SEARCH

464 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3404165193
8,99€
Reihe: Band 1/9

Inhaltsangabe Gezeichnet – House of Night #1

Wer einem Späher begegnet, dem bleibt nur zu hoffen, dass nicht er gemeint ist. Doch Zoey hat dieses Glück nicht als der Vampyr vor ihrem Spint in der Schule auf sie wartet. Sie wird „gezeichnet“: eine blaue Mondsichel erscheint auf ihrer Stirn und beendet damit ihr bisheriges Leben. Denn jetzt ist sie ein Jungvampyr, Anwärterin auf ein ewiges Leben – oder aber zu einem baldigen Tod verurteilt. Denn noch lange nicht jeder, der gezeichnet wird, verkraftet die Wandlung zu einem vollwertigen Vampyr. Sicher ist jedoch, dass sie als erstes ins House of Night muss, dem Internat für Jungvampyre, dem einzigen Ort an dem sie jetzt noch sicher ist.

Schnell wird klar, dass Zoey anders ist als die anderen Jungvampyre. Die Göttin Nyx scheint ihre schützende Hand höchstpersönlich über das sechzehnjährige Mädchen zu halten. Doch aus der Menge hervorzustechen ist das letzte, was sich Zoey wünscht. Als jedoch die „Töchter der Dunkelheit“, eine Schülerverbindung im House of Night, außer Kontrolle geraten muss Zoey sich entscheiden, ob sie ihre Kräfte akzeptiert und für ihre Überzeugungen eintritt oder ob sie die Augen verschließt und sich darauf konzentriert Anschluss in ihrer neuen Umgebung zu finden…

Bewertung des Buches: Lohnt es sich?

Wer denkt, dass eine Geschichte über ein Vampirinternat nicht gut sein kann, der darf sich von „Gezeichnet“ gerne vom Gegenteil überzeugen lassen. Der erste Band der House of Night Reihe ist durchaus eine positive Überraschung.

Ja, woran lag es eigentlich? Vielleicht daran, dass ich mit der festen Überzeugung an das Buch heran gegangen bin, dass es mir sowieso nicht gefallen wird. Vielleicht aber auch ein bisschen an der angenehmen Protagonistin. Zoey ist zwar erst sechzehn Jahre alt, aber bis auf einige nervige Angewohnheiten wirkt sie schon sehr viel reifer und ausgeglichener. Dass sie plötzlich nicht mehr die üblichen Highschoolproblemchen bewältigen, sondern als Jungvampyr ein völlig neues Leben beginnen muss, erfährt man als Leser aus erster Hand sehr glaubhaft. Sie schwankt ganz normal zwischen Schüchternheit und Neugier, ist überwältigt von all den neuen Eindrücken und möchte dennoch einfach das, was alle wollen: dazu gehören und kein Außenseiter sein.

Zwar ist sie von der Göttin Nyx mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet worden und deshalb bei weitem kein gewöhnlicher Jungvampyr doch auch hier bleibt ihr Charakter greifbar. Weder abgehoben, noch allzu übertrieben zurückhaltend erschleicht sich das Mädchen mit der blauen Mondsichel auf der Stirn schnell einige Sympathiepunkte. Mindestens ebenso interessant ist ihr Hintergrund, denn Zoey ist eine waschechte Cherokee und man erfährt über Kultur und Sprache des Indianerstammes immer wieder kleine Fetzen.

Die Charaktere im Buch

Ähnlich sieht es bei den anderen Charakteren aus. Dabei ist es egal, ob es sich um die fiese Erzrivalin handelt oder die nette Zimmergenossin von Zoey – alle entstehen vor den Augen des Lesers und entwickeln ein Eigenleben. Besonders Stevie Rae, Zoeys Mitbewohnerin im House of Night, hat man sich mit ihren fröhlichen, blonden Locken und den Cowboystiefeln richtig gut vorstellen können und schnell ins Herz geschlossen.

Den besonderen Reiz der Geschichte mach wohl auch aus, dass P.C. und Kristin Cast nicht lieblos den Hintergrund einer Schule entworfen haben, in der ihre Geschichte spielt. Überraschend detailgetreu wird von den Räumlichkeiten und auch vom Unterricht erzählt, sodass die Charaktere zusammen mit der Umgebung ein stimmiges Bild geben. Hinzu kommt das – wie ich fand überraschende – „Harry Potter“-Feeling. Denn anders als man es vielleicht von einem Vampirroman erwarten würde, spielt doch sehr viel Magie eine Rolle in der House of Night Reihe. Der mythische Hintergrund der Göttin Nyx, die über die Vampire wacht und der enge Bezug zu den Elementen und magischen Ritualen wirft ein neues Licht auf die Thematik und hat das Potential zu begeistern. Wer also gar nichts mit Magie und Zauberei anfangen kann, der wird vermutlich wenig begeistert von der Geschichte sein, während Fans von diesem Genre hier zusätzlich auf ihre Kosten kommen.

Jugendsprache und Filmzitate

Einzig die Sprache ist es dann, die einen Minuspunkt in der Bewertung verursacht. Oft doch sehr gewollt und nicht gekonnt stören einige jugendliche Ausdrücke den Lesefluss. Genauso die Angewohnheit der Autorinnen, Bemerkungen in Klammern anzuführen. Was witzig und auflockernd wirken soll, verkommt häufig zur moralischen Belehrung, die einem höchstens ein Augenrollen abverlangt. So Zoeys Kommentar zu Paris Hiltons Figur oder dem Liebesleben einiger Jugendlicher. Gerade zu Anfang häufen sich diese Anmerkungen, verlaufen sich aber im Laufe der Geschichte zum Glück und werden gegen Ende hin sehr wenig. Dafür tauchen plötzlich versteckte Filmzitate auf, die in so mancher Situation unfreiwillig komisch wirken (Beispiel: „Große Macht bringt große Verantwortung mit sich“ oder, für die Western-Atmosphäre, „Ich komm schon klar, Stevie Rae“).

Insgesamt verbirgt sich hinter dem ersten Band der House of Night Reihe jedoch ein angenehmes und unterhaltendes Lesevergnügen. Mit überraschenden Details und spannenden Twists nimmt die Geschichte gefangen und macht neugierig auf den Fortlauf der Handlung. Ich hatte ein stumpfes Teenie-Vampirbuch erwartet und habe etwas bekommen, was eigentlich viel mehr in Richtung Magie und Hogwarts als Glitzer-Edward und Schloss Einstein ging.

In Sternen: 4/5

Buch kaufen*

house of night

*Es handelt sich um einen Affiliate-Link

You May Also Like

6 Comments

  • Windfänger 12. August 2012 11:16

    Oh, sehr interessant! Ich habe ähnliche Erwartungen an das Buch, wie du sie hattest, und deswegen habe ich bisher auch eher einen Bogen um die Reihe gemacht. Aber deine Rezension klingt macht mich jetzt ja doch neugierig – vielleicht sollte ich mir das Buch doch mal von einer Freundin ausleihen und mal reinlesen? Vielen Dank für den Tipp! :D

  • his-and-her-books 12. August 2012 19:52

    Ich bin auch HoN-Fan… auch wenn die Serie zwischendurch mal zum Gähnen war, MUSSTE ich doch weiterlesen :-)

    GlG
    Steffi

    PS: Bei der Buchbeschreibung steht „Bastei Lübbe“

  • Miss Bookiverse 13. August 2012 14:19

    Am Anfang fand ich die Reihe auch noch ganz gut, auf jeden Fall unterhaltsam, aber umso weiter es fortschreitet und ich darüber nachgedacht habe, desto schrecklicher finde ich die Reihe. Die Idee ist wirklich ganz nett und wie du hat mir auch das Internatsfeeling und die Sache mit der Götting Nyx und den Elementen gut gefallen, aber die Sprache wird eigentlich nur grottiger und Zoey entwickelt sich zu einer echten Nervensäge. Außerdem nervt die ständige Doppelmoral. Zoey reagiert ganz oft arrogant und stempelt diverse Mädchen als Schlampen ab, wenn sie aber etwas mit 2 (oder mehreren!) Typen gleichzeitig am Laufen hat ist das völlig okay. Und dann die ständige Überbetonung von „Schwule sind völlig okay“, aber dieses Darauf gestoßen werden, nimmt dem ganzen schon wieder die Wirkung (davon abgesehen, dass alle schwulen Figuren ganz schönen Klischees entsprechen). Aber ich bin mal gespannt, was du sagst, wenn du die Reihe weiter verfolgst, was ich jetzt gerade mal stark vermute. :)

  • admin 14. August 2012 09:10

    @Windfänger: Nun… wie es scheint fanden viele den 1. band überraschend gut und alle folgenden dann immer nerviger ;) Jetzt bin ich selber schon wieder gespannt ob ich die Reihe mir noch gefallen wird.

    @Miss Bookiverse: Ich höre das immer häufiger. Alle fanden den ersten Band noch ganz gut und dann nimmt es stetig ab :P Die Sache mit der Doppelmoral und der Überbetonung, dass Homosexualität okay ist, wird mich sicher auch stören. Sowas nervt mich auch in anderen Büchern immer. Mir ist ja schon in „Gezeichnet“ häufiger der eine oder andere Kommentar von ihr aufgefallen, der andere Mädels sehr verurteilt. Nun… ich bin gespannt. Bleibt abzuwarten ob ich mit den Mängeln leben kann oder nicht. Da mir der 1. Teil jetzt doch gut gefallen hat, werde ich auf jeden Fall noch in den nächsten reinlesen. Danach kann ich zur Not noch immer die Reihe abbrechen ;)

  • Miss Bookiverse 14. August 2012 09:38

    Vielleicht hält dich die Reihe ja auch länger gefangen, ich hab ja selbst bis zum 6. durchgehalten ;)

  • Angelina 22. August 2012 17:20

    also ich finde die reihe schon ganz schön spannend…wenn man mal damit angefangen hat, kann man schlecht damit aufhören…ging zumindest mir so :-) bin jetzt schon beim 9. Band

Leave a Reply