Rezension: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children

Rezension: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children

Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children von Ransom Riggs
deutsch: Die Insel der besonderen Kinder (PAN Verlag)
352 Seiten (Hardcover)
Verlag: Quirk Books
Sprache: Englisch
ISBN: 978-1594744761
11,95€

Inhalt


So lange Jacob sich erinnern kann, hat sein Großvater ihm immer Geschichten über die besonderen Kinder erzählt. Jene, die in einem geheimen Internat in Wales leben und sich und ihre erstaunlichen Fähigkeiten vor den Monstern der Außenwelt schützen müssen. Als Kind liebt Jacob diese Geschichten und lauscht gebannt jedem Wort seines geliebten Opas, doch als er älter wird, verliert er auch den Glauben an die Insel mit den besonderen Kindern. Nicht einmal mehr die Fotos, die sein Großvater ihm immer wieder zeigt, können ihn überzeugen. Jacob wird langsam erwachsen.
Doch dann stirbt Jacobs Großvater unter merkwürdigen Umständen und der Teenager beginnt sich zu fragen, ob es die Kinder mit den besonderen Fähigkeiten wirklich gibt. Seine Suche nach Antworten verschlägt ihn schließlich auf die nasskalte Insel in Wales, auf der das Waisenhaus der Kinder gestanden haben soll. Und schon bald ist er in ein Abenteuer verwickelt, dass er sich nie hätte träumen lassen: ein Abenteuer voller außergewöhnlicher Menschen, Monstern und der Geschichte seines Großvaters…

Bewertung


Ransom Riggs bedient sich für das Buch über seine „peculiar children“ einer Fülle von außergewöhnlichen Fotografien und spinnt eine Geschichte drum herum, die vor Magie nur so sprüht.

Im Mittelpunkt dessen steht immer der sechzehnjährige Jacob, der seine Teenagerjahre bis jetzt damit verbracht hat möglichst unauffällig zu sein. Als zukünftiger Erbe einer großen Ladenkette ist er von seinem scheinbar unumstößlich festgelegten Lebensweg schon jetzt genervt und möchte eigentlich aus diesem Käfig ausbrechen. Deshalb fällt es ihm auch nicht schwer nach dem Tod seines geliebten Großvaters die bekannten Gefilde hinter sich zu lassen und in das weit entfernte Wales in Großbritannien zu reisen. Seine Gedankengänge und Gefühle sind dabei für den Leser immer nachvollziehbar und seine Bestimmtheit genauso greifbar wie seine Trauer um seinen Großvater. Vollkommen sympathisch ist der Protagonist dennoch nicht von Anfang an – man muss sich erst einmal vorsichtig in seinen Charakter einfühlen, bis man eine Verbindung zu ihm aufbauen kann. Das mag an der Erzählweise von Ransom Riggs liegen – denn obwohl wir das Geschehen aus der Ich-Perspektive verfolgen, bleibt eine gewisse Distanz zum etwas sturen und kindischen Teenager.
Letztendlich ist das auch einer meiner Kritikpunkte. So schön und fantastisch Jacobs Abenteuer auch beschrieben sein mag, für die Geschichte eines Sechzehnjährigen erscheint manches einfach zu naiv und kindlich. So schwankt man als Leser zwischen dem Gefühl eine düstere und spannende Jugendfantasygeschichte vor sich zu haben und sich gleichzeitig auf eine märchenhafte Erzählung für Kinder einlassen zu müssen. Denn von beiden Elementen hat das Buch etwas. Doch der Drahtseilakt gelingt mühelos, nachdem man sich erst einmal eingelesen hat und nur wenige Stellen im Buch wirken noch befremdlich.

Vermutlich hilft auch die wunderschöne Gestaltung des Buchinnenlebens über kleinere Schwachstellen in der Erzählung hinweg. Mit liebevollen Details und unzähligen mal schauerlichen, mal wunderlichen Fotografien ausgestattet, ist schon das Durchblättern ein kleines Highlight. Die vielen Fotografien, die allesamt die besonderen Kinder aus den Geschichten des Großvaters darstellen, können allerdings auch stören. Hier muss wohl jeder selber entscheiden ob er lieber seiner Fantasie oder den vorgegebenen Bildern überlässt, sich ein Bild der Protagonisten zu machen. Ich persönlich war teilweise etwas enttäuscht weil ich mir die handelnden Charaktere anders vorgestellt hatte. Insbesondere das Mädchen Emma, das auch schon mal mit Feuerkugeln um sich schießt, war meiner Empfindung nach jünger, als es auf den Fotos den Anschein hatte. Liest man aber zuerst das Buch und betrachtet danach die eingeworfenen Fotografien (oder umgekehrt), kommen sich Fantasie und Abbildungen kaum in die Quere.

Am Ende ist man von den Ideen des Autors und der durchweg detaillierten und liebevollen Umsetzung begeistert. Denn nicht nur mit den Fotos, auch mit der bildlichen Erzählweise kann Ransom Riggs beim Leser punkten. Das doch sehr offene Ende weist auf das hin, was man schon vermutet: es wird eine Fortsetzung geben. Ransom Riggs verweist auf seinem Blog darauf, dass er schon das Bildmaterial besorgt hat und sich nun ans Schreiben macht. So oder so sollten Freunde von erstaunlichen Geschichten einen Blick in „Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children“ (deutsch: „Die Insel der besonderen Kinder“) riskieren. Die Vermischung verschiedener Erzählelemente dürfte das Buch für beinahe jede Altersklasse interessant machen und bietet mit seinen Fotografien und Verzierungen einen Blickfang in jedem Regal.

In Sternen: 4/5

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