Rezension: Deadly Little Secret

Rezension: Deadly Little Secret

Er bewundert dich. Er findet dich wunderschön. Er sieht dich. Immer.
 

Camelia ist ein recht normales 16-jähriges Mädchen. Sie geht zur Highschool, hat eine beste Freundin und einen guten Kumpel. Ihre Mutter ist ein bisschen auf dem Ökotrip, aber außer über das übertrieben gesunde Essen, kann sie sich über nichts beschweren. Als sie beinahe von einem Auto angefahren wird und ein Junge sie in letzter Sekunde aus dem Weg schubst, merkt sie sofort, dass etwas an ihm anders ist. Seine Berührung löst ein merkwürdiges Gefühl in ihr aus.
Es dauert allerdings mehrere Monate, bis Camelia ihren Retter wieder sieht. Die Schürfwunden mittlerweile verheilt, ist sie erpicht darauf sich endlich bei ihm bedanken zu können. Doch der neue Schüler hat es von Anfang an nicht leicht: schnell machen Gerüchte die Runde, dass er für den Tod seiner Exfreundin verantwortlich ist – sie gar selber umgebracht hat. Ben nimmt die Ausgrenzung relativ gelassen hin, doch Camelia fühlt sich schnell so sehr zu ihm hingezogen, dass sie immer wieder den Kontakt sucht.

Bald schon erhält sie selber merkwürdige Geschenke und Anrufe, die immer bedrohlicher zu werden scheinen. Hat es jemand auf sie abgesehen?

Von “Deadly little secret” kann man nur begeistert sein! Zugegeben: die Anfangsszene mit dem Autounfall erinnert einen leider stark an “Twilight”, aber zum Glück hat man es hier nicht mit einer naiven Schülerin und einem furchtbar attraktiven Vampir zu tun. Denn obwohl hier übernatürliche Elemente eine Rolle spielen, ist die Geschichte an sich etwas absolut Neues im Fantasy-Regal der Jugendbuchabteilung. Noch hinzu kommt, dass das Hauptmerk nicht auf der Liebesgeschichte liegt, sondern sich auf eine durchaus sehr reale Gefahr verlagert. Camelia hat nämlich einen Stalker und die Bedrohung, die von dieser unbekannten Person ausgeht, wird von Kapitel zu Kapitel greifbarer.

Immer wieder stehen zu Beginn der neuen Kapitel kleine Briefchen, die der/die Stalker/in verfasst hat. Was schwärmerisch und beinahe schmeichelnd beginnt, steigert sich schnell in abgrundtiefen Hass und Morddrohungen. Während man also Camelias uns Bens Geschichte verfolgt, weiß man als Leser immer mehr um die sich zuspitzende Situation, die sich im Hintergrund abspielt. Als dann die ersten Übergriffe auf Leben des Mädchens stattfinden, sitzt man als Leser nägelkauend vor dem Buch und möchte unbedingt wissen, wie es mit dem Stalker weiter geht und ob die 16-Jährige der Gefahr entkommen kann.

Im Endeffekt hat man also mit “Deadly little secret” einen richtigen Thriller in der Hand. Selten empfand ich die Schilderungen einer solchen Geschichte derart bedrohlich und real, sodass sie Spannung kontinuierlich auf einem hohen Niveau gehalten wurde.
Camelia selber ist eine sehr sympathische Protagonistin, mit der man gerne mitfiebert. Bisweilen ist sie etwas “anders” als ihre Altersgenossen (sie töpfert zum Beispiel in ihrer Freizeit und als Nebenjob), aber dennoch – oder gerade deshalb – ist man froh keine stereotype Protagonistin vor sich zu haben. Ihre Beziehung zu Ben entwickelt sich ebenfalls sehr langsam und glaubwürdig. Es gibt Höhen und Tiefen und ewige Liebesschwüre kommen zum Glück auch nicht vor. Am Ende kommt es sogar ganz anders als erwartet.

Bis dahin ist man als Leser gut damit beschäftigt zu raten, wer der Stalker (oder gar die Stalkerin!) ist. Laurie Faria Stolarz schafft es meisterhaft immer wieder Zweifel zu säen – man kann jeden (und jede) zwischenzeitlich verdächtigen und entwickelt geradezu eine eigene Paranoia vor den anderen Charakteren im Buch: seien es ihre Freunde, Mitschüler, Ben oder ihr Vorgesetzter. Von jedem könnte die Bedrohung ausgehen.

Definitiv eine Geschichte mit extremer Sogwirkung! Trotz hauchzart eingearbeiteten Fantasy-Elementen eher ein sehr realistischer Thriller, der sich schnell zum Page-Turner entwickelt. Erfrischende, neue Themen, fetzige Sprüche und ein durchgehendes Gänsehaut-Gefühl… mehr will man von einem guten Buch auch gar nicht.

Bewertung: 5/5

 

Deadly Little Secret von Laurie Faria Stolarz
272 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Hyperion Book CH
Sprache: Englisch
ISBN: 978-1423111986
6,40€

Die Reihe:
1. Deadly Little Secret (Touch #1)
2. Deadly Little Lies (Touch #2)
3. Deadly Little Games (Touch #3)

5 Comments
  • Pia
    Posted at 17:13h, 07 März Antworten

    Das Buch hört sich wirklich toll an und ich schreib es mal gleich auf meine Wunschliste, aber schon wieder eine Trilogie? Das darf doch nicht wahr sein :/ Ist das Buch denn in sich abgeschlossen oder meinst du, dass Fortsetzungen angemessen sind?
    Tolle Rezi :)

  • admin
    Posted at 17:29h, 07 März Antworten

    Ja, ich kann das mit den Trilogien so langsam auch nicht mehr sehen -_- Dieses hier ist aber von der Geschichte her in sich abgeschlossen. Ich gehe auch davon aus, dass die folgenden Bände abgeschlossen sind und dass es sich hier eher um eine Reihe handelt, in der es zwar immer um die selben Protagonisten geht, die Geschichten aber jeweils nur über ein Buch gehen. Immerhin muss man so nicht schon wieder auf irgendeine Fortsetzung warten ;)

  • Crini
    Posted at 20:11h, 07 März Antworten

    Hört sich wirklich super an. Schöne Rezension. Wieder ein Buch mehr auf meiner Wunschliste =)lg

  • Nina [libromanie]
    Posted at 20:13h, 20 März Antworten

    Klingt interessant, wird auf die Wunschliste gesetzt. Danke für den Tipp! :)

    • admin
      Posted at 17:41h, 23 März Antworten

      Gern geschehen! :)

Post A Comment