Rezension: DinoPark

Rezension: DinoPark

Wie ein böses Omen schwebt bereits die Einleitung des Buches im Raum: Gentechnologie-Firmen greifen nach den Sternen, missbrauchen ihre Macht.

Die Geschichte selber beginnt mit merkwürdigen Ereignissen auf Costa Rica: ein Mädchen wird von aufrecht laufenden Eidechsen angegriffen, eine Ärztin bemerkt, dass immer mehr Babys im Schlaf attackiert werden. Es dauert seine Zeit, aber als Überreste einer dieser „Echsen“ gefunden werden, kommt eine erste Vermutung auf, dass es sich um einen Dinosaurier handeln könnte…
Währenddessen graben der Paläontologe Dr. Alan Grant und seine Assistentin Dr. Sattler das Skelett eines Veloceraptor-Jungen aus, als ein Anwalt in der Einöde ankommt und merkwürdige Fragen zur Firma InGen und Mr. Hammond stellt. Grant hat vor einigen Jahren in beratender Position für Hammond gearbeitet und eine Studie über Babydinosaurier verfasst – mittlerweile aber scheint der 78-jährige mehr als bloß Studien im Kopf zu haben.
Kurz darauf kommt ein Anruf bei Alan und Dr. Sattler an und Hammond bitte beide so schnell wie möglich auf seine private Insel, die Isla Nublar in Costa Rica, zu kommen. Nach kurzem Zögern sagen der Paläonthologe und die Paläobotanikerin schließlich zu und kommen aus dem Staunen nicht raus, als ihnen klar wird, dass Hammond die ganzen Jahre über daran gearbeitet hat Dinosaurier zu klonen und wieder zum Leben zu erwecken.
Dies ist ihm auch gelungen… aber zu welchem Preis? Denn nach einem Stromausfall brechen die Dinosaurier aus ihren Gehegen aus – darunter auch der Tyrannosaurus….

Puh, für Bücher von Michael Crichton eine Inhaltsangabe zu machen, ist immer Schwerstarbeit ;) Auch in „DinoPark“ (Jurassic Park) werden zunächst unzählige Handlungsstränge aufgeführt und langsam verknüpft oder wieder fallen gelassen bis die Hauptakteure der Geschichte endlich auf der Isla Nublar eintreffen. Wer keinen Spaß an verzwickten Handlungssträngen hat und zudem Action von der ersten bis zur letzten Seite erwartet, dürfte mit diesem Buch ein großes Problem haben.
Ich bin eigentlich ein sehr großer Fan dieser Schreibweise, war aber dennoch manchmal geneigt mit den Augen zu rollen und mich zu fragen: wann geht es endlich los?
Als es dann endlich los ging (irgendwann ab Seite 200-irgendwas), habe ich extrem mitgefiebert. Schon von Anfang wurde klar, dass das Buch eben nicht genau wie der Spielfilm ist und so war ich nie ganz im Klaren darüber, was passieren würde. Die Angriffe der ausgebrochenen Dinosaurier auf die Menschen im Park wurden schnell, knallhart und spannend beschrieben. Ich hab sogar zwischendurch an den Fingernägeln gekaut. Ehrlich!

Als Biostudentin war ich natürlich auch hin und weg, wie Crichton mal wieder wissenschaftliche Begriffe im Text unterbringt. Da heißt es einfach nicht: „Sie liefen auf die Nadelbäume zu“, sondern „Sie liefen auf die Koniferen zu“. Auch von der Chaostheorie, Bioethik, Philosophie, Xenopus-DNS oder Mitose war mehrmals die Rede. Es ist für mich jetzt schwer das einzuschätzen, aber ich kann mir vorstellen, dass jemand, der gar keine Ahnung von der Thematik hat, von den langen Beschreibungen auch etwas genervt sein kann. Viele Rezensenten vor mir haben besonders die Erläuterungen der „Chaostheorie“ bemängelt – ich selber habe das aber gerne gelesen.

Insgesamt war ich von dem Buch positiv angetan, obwohl eigentlich alle Wissenschaftler in einen Topf geschmissen werden und ihr Fett abkriegen. Die Grundidee ein wisschenschaftlichen Actionroman zu schreiben, der sich eigentlich mit Ethik und speziell der Bioethik befasst, ist genial. Wer beim Lesen nicht viel nachdenken möchte, muss dies aber auch nicht tun. Michael Crichton drängt seinem Leser nicht seine Moral auf, sondern regt nur zum Nachdenken an. Da der Schreibstil manchmal aber doch etwas holprig war (z.B. viele Wiederholungen an den Satzanfängen), gibt es von mir alles in allem 4/5 Sternen.

Bewertung: 4/5

DinoPark von Michael Crichton
533 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 9783426600214

1 Comment
  • Mondenkind
    Posted at 17:22h, 23 Mai Antworten

    Toll!
    Ich dachte schon, ich wäre der einzige Mensch dem dieses Buch wirklich gefällt :D
    Liebe Grüße

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