Rezension: Die Karte meiner Träume

Rezension: Die Karte meiner Träume

T.S. Spivet ist 12 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester auf einer Ranch in Montana. Sein jüngerer Bruder ist vor einiger Zeit bei einem tragischen Unfall gestorben, T.S. fühlt sich dafür mitverantwortlich und auch sonst ist sein Leben nicht einfach: sein Vater, ganz der Cowboy, hat kein Ohr für seine Gedanken und seine Mutter, eine wenig erfolgreiche Insektenforscherin, lebt sowieso in ihrer eigenen Welt.
T.S. größtes Hobby sind daher Karten. Das Zeichnen von allem was er zu Gesicht bekommt tröstet ihn.
Sein einziger Verbündeter ist dabei Dr. Yorn – ein Bekannter seiner Mutter. Als er eines Tages einen Anruf aus Washington bekommt und erfährt, dass er einen Wissenschaftspreis (den Baird Preis) gewonnen hat, macht er sich heimlich und ganz alleine auf die 2400 Meilen lange Reise in die Hauptsadt. Dass dort niemand weiß, dass der berühmte T.S. Spivet erst 12 Jahre alt ist, ist dabei nur ein kleines Hindernis…
Das Buch ist wie eine kleine Schatzkiste. Geschrieben wie das Tagebuch von T.S. enthält es jede Menge Skizzen und Randbemerkungen – teils witzig und teils sehr nachdenklich. Schnell hat man den kleinen, etwas merkwürdigen Kartographen in sein Herz geschlossen und kann mitleiden, wenn er in seiner kindlichen Art über den Tod seines Bruders nachdenkt oder schmunzeln, wenn er stundenlang mit einem Wohnmobil redet. Voller Leben und voll mit den kleinen Eigenarten und Abenteuern eines 12jährigen auf dem Weg zum Erwachsenwerden, hat mich das Buch einfach begeistert!
Für Nicht-naturwissenschaftler dürfte es manchmal etwas schwierig sein festzustellen, was T.S. mit seinen merkwürdigen Randbemerkungen meint. So schreibt er z.B. über die 3 Newton’schen Axiome, Entropiezunahme oder über Mandibeln und Maxillen… aber gerade dass er so ein kleiner Klugscheißer ist, hat mir doch das Eine ums Andere mal sehr gut gefallen.
Definitiv kann man das Buch nicht „mal eben“ so weglesen… aber wenn man sich einmal reingefunden hat, will man das auch gar nicht mehr.
Empfehlen würde ich es also jedem, der keine Angst vor Naturwissenschaften hat, verschrobene 12jährige mag und in einer Geschichte auf kein Gefühl aus dem großen Gefühlsspektrum verzichten möchte!
Ich wünschte, es gäbe eine Fortsetzung die mehr von Tecumseh Sparrow Spivets Abenteuern berichtet!

Die Karte meiner Träume von Reif Larsen
ISBN: 978-3100448118
Verlag: Fischer
435 Seiten (Hardcover)

No Comments
  • Stephanie
    Posted at 20:55h, 08 November Antworten

    Das Buch ist ja rein optisch schon der absolute Knaller. Ich konnte mich daher nicht davon abhalten, es zu kaufen. Leider hab ich immer noch keine Zeit gefunden, endlich mit der Geschichte loszulegen. Ich glaub, bei dieser Geschichte will ich einfach alle Sinne beisammen haben, damit mir nichts entgeht. Es gibt einfach zu viele gute Bücher und viel zu wenig Zeit. :(

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