Rezension: Schattenblume

Rezension: Schattenblume

Kinderärztin und örtliche Rechtsmedizinerin Sara Linton ist auf dem Polizeirevier der Stadt und unterhält sich mit ihrem Exmann Jeffrey, als plötzlich die Hölle losbricht: 2 junge Männer ziehen schwere Waffen und erschießen einen Polizsten. Direkt ins Gesicht. Danach zielen sie auf alle, die sonst noch im Raum anwesend sind – darunter eine Schulklasse mit mehreren Kindern.
Während die Überlebenden als Geisel im Polizeirevier verharren, sitzt Sara neben ihrem schwer verletzten Exmann und erinnert sich daran, was damals passierte, als sie ihn gerade erst kennenlernte. Damals hat er sie mitgenommen in seine Heimatstadt und das verschlafene Nest hatte weit mehr als ein Geheimnis…

Karin Slaughters 4. Band der Reihe um Sara Linton ist ganz anders als die vorherigen Bände. Es beginnt gleich spannend und schockierend mit dem Amoklauf und der Geiselnahme im Polizeirevier, aber dann springt die Geschichte für eine längere Passage komplett in die Vergangenheit.
Sara und Jeffrey wollen eigentlich in den Urlaub nach Florida fahren und ihr junges Glück genießen, als Jeffrey auf die Idee kommt einen Zwischenhalt in seiner Heimatstadt zu machen. Dort wird Sara nicht gerade freundlich empfangen und als gleich in der ersten Nacht im Haus von Jeffreys bestem Freund aus Jugendtagen ein Mann erschossen wird und Sara daran zweifelt, dass es sich um Notwehr handelt, gerät ein Stein ins rollen, der sehr, sehr alte Geheimnisse aufdeckt.

Nur immer mal wieder springt die Geschichte dabei zurück in die Gegenwart und informiert darüber, wie die Geiseln im Polizeirevier verharren, hoffen und um ihr Leben bangen. Der Schwerpunkt der Erzählung liegt in Saras Erinnerung an die Vergangenheit und ehe der Leser sich versieht, ist er mitten drin in einem Thriller, der gekonnt verwirrt und mit Zweifeln und Vertrauen der Protagonisten spielt, dabei immer dazu antreibt weiter zu lesen.

Eben weil dieses Buch einmal ganz anders war, als die üblichen Thriller die in der Gegenwart spielen, hat es mir gut gefallen. Es erinnerte mich stark an das Konzept der Serie „Cold Case“ von Jerry Bruckheimer, in der auch Gegenwart und Vergagenheit verknüpft werden und erst am Ende alles aufgelöst wird, sodass beide Zeitstränge wieder zueinander finden. Die Bestnote kann ich dem Buch trotz allem nicht geben, weil mich kein richtiger Nervenkitzel gepackt hat. Als Gänsehaut-einjagenden Thriller würde ich „Schattenblume“ auf jeden Fall nicht bezeichnen – aber es ist gut zu lesen, hat Spaß gemacht und mich als Fan von „Cold Case“ positiv überrascht.

Für jemanden, der bisher noch nichts von Karin Slaughter gelesen hat, empfehle ich auf jeden Fall die vorherigen 3 Bände zuerst zu lesen! Zwar erfährt man in diesem Band erstmals wirklich viel aus Saras und Jeffreys Vergangenheit, aber nur mit der Kenntnis der Personen aus den vorherigen Bänden, kann sich einem die ganze Gerschichte erschließen. Und nur so macht es ja auch wirklich Spaß ;)

Bewertung: 4/5

Schattenblume von Karin Slaughter
480 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: rororo
ISBN: 9783499240737
9,95€


Alle Bände der Reihe:
1. Belladonna
2. Vergiss mein nicht
3. Dreh dich nicht um
4. Schattenblume
5. Gottlos
6. Zerstört

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