Rezension: Der Trakt

Rezension: Der Trakt

Du wachst auf. Um dich herum ist alles dunkel und du brauchst einige Zeit um dich an das schwache Licht zu gewöhnen. Jetzt bemerkst du, dass du in einem Krankenhauszimmer liegst.
Aber was ist passiert?

So ähnlich geht es Sibylle Aurich als sie erwacht. Das Krankenhauszimmer, in dem sie sich befindet, wirkt merkwürdig isoliert – es gibt nicht einmal eine Klingel um sich bemerkbar zu machen. Noch merkwürdiger wird es, als sie sich daran erinnern kann, dass ihr Kind entführt wurde. Lukas – ist das Einzige was sie denken kann.
Aber wieso ist sie überhaupt im Krankenhaus? Was ist passiert?
Der Arzt, der kurz darauf in ihr Zimmer kommt, will ihr jedenfalls keine Fragen beantworten sondern wirkt eher geheimniskrämerisch. Sie habe gar keinen Sohn, sagt er ihr.
Ihr Gefühl sagt ihr aber etwas Anderes und auch, dass sie 3 Monate im Koma gelegen haben soll, erscheint ihr so grotesk, dass sie Panik bekommt.
Nur mit Mühe kann sie dem Arzt entkommen und sich aus dem Keller des Krankenhauses einen Weg ins Freie bahnen. Verwirrt, verunsichert und ganz alleine trifft sie auf Rosie, eine 60-jährige Frau mit quietschroten Haaren. Rosie ist sofort hilfsbereit und fährt Sibylle erst einmal zu der Adresse, die sie ihr nennt.
Dort wohnt Sibylle angeblich mit ihrem Mann und ihrem Sohn Lukas zusammen, aber als Hannes die Tür öffnet, erkennt er seine Frau nicht wieder und streitet ab, jemals einen Sohn gehabt zu haben…

So beginnt für Sibylle eine verworrene Suche nach Antworten: Wer ist sie? Wo ist ihr Sohn? Was hat man mit ihr in dem Keller gemacht? Und wer steckt alles dahinter?

Über das Buch hatte ich bis jetzt fast nur Gutes gehört und mich sehr darauf gefreut es zu lesen. Direkt enttäuscht wurde ich nicht, aber es bot sich mir auch keine so spannende Geschichte, wie ich erhofft hatte.
Zuerst kam mir alles etwas bekannt vor. Von der Thematik her dachte ich zunächst an Filme wie „Doppelmord“ oder „Gothika“. Zum Glück entwickelt sich „Der Trakt“ dann doch noch anders aber bis auf kleinere Details fand ich persönlich die Auflösung des Thrillers vorhersehbar. Bereits nach weniger als der Hälfte hatte ich mir ungefähr ein Bild machen können und die Spannung war irgendwie futsch.
Ansonsten fand ich das Buch aber angenehm geschrieben und gut lesbar. Die Seiten flogen nur so dahin und die Perspektivwechsel – mal aus der Sicht von Sibylle und mal aus der von einem von Sibylles Verfolgern – brachten eine schöne Abwechslung ins Geschehen.
Wäre mir nicht gleich schon die Spannung nach der Hälfte verloren gegangen, hätte ich mit Sicherheit mit „Der Trakt“ eine atemberaubende Geschichte in der Hand gehabt.

Empfehlen würde ich das Buch allen, die sich für medizinische Thriller interessieren und auf verworrene Storylines stehen. Nur tut euch den Gefallen und fragt euch nicht schon vorher wie das Buch ausgehen könnte, sondern lest einfach… damit ihr euch die Spannung nicht versaut ;-)

Bewertung: 3/5

Der Trakt von Arno Strobel
359 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Fischer
ISBN: 9783596186310
8,95€

1 Comment
  • Cara
    Posted at 15:31h, 24 Mai Antworten

    Toller Blog, werde hier nun öfter vorbeischauen! Wenn ich sehe, was du dieses Jahr schon alles gelesen hast….ich habe zu Kafka am Strand noch einen Kommentar geschrieben bei mir, finde das Buch auf jeden Fall empfehlenswert!

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