Rezension: Rubinrot

Rezension: Rubinrot

Ein mysteriöses Gespräch zwischen einem Pärchen 1912. Ein Sprung in die Gegenwart.

Gwendolyn ist sechszehneinhalb (auf das halbe Jahr wird in dem Alter noch bestanden) und hat wohl noch nie ein ganz normales Leben geführt. Zusammen mit ihren Geschwistern, ihrer Mutter, ihrer Cousine und Tante lebt sie bei ihrer Großmutter Lady Arista in einem herrschaftlichen Haus in London. Aber nicht nur, dass sämtliche Frauen dort momentan männerlos sind und der Butler irgendwie gruselig wirkt, ist merkwürdig – denn Gwennys Cousine Charlotte ist etwas ganz Besonderes: sie hat angeblich das Zeitreise-Gen geerbt und wird seit Jahren darauf vorbereitet ihren ersten Sprung in die Vergangenheit zu machen. Das ganze Brimborium darum geht Gwendolyn dabei eher auf die Nerven und so zieht sie es vor mit ihrer besten Freundin Leslie über ihre Familiengeheimnisse zu reden. Leslie ist ebenfalls die Einzige die weiß, dass ihre beste Freundin eine echte Gabe hat: sie kann Geister sehen. Auch, wenn diese Geister meistens gar nicht wissen dass sie tot sind – wie zum Beispiel James aus dem 18. Jahrhundert, der in der Schule umherirrt.
Gwendolyns Leben ändert sich schlagartig an dem Tag, an dem ihre Cousine Anzeichen ihres ersten bevorstehenden Zeitsprunges zeigt… statt ihrer sich aber Gwenny plötzlich in einem London vor einigen Jahrzehnten wieder findet.
Als allen Beteiligten klar wird, dass nicht Charlotte di Genträgerin ist und alle Vorbereitungen für die Katz waren, überschlagen sich die Ereignisse:
Gwendolyn wird zu den „Wächtern“ gebracht, die sie und dem zweiten Zeitreisenden (ein unangenehmer 19-jähriger namens Gideon) eine wichtige Aufgabe geben. Das Blut aller zwölf Menschen, die bis jetzt in der Zeit reisen konnten, muss dringend im so genannten Chronografen vereint werden um ein wirklich geheimes Geheimnis zu lüften. Klingt ganz einfach… aber abgesehen von Gideon und Gwendolyn lebt keiner der anderen Genträger mehr und anstatt gemütlich durch die Zeit zu reisen, erwartet beide eine Familienverschwörung, die sich wie ein roter Faden durch die Zeit zieht. Was hat es mit dem Diebstahl des ersten Chronografen auf sich, den nur eine Generation zuvor Lucy und Paul gestohlen haben? Und warum reisen sie immer noch durch die Vergangenheit um Gwendolyns und Gideons Auftrag zu verhindern? Worum handelt es sich gar bei dem Geheimnis, das gelüftet werden soll?

So viel kann ich verraten: auf die letzten Fragen erhält man zumindest in „Rubinrot“ noch keine Antworten. Viel mehr werden hier erst einmal die Beziehungen der Personen zu einander aufgebaut und erklärt, Gwennys erste Schritte als Zeitreisende werden beschrieben und es wird der Grundstein für eine spannende, viel versprechende Geschichte gelegt. In locker-flockigem Schreibstil entführt Kerstin Gier den Leser in eine Welt voller ungeahnter Möglichkeiten. Geradezu köstlich wird beschrieben, wie sich die Jugendlichen in barocke Kleidung zwängen müssen, bevor sie eine ihrer Reisen antreten oder wie James, der Geist, darüber schmollt, dass er über unziemliche Themen sprechen muss. Herrlich! Dabei kommt die Spannung aber nie zu kurz, da die verstrickte Thematik und die geheimnisvolle Familiengeschichte um Lucy und Paul immer wieder auftaucht. Ich konnte gar nicht anders als ständig zu spekulieren und zu hoffen, dass es neue Hinweise auf den nächsten Seiten gibt. Mittlerweile habe ich auch schon eine Theorie, aber die behalte ich natürlich für mich ;-)

Insgesamt ist „Rubinrot“ ein schöner Auftakt zur einer fantastisch-romantischen Trilogie, von der ich mir im Folgenden nicht nur erhoffe, dass endlich die Liebesgeschichte in Gang kommt, sondern auch, dass in „Saphirblau“ (Band 2) und „Smaragdgrün“ (Band 3, erscheint im September) erklärt wird, wer der eigentliche Bösewicht ist: Lucy und Paul oder doch eher das 1784 verstorbene Oberhaupt der Wächterriege Graf von Saint Germain, der noch immer überall seine Finger im Spiel hat?
Zum Glück liegt der 2. Band schon griffbereit neben mir – auch, wenn ich eigentlich noch gar nicht weiter lesen möchte weil ich dann noch bis September warten muss um das Ende zu erfahren.

Jeder, der gerne fröhliche, spannende und (hoffentlich bald) romantische Jugendbücher liest, dürfte großen Spaß an der Trilogie haben, die Kerstin Gier uns hiermit präsentiert. Absolut empfehlenswert für einen schönen Sonntagnachmittag in der Lieblingsleseecke!

Bewertung: 5/5


Rubinrot von Kerstin Gier
345 Seiten (Hardcover)
Verlag: Arena
ISBN: 9783401063348
14,95€


Alle Bände der Reihe:
1. Rubinrot
2. Saphirblau
3. Smaragdgrün (ab September 2010)

6 Comments
  • anne
    Posted at 18:57h, 16 Mai Antworten

    Wie es aussieht hat dir das Buch genauso gut gefallen, wie uns allen!! ;o)
    Freue mich ja auch schon sehr auf den dritten Teil!!! :o)

  • Rishu
    Posted at 20:35h, 17 Mai Antworten

    Na dass nenn ich mal ne schnelle Rezension =) Ich kann den dritten Teil auch kaum erwarten. Aber ich wette, dass du trotzdem nicht die Finger von Saphirblau lassen können wirst ;-)

    • Sarah
      Posted at 06:33h, 18 Mai Antworten

      @Rishu: Stimmt, ich hab Spahirblau doch schon angefangen! ^^ Mir fehlen noch knapp 100 Seiten, dann habe ich es auch durch :(

  • Rabenfrau
    Posted at 05:20h, 18 Mai Antworten

    Ich hatte das Buch letztens auch schon mal in der Hand, war mir aber nicht gnaz sicher. Aber wenn du so begeistert davon bist kann es ja nicht schlecht sein…^^

    • Sarah
      Posted at 06:32h, 18 Mai Antworten

      Klar ist das toll :) Weniger Fantasy als eine lockere Teeniegeschichte… aber sehr schön zu lesen und genau richtig, wenn man zwischendurch etwas leichtes, lustiges lesen möchte.

  • Ramona
    Posted at 07:49h, 19 Mai Antworten

    Ich muss Rubinrot auch endlich lesen….

Post A Comment