Rezension: Hush, hush

Rezension: Hush, hush

Hush, hush von Becca Fitzpatrick
400 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Simon & Schuster UK
Sprache: Englisch
ISBN: 978-1847386960
7,20€

Inhalt


Der Tag beginnt für Nora schon schlecht, als sie in den Biounterricht kommt und an der Tafel große die Worte „Menschliche Reproduktion (Sex)“ liest und feststellen muss, dass ihr Lehrer die übliche Sitzordnung etwas aufmischen will und sie nicht länger mit ihrer besten Freundin Vee zusammen arbeiten darf. Dass sie auch noch ausgerechnet neben den neuen Schüler gesetzt wird, passt ihr gar nicht. Nicht nur, dass Jungs sie einfach nicht interessieren – Patch wirkt mit seinen tiefschwarzen Augen auch geheimnisvoll und Angst einflößend. Und anziehend.
Nora ist hin- und her gerissen zwischen der Anziehung, die Patch auf sie ausübt und der Angst, die er ihr einflößt. Besonders als in den folgenden Tagen immer mehr merkwürdige Ereignisse in ihrer Gegenwart passieren und sie sich verfolgt fühlt. Da Patch scheinbar mehr über sie wie als er sollte, vermutet sie ihn hinter den Vorkommnissen und kann sich doch seinem Blick nicht entziehen. Schnell begreift sie, dass mit dem geheimnisvollen Jungen etwas nicht stimmt und als sie hinter das Geheimnis seiner merkwürdigen Nabe kommt, ist es schon fast zu spät und sie ist mitten drin in einem uralten Krieg zwischen Engeln und gefallenen Engeln…

Bewertung


Wie das Cover schon verrät: hier geht es um eine verbotene Liebe, einen Krieg und Engel. Heutzutage schlichtweg DAS Rezept für einen erfolgreichen Jugendfantasyroman.

Dennoch schafft Becca Fitzpatrick es, ihre Leserinnen in den Bann zu ziehen und kurzweilig zu unterhalten.
Das mag zum einen an den Charakteren liegen. Nora ist ganz der durchschnittliche Teenager, was wohl die Identifikation erleichtert. Um dennoch nicht in der Unscheinbarkeit zu versinken, ist ihr Gefühlsleben äußerst passend und genau beschrieben. Als die ersten merkwürdigen Ereignisse um sie herum passieren, zweifelt sie zunächst an ihrem Verstand anstatt die – zugegeben – haarsträubenden Geschichten jemandem zu erzählen. Ihr Verhalten ist dabei sehr natürlich und wirkt nicht konstruiert. Auch ihr Zwiespalt (Patch anziehend finden kontra Angst vor ihm haben) ist so gut beschrieben, dass man als Leser selber anfängt an dem mysteriösen Jungen zu zweifeln. Noras bisweilen eingeworfenen, pointierten Überlegungen sind zudem erfrischend und lockern die doch recht düstere Atmosphäre des Buches immer wieder auf.

Patch gegenüber bin ich hingegen etwas unschlüssig. Er wird zunächst als geheimnisvoller Rebell dargestellt. Seine ganze Art und Weise, wie er auftritt, lassen an einen typischen „Ich wirke gefährlich, bin tief in mir drin aber ein netter Typ“ denken. So riskiert er gerne mal eine dicke Lippe und treibt sich abends in eher zwielichtigen Bars rum, lässt aber trotzdem immer wieder eine Seite an sich durchblitzen, die davon überzeugt, dass er nicht wirklich gefährlich ist. Kurzum: er ist der mysteriöse Bad Boy. Er sagt zur richtigen Zeit das Richtige, spielt bisweilen mit dem Feuer und scheint dunkle Geheimnisse zu haben. Und genau das war auch mein Problem. Ich kann nicht umhin zuzugeben, dass auch ich Patch beim Lesen etwas verfallen bin. Er ist einfach die Sorte von Typ, auf die jedes Mädchen heimlich schielt. Aber ich hatte immer wieder das Gefühl, dass er einfach ein zu perfektes Timing hat, zu perfekt reagiert und zu perfekt ist. Man merkt der Figur leider an, dass eine Frau hier genau das geschrieben hat, was Frauen gerne lesen wollen. Etwas mehr Ecken und Kanten, die nicht so konstruiert erscheinen, hätten dem Charakter sicher gut getan – und hätten verhindert, dass ich im Nachhinein doch ein paar Punkte Abzug geben muss.

Die Geschichte selber ist dafür wieder spannend und gut erzählt. Becca Fitzpatricks Schreibstil ist auf den Punkt getroffen ohne unnötige Schnörkel und überflüssige Dialoge. Gekonnt eingesetzter Wortwitz und das langsame Annhähern an die Thematik fesseln durchgehen an das Buch. Auch hier ist mein einziger Kritikpunkt die Vorkommnisse gegen Ende, die doch zeigen, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, das nach dem altbekannten Muster handelt. Kein warum wird genauer geklärt, Patch und Nora sind einfach unsterblich in einander verliebt und wenn wir einmal ehrlich sind: dieses „Liebe bis in den Tod“-Geschwafel können wir schon seit Twilight nicht mehr haben.

Für Fans von Engelsgeschichten, mysteriösen Typen und dramatischen, verbotenen Liebesgeschichten ist „Hush, hush“ sicherlich ein Volltreffer. Für alle Anderen immerhin eine leichte Unterhaltung, die dennoch Neugierig auf die Fortsetzungen macht.

In Sternen: 3/5

Über die Autorin



Becca Fitzpatrick wurde 1979 Utah (USA) geboren und entdeckte bereits im Kindergarten ihre Liebe zum Geschichten-Erzählen. Allerdings graduierte sie 2001 zunächst mit einem Abschluss in „Community Health“ von der Brigham Young University und arbeitete anschließend als Lehrerin/Sekretärin an einer alternativen Highschool. Sieben Jahre später zog sie schließlich gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn nach Colorado, wo sie dann auch Hush, hush fertig stellte. Noch im selben Jahr fand sie eine Agentin und verkaufte ihr Manuskript erfolgreich an Simon & Schuster. Hush, hush landete schnell auf der New York Times Bestesellerliste und die Fortsetzung Crescendo legte einen guten Verkaufsstart hin. Der dritte Teil der Engelstrilogie („Silence„) wird am 4. Oktober 2011 erscheinen.

Homepage: www.beccafitzpatrick.com

1 Comment
  • Cara
    Posted at 19:29h, 06 Juli Antworten

    Ich hatte einen sehr ähnlichen Eindruck von dem Buch wie du – bei mir hat es am Ende einen Stern mehr bekommen, weil ich doch positiv überrascht war. Vielleicht lese ich aber auch zu wenig aus der dark romance – Ecke, um das besser beurteilen zu können.

    lg, Cara

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