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Columbus ist ein Meister seines Faches, ein echter Silberbär. Er hat noch keinen Auftrag versaut, hat immer getroffen. Er ist ein Auftragskiller.

Als er einen neuen Auftrag entgegen nimmt, verändert sich sein Leben aber schlagartig und seine mörderische Alltagsroutine gerät aus den Fugen. Sein neues Opfer soll sein Vater sein –Vater und Kongressabgeordneter und Präsidentschaftskandidat Abe Mann. Der Vater, der seine Mutter damals hat ermorden lassen und natürlich keinen Kontakt zu ihm hat.
Wer jetzt aber denkt, dass Columbus den Auftrag nicht ausführen möchte und gefühlsduselig wird, der hat noch keinen echten Killer gesehen. Natürlich freut er sich geradezu darauf seinem Vater – pardonnez moi – das Gehirn wegzuschießen.
Wie immer fängt er also an einen Plan zu schmieden, die Zielperson auszukundschaften und sich auf das Finale vorzubereiten… aber ab da geht alles schief.

Zuerst gabelt er eine Prostituierte irgendwo im Nirgendwo auf und muss sie umbringen, nachdem sie versucht seine Sachen zu stehlen und dann erfährt er auch noch davon, dass sein Auftrag nicht ganz das ist, was er sich gedacht hat. Denn sein Vater ist nicht die einzige Person, die ihm bekannt ist und noch mitten drin steckt, in diesem verwirrenden Wettlauf um die Zeit…

Auf dem Cover von Killer steht, es handele sich um einen „Thriller“. Ganz möchte ich dem nicht zustimmen, denn das Buch ist zwar spannend und aus der Sicht eines Auftragsmörders geschrieben, aber es ist eigentlich kein typischer Thriller. Viel mehr erzählt Columbus seine Geschichte: wie er zu einem „Killer“ wurde, was ihm seitdem passiert ist und natürlich auch immer wieder Anekdoten aus dem Job – alles eingepackt als Flashbacks in die Gegenwart, in der er versucht seinen Vater zu ermorden.
Das Buch ist angenehm zu lesen sowohl von der Sprache her, als auch vom Inhalt da es niemals allzu brutal oder schlimm wird. Wer schon einmal etwas von Cody McFadyen gelesen hat, wird auf jeden Fall über die paar wenigen Gewaltszenen hier lachen.
Allerdings finde ich das nicht negativ, eher das Gegenteil ist der Fall! Columbus als Charakter hat mal sympathisch und oft absolut schrecklich unsympathisch auf mich gewirkt, war dabei aber so authentisch in seiner Erzählung und seinen Handlungen, dass ich mir gut vorstellen konnte einem echten Mörder zu lauschen. Spannend!
Wer allerdings bis dato geplant hatte einmal Auftragskiller zu werden, der wird nach diesem Buch seinen Plan b) noch einmal überdenken müssen ;-)
Es ist doch recht abschreckend so real über alles zu lesen.

Das Ende des Buches hat mich dann nach einer dahin plätschernden Geschichte wieder sehr überrascht: alles wendet sich noch einmal und auch wenn es für Columbus bis dahin nicht besonders gut aussieht, ergibt sich noch ein Happy End. Naja, oder das, was halt unter den Umständen als Happy End durchgehen kann.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne auch mal eine spannende Geschichte aus der Sicht eines Mörders lesen wollen und dabei keinen Nerven zerreibenden Thriller brauchen, sondern sich auch mit einer interessanten Erzählung zufrieden geben. Mal hat man etwas zum Schmunzeln, mal möchte man den Kopf schütteln aber immer ist man von den Geschehnissen gefesselt.

Bewertung: 3/5


Killer von Derek Haas
253 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Ullstein Tb
ISBN: 9783548269436
7,95€

Ich möchte mich auch noch einmal ganz herzlich bei Philipp für das Buch bedanken – immerhin habe ich es ja beim Gewinnspiel auf deinem Blog gewonnen! :)

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