Rezension: Daughter of Smoke and Bone

Rezension: Daughter of Smoke and Bone

Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten von Laini Taylor
491 Seiten (Hardcover)
Verlag: Fischer Fjb
ISBN: 978-3841421364
16,99€

Inhalt


Prag: eine uralte Stadt voller kleiner Gassen und alter Gemäuer, hinter denen sich unzählige Geschichten und Geheimnisse verstecken. Eins dieser Geheimnisse hütet die junge Kunststudentin Karou. Mit ihren knallbonbon-blauen Haaren zeichnet sie Tag für Tag die außergewöhnlichsten Figuren in ihr Skizzenheft. Monster mit Hörnern, Vogelköpfen oder menschlichem Oberkörper und dem Unterkörper einer Schlange. Und im Gegensatz zu ihren Mitstudenten weiß sie, dass diese Wesen tatsächlich existieren – denn sie besucht sie regelmäßig, erledigt sogar Aufträge für sie. Immerhin hat die angsteinflößende Chimäre mit den Hörnern sie groß gezogen. Aber wer sie eigentlich ist, das weiß Karou nicht. Denn schon immer hat sie sich gefragt, wieso sie – ein Mensch – im geheimnisvollen Laden von Brimstone aufgewachsen ist. Wo ihre Eltern eigentlich sind und wo die verbotene Tür am anderen Ende des Ladens hinführt. Das Einzige, mit dem Kaoru ansonsten vertraut ist, ist das Halbwissen über die Wünsche. Denn das produziert ihr Ziehvater: ganze Ketten voller kleiner Wünsche, größere Münzen für größere Wünsche und sogar Münzen für die ganz mächtigen Wünsche. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Karou mehrere Sprachen fließend spricht, ihre Haare von Natur aus quietschblau sind und sie durch die eine Tür im Laden in alle Länder der Welt reist. Doch die Idylle um ihr Doppelleben ist bald vorbei, als die Zugangsportale zu Brimstones Laden plötzlich alle mit eingebrannten Handabdrücken gezeichnet werden und überall dort merkwürdige, engelsgleiche Gestalten mit riesigen Flügeln aufftauchen. Die Kunststudentin gerät mitten hinein in einen Krieg, der sich eigentlich gar nicht in der Menschenwelt abspielt, aber der ihr Antworten auf ihre Fragen geben kann. Wäre nicht ausgerechnet ihr größter Feind auch der Mann, in den sie sich in Marrakesh verliebt…

Bewertung


Der Auftakt zu Laini Taylors Jugendbuchreihe, hat es gleich schon in sich. Die Geschichte ist außergewöhnlich, fantasievoll und bringt einen das eine ums andere Mal zum Schmunzeln.

Besonders herauszuheben ist der wunderschön märchenhafte Schreibstil der Autorin. So, wie sie zu Beginn Prag beschreibt, entsteht das Bild dieser Stadt vor den Augen des Lesers und lässt einen eintauchen in Karous Leben. Das Mädchen selber ist eine sehr starke Persönlichkeit. Nicht nur, weil sie mit Waffen umzugehen weiß und so lange sie denken kann ein kompliziertes Doppelleben führt, sondern auch, weil die durch ihre Handlungsweise heraussticht. Sie ist mutig und ein wenig eigenwillig, manchmal etwas naiv aber durch und durch eine starke „Heldin“ in diesem Buch.

Wer nicht ganz so uneingeschränkt sympathisch erscheint, ist hingegen ihre beste Freundin Zuzanna. Immer wieder lockert sie allzu ernste Situationen damit auf, dass sie ihr Herz auf der Zunge trägt und vor keinem bissigen Kommentar zurückschreckt. In manchen Situationen kam mir ihr Verhalten allerdings etwas übertrieben vor. Gerade, weil es sich hier auch um ein Jugendbuch handelt, bei der die Altersempfehlung ab 14 Jahre liegt, sind einige ihrer Bemerkungen grenzwertig.
Letztendlich tut das aber der Geschichte keinen Abbruch. Allein schon mit den sehr eindringlichen Beschreibungen der Autorin, wird man von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

„Hier und da fielen Federn vom Himmel wie weißes Feuer, und sobald sie den Boden berührten, wurden sie zu Asche. In Delhi streckte eine Ordensschwester ihre Hands aus und fing eine der Federn wie einen Regentropfen auf, aber im Gegensatz zu einem Regentropen brannte sie auf ihrer Haut und schmorte den perfekten Umriss einer Feder in ihr Fleisch. ‚Engel‘, flüsterte sie, den Schmerz genießend.“ (S. 67)

Denn egal wie viele fantastische Ideen Laini Taylor uns Lesern vorsetzt (und davon hat sie einige!), sie bleiben greifbar und glaubwürdig dadurch, dass sie es versteht ihnen Substanz zu geben. Man hat die ganze Zeit über das Gefühl einen vor Farben sprühenden Film zu betrachten, während man sich durch die Geschichte liest, die mit „Zwischen den Welten“ erst ihren Auftakt findet.

Und obwohl es sich um den ersten Band der Reihe handelt, muss man sich nicht bloß mit einer langwierigen Beschreibung der Charaktere und ihrer Umgebung zufrieden geben, sondern erfährt schon so viel Interessantes, dass man die Folgebände gebannt erwartet. Denn erst nach und nach setzen sich die Puzzleteile Karous Geschichte verständlich zusammen und werfen damit noch mehr Probleme auf.
Eins davon, wie bereits am Anfang erwähnt, ist die Liebesgeschichte, die natürlich nicht fehlen darf. Hier gibt es allerdings einige Minuspunkte von mir, denn auch, wenn erklärt wird, warum es so ist, ist doch das „sich in einander verlieben“ einfach viel zu kurz abgehandelt worden. Man wünscht sich ein paar mehr besondere Momente, die Karous Gefühle auch für den Leser glaubhaft rüberbringen.

Ansonsten lässt sich zusammenfassend sagen, dass Laini Taylor mit „Daughter of Smoke and Bone“ ein außergewöhnlicher Serienauftakt gelungen ist. Wer bereits andere Bücher der Autorin kennt (z.B. „Der verbotene Kuss“) weiß um ihren sehr bildhaften und verträumten Schreibstil, der dennoch nicht ins kitschig-Melodramatische abrutscht. Die Ideen, mit denen sie uns Fantasyleser überrascht, sind allesamt neu und vermögen es zu begeistern. Kleinere Schwächen übersieht man dann gerne, sodass ich persönlich sagen muss: kauft euch dieses Buch. Es wird euch überraschen und es wird euch verzaubern.

In Sternen: 4/5

1 Comment
  • Favola
    Posted at 13:26h, 12 April Antworten

    Nachdem ich meine Rezi nun auch endlich überarbeitet und online gestellt habe, kann ich mal ein bisschen schmökern, was denn die anderen so zu DoSaB meinen . . .

    Deine Rezi habe ich sehr gerne gelesen . . . und das Zitat ist wirklich schön ausgesucht. Aber es gab in diesem Buch wirklich viele, schöne, bildhafte Stellen.
    Mir war zwar Zuzan sympathisch, da sie eine wirklich treue Seele ist, doch ich hatte vor allem zu Beginne meine liebe Mühe mit Akiva. Aber das ist vielleicht mein persönliches Problem, denn irgendwie werde ich mit geflügelten Wesen einfach nicht so recht warm.

    lG Favola

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