Rezension: Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe

Rezension: Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe

Letztes Jahr gewannen Katniss und Peeta die Hungerspiele. Gemeinsam, nur weil sie vortäuschten unsterblich in einander verliebt zu sein. Es war ihre Rettung und wird nun ihr Untergang.

Zurück in ihrem Distrikt, Distrikt 12, sollte eigentlich ein angenehmes Leben auf die Beiden warten: als die Gewinner der tödlichen Hungerspiele steht ihren Familien monatlich viel Geld und Essen zu, sie können in einem komfortablem Haus leben und besitzen sogar den Luxus eines Telefons. Ganz so einfach ist es aber nicht, denn nachdem sie aus der Arena zurückgekehrt ist, kann Katniss nicht mehr mit ihrem besten Freund Gale reden wie zuvor. Er scheint verletzt zu sein, dass sie nun mit Peeta zusammen das glückliche Paar spielt und geht deutlich auf Distanz. Dabei ist sie sich selber nicht sicher, was sie eigentlich will.
Noch viel schlimmer ist allerdings, dass ihr damals unüberlegter Akt – die Weigerung Peeta in der Arena zu töten – in den Distrikten für Unruhen gesorgt hat.
Die seit Jahren unterdrückte und leidende Bevölkerung hat Hoffnung geschöpft und erkennt in Katniss Handeln einen Akt der Rebellion gegen die eiserne Hand des Kapitols.
Dies wird vom Präsidenten mit großem Missmut gesehen und er besucht Katniss persönlich, droht ihr damit ihre Lieben umbringen zu lassen, wenn sie es auf der kommenden Tour der Gewinner durch die Distrikte nicht schaffen sollte die Unruhen zu schlichten.

So sehr sie sich aber anstrengt, sie scheint es nur schlimmer zu machen und Katniss und ihre Spottdrossel-Brosche werden zu einem Zeichen der Untergrundbewegung gegen das Kapitol.
Und obwohl keiner mit einem so offensichtlichen Schlag gerechnet hat, verkündet der Präsident, dass die Hungerspiele dieses Jahr – im Jahr des 75. Jubiläums – etwas ganz Besonderes werden würden: die Kandidaten werden aus den Gewinnern der vorherigen Jahre ausgelost…

Der zweite Band der „Tribute von Panem“ hat mir wortwörtlich den Puls nach oben gejagt. Es scheint, als wäre die Geschichte plötzlich noch viel ernster, viel erwachsener geworden. Die Bedrohung durch das Kapitol, das Leid der Menschen in den Distrikten und mittendrin ein 17-jähriges Mädchen, das zwischen ihren eigenen Gefühlsproblemen und ihrer (ungewollten) Rolle als Symbol einer Widerstandsbewegung hin- und herschwankt, machen das Buch zu einem atemberaubenden Abenteuer, das man nur schwer aus der Hand legen kann.
Erstaunlich realistisch erzählt Suzanne Collins auch diesmal aus der dystopischen Gesellschaft Panems und man fühlt sich als Leser geradezu in das Szenario hineinversetzt. Wenn beschrieben wird, wie knapp das Essen in den unterdrückten Distrikten ist und wie hart die Menschen dort gezwungen werden zu arbeiten, sieht man den gemütlichen Snack am Mittag in der eigenen Hand gleich mit ganz anderen Augen. Auch Katniss scheint seit dem ersten Band gereift zu sein und wächst einem immer mehr ans Herz. Sie wird hineingedrängt in die Rolle einer bedeutenden Rebellin und hat dennoch ganz alltägliche Probleme einer 17-jährigen – das macht sie unheimlich sympathisch und auch glaubwürdig.
Sogar Peeta, mit dem ich als Charakter im 1. Band ehrlich gesagt noch nicht viel anfangen konnte, schafft es mich durch seine hartnäckige und kluge Art von sich zu überzeugen.

Wer also den ersten Band schon verschlungen hat, wird mit dem Ende von „Gefährliche Liebe“ die Luft anhalten und gar nicht fassen können, wie die Geschichte sich noch einmal so spannend steigern konnte! Einzig der fiese Cliffhanger am Ende wurmt mich etwas. Wann kommt der 3. Band noch mal? Ich will ihn sofort! ;-)

Bewertung: 5/5


Gefährliche Liebe von Suzanne Collins
400 Seiten (Hradcover)
Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
ISBN: 9783789132193
17,95€

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