Rezension: Schattenauge

Rezension: Schattenauge

Zoë ist 16 und streift nachts durch die Clubs ihrer Stadt um zu vergessen. Sie will nicht weiter daran denken, dass ihre beste Freundin ihr den Freund ausgespannt hat und auch nicht daran, dass ihre Mutter ihr zu viele Pflichten auferlegt.
Als sie an einem Abend den gut aussehenden Irves, einen Albino-Asiaten, kennen lernt, begegnet sie ihm sowohl mit Misstrauen als auch mit Neugierde und bald stellt sich heraus, dass er und sein Freund Gil mit Zoë ein Geheimnis teilen: sie gehören alle zu den Panthera – Wesenswandler mit eine Katze als zweites Gesicht.
Noch weiß Zoë aber nichts davon und merkt nur, wie sehr sie sich plötzlich verändert; wie sie besser riechen und sehen kann, schneller rennt und ihre Emotionen nicht mehr unter Kontrolle hat.
Als plötzlich Fremde anfangen sie zu verfolgen und zu jagen und gleichzeitig grausame Morde an anderen Panthera in der Stadt geschehen, erfährt Zoë erst was mit ihr los ist und hat kaum Zeit das alles zu verdauen, da gerät sie auch schon unter den Verdacht selber der Mörder zu sein…

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Zoë und von Gil erzählt, sodass nie Langeweile aufkommt. Die Perspektivwechsel bauen nicht nur Spannung auf, sondern beleuchten alles auch aus verschiedenen Blickwinkeln: Da Zoë gerade erst lernt, was es heißt eine Panthera zu sein, kann der Leser sich gemeinsam mit ihr in diese fremde Welt einfühlen, während Gils Teil der Geschichte bereits früh mit einer Art Detektivspiel beginnt. Gil ist sich sicher, dass der gefürchtete und zurückgezogen lebende Invalide Dr. Rubio den Schlüssel zur Aufklärung der Morde hat, da er mehr über die Panthera weiß, als alle Anderen.
So entwickelt sich nach und nach ein Krimi, der mit mythologischen Aspekten gespickt ist, die Fantasy-Elemente der Wesenwandler und sogar eine Liebesgeschichte enthält.

Zunächst war ich wirklich überrascht darüber, wie Nina Blazon die Panthera beschreibt: sie erzählt keine normale Gestaltenwandler-Geschichte, wie ich sie eigentlich erwartet hatte, sondern hat ihre ganz eigene Sichtweise auf die Doppelwesen. So befremdlich ich das zuerst fand, genauso genial fand ich es dann im Laufe des Lesens weil es wirklich mal etwas Neues und sowohl glaubwürdig, als auch spannend ist! Insgesamt wurde in „Schattenauge“ eine ganz eigene Welt für sich geschaffen, in der Panthera unbemerkt neben Menschen leben und ihre eigenen Regeln und Sitten verfolgen. Mit viel Recherche und Detailliebe hat Nina Blazon authentische Charaktere geschaffen mit denen man mitfiebert und über die man eigentlich noch viel mehr erfahren möchte, als auf den wenigen 477 Seiten möglich ist.

So war „Schattenauge“ mein erstes Buch von Nina Blazon – und ich bin sicher mein Portemonnaie weint auch schon wieder ganz leise – aber es wird nicht mein letztes Buch dieser Autorin gewesen sein, die es versteht ihre Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln und zu begeistern!

Bewertung: 4/5

Schattenauge von Nina Blazon
477 Seiten Hardcover
Verlag: Ravensburger Buchverlag
ISBN: 9783473353149
Preis: 16,95€

No Comments

Post A Comment