschichte mit viel Liebe, Witz und Charme lesen wollen. Jeden der Charaktere schließt man schnell in sein Herz und möchte sie eigentlich mit Beenden des Buches noch gar nicht gehen lassen. Und wenn nicht das, was soll denn dann für ein gutes Buch sprechen?

Bewertung: 4/5


Smaragdrgün von Kerstin Gier
496 Seiten (Hardcover)
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401063485
18,95€

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