Rezension: In meinem Himmel

Rezension: In meinem Himmel

Susie Salmon wird mit 14 Jahren brutal vergewaltigt und ermordet. Dennoch erzählt das Buch die Geschichte aus ihrer Sicht – Susie ist nämlich in ihrem eigenen Himmel und beobachtet von dort, wie ihre Eltern, Geschwister, Nachbarn und Schulkameraden mit ihrem Verschwinden zurechtkommen.

Das Buch erzählt wunderbar fantasiereich, wie eine 14jährige beobachtet, wie ihre Familie zerfällt, ihr Vater an dem Verlust zerbricht… aber auch, wie starke Freundschaften und Gefühle sich zwischen den Beteiligten entwickeln. Dabei ist die Geschichte niemals spannend oder schnell erzählt, eher leise und voller Beschreibungen. Wer so ein Buch nicht mag und auch mit teilweise leichtem (aber keinesfalls übertrieben peinlichem) Kitsch nichts anfangen kann, sollte die Finger davon lassen.
Für alle, die alltägliche Dramatik, Trauer, Liebe und Hilflosigkeit beim Lesen mitfühlen möchten, ist Susies Geschichte nur zu empfehlen.
Ich selbst habe selten ein Buch gelesen, dass so wenig Handlung hatte aber dennoch niemals langweilig wurde. Die Charaktere sind so detailliert ausgearbeitet, dass man mit jedem auf die eine oder andere Weise mitleidet: sei es nun der Vater, der sich komplett gehen lässt, die Mutter, die aus ihrem Leben versucht zu fliehen, die Schwester, die in sich nur noch ein Abbild Susies sieht, der Bruder, der noch zu klein ist um alles zu verstehen, die alkoholkranke Großmutter, die als einzige stark bleibt, oder nicht zuletzt der Junge, der sich in Susie verliebt hat.
Rührend, aufwühlend und absolut glaubwürdig.

ISBN: 9783442458363
Goldmann Verlag
384 Seiten (Taschenbuch)
8,95€

Bewertung: 4/5

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