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Für den Starpsychiater Viktor Larenz ist die Welt zusammengebrochen als seine damals 12-jährige Tochter Josy spurlos verschwand. Gerade noch saß er mit ihr im Wartezimmer eines Allergologen, schon wird ihm klar, dass er sie nie wieder sehen wird.
Bis heute ist ungeklärt wie und warum das Mädchen vor vier Jahren einfach aus der Arztpraxis verschwinden konnte und da es weder ein Lebenszeichen noch die Gewissheit über ihren Tod gibt, hat sich Viktor immer mehr aus dem Leben zurückgezogen. Er praktiziert schon lange nicht mehr, war sogar dem Alkohol verfallen. Seine Frau versucht ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, doch der ehemalige Psychiater zieht sich alleine in sein Ferienhaus auf einer kleinen Nordseeinsel zurück.
Hier will er zur Ruhe kommen und nebenbei ein Interview für die Bunte geben. Daraus wird allerdings nichts, als plötzlich eine hübsche Frau an seiner Tür auftaucht und ihn bitte sie zu behandeln. Sie sei eine Schriftstellerin mit Schizophrenie und alle Figuren, die sie erfindet, würden ihr real erscheinen.
Eher widerwillig hört er der Frau fünf Minuten lang zu – und ist sofort verängstigt und fasziniert zugleich: denn die Frau erzählt von ihrer neusten Romanfigur, einem Mädchen namens Charlotte, dessen Schicksal dem seiner Tochter sehr ähnlich ist. Zu ähnlich.
Viktor wird Feuer und Flamme für die vermeintlich neuen Hinweise zu Josys Schicksal und versucht seine Patientin unauffällig zu befragen. Die Parallelen zu seiner entführten Tochter werden immer deutlicher und während er verzweifelt versucht herauszufinden, was passiert ist, spitzt sich die Situation zu. Seine Patientin scheint gefährlich zu sein und ein Sturm fesselt die beiden an die kleine Insel, sodass sie nicht entkommen können…

„Die Therapie“ ist das erste Buch, welches ich von Sebastian Fitzek gelesen habe. Bis jetzt hatte ich nur überschwängliches Lob für den deutschen Thriller-Autor gehört und muss gestehen, dass ich mich nun auch zur Riege der Fans zähle.
Obwohl zu beginn der Geschichte gar nichts Aufregendes passiert, wird man als Leser sofort in den Bann der Ereignisse gezogen. Aus Viktors Sicht erzählt, steigern schon die kurzen Kapitel die Spannung ins unermessliche: beginnt das Buch doch mit dem Verschwinden der Tochter und wird dann unterteilt in Abschnitte „4 Tage vor der Wahrheit“, „2 Tage vor der Wahrheit“ und so weiter. Bereits nachdem Viktor auf der Insel angekommen ist und die mysteriöse Frau kennen gelernt hat, fragt man sich, was ihr Geheimnis ist. Hat sie mit Josys Entführung zu tun? Ist sie wirklich gefährlich und will vielleicht sogar dem Psychiater etwas antun?
Dabei werden nur Stück für Stück neue Erkenntnisse preisgegeben und bringen einen beim Lesen schon dazu auf Hochtouren darüber nachzudenken, wie sich die Geschichte auflösen könnte. Zu einem Ergebnis kommt man aber nicht und ist dadurch nur noch gespannter darauf, was das ganze Geheimnis ist.
So viel darf verraten sein: Am Ende kommt es zu einer Auflösung, die man wahrlich nicht voraussehen konnte und die noch einmal ein anderes Licht auf die Geschehnisse wirkt. Es kam wirklich selten vor, dass ich ein Buch mit so viel Spannung gelesen habe und vom Ende nicht nur nicht enttäuscht war, sondern sogar das Gefühl hatte, dass der Autor noch einmal einen „drauf gesetzt“ hat. Ein durch und durch verwirrender, atemberaubender und hochpsychologischer Thriller, der hoffen lässt, dass Sebastian Fitzek noch mehr ähnlich geniale Bücher veröffentlicht.


Ein wahrer Schatz für Fans von psychologischen Thrillern, in denen man selber mitgrübelt, mitfiebert und am Ende überrascht und buchstäblich umgehauen da sitzt. Grandios!

Bewertung: 5/5


Die Therapie von Sebastian Fitzek
336 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Knaur
ISBN: 9783426633090

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