Rezension: Dash & Lilys Winterwunder

Rezension: Dash & Lilys Winterwunder

Dash & Lilys Winterwunder von Rachel Cohn und David Levithan
320 Seiten (Broschiert)
Verlag: cbt
ISBN: 978-3570161166
12,99€

Inhalt


New York ist zur Weihnachtszeit ein Paradoxon. Noch immer laut, blinkend und pulsierend – doch auch besinnlich, fröhlich und gütig. Dash hasst das. Er findet Weihnachten und alles damit Verbundene furchtbar, deklariert gleich zu Beginn, dass „Familie wie Arsen“ sei – nur in kleinen Dosen genießbar. Doch dann landet er drei Tage vor Heiligabend in seiner Lieblingsbuchhandlung „Strand“ und zwischen all den angestaubten Büchern im Regal lacht ihn ein kleines, rotes Notizbuch an. Ein Blick hinein verrät ihm, dass es nicht zum Inventar des Ladens gehört und eine mysteriöse Lily ihn zu einer Schnitzeljagd heraus fordert. Etwas an der unbekannten Schreiberin macht ihn neugierig und er beschließt, sich auf das Spiel einzulassen – wenn auch nach seinen und nicht ihren Regeln. Schnell entwickelt sich daraus eine Spurensuche quer durch das weihnachtliche New York und die beiden Teenager tauschen über das rote Büchlein ihre Gedanken und Gefühle aus. Doch als die Frage aufkommt, ob sie sich wahrhaftig treffen sollen, kommen beiden Zweifel. Kann denn jemand, den man nur durch seine Worte kennt, der Realität standhalten?

Bewertung


Rachel Cohn und David Levithan sind schon durch „Nick & Norahs Soundtrack einer Nacht“ mit ihrem New York und ihren verrückten Geschichten in unserem Leserherz gelandet. „Dash & Lily“ entführen uns nun in eine Weihnachtswelt, die vielleicht sogar wirklich ein kleines Wunder bereithält.

Wieder war ich vor allem begeistert von den Charakteren. Sowohl Dash, als auch Lily sind auf geradezu verstörende Weise real. Manchmal habe ich mich beim Lesen dabei ertappt, wie ich dachte: Oh nein, dieser Charakterzug würde mich tierisch nerven, wenn ich die beiden kennen würde. Denn aus Lily wird ab und zu mal Schrilly und Dash wirkt auf Außenstehende oft etwas schnöselig. Sie haben Schwächen, Ecken und Kanten – ganz, wie echte Menschen. Aber was sie wirklich ausmacht, lernt man als Leser genauso gut kennen. Und mit ihrem ganzen Charme gewinnen sie einen schnell für sich. Gerade Dash ist mit seiner Liebe zu den Büchern die reine Freude für das Leserattenherz. Schließlich stellt er gleich zu Anfang klar:

„Ich bin ein totaler Bücherwurm, was ein hoffnungslos altmodisches Wort ist, das mir schon allein deswegen gefällt.“ (S. 10)

Geben wir mal zu: uns Bücherwürmern, Leseratten und Bucheulen geht es doch genauso. Wie also könnte man den Protagonisten nicht in sein Herz schließen?
Mindestens genauso interessant ist Lily, die man etwas schneller als Dash kennen- und verstehen lernt. Cohn und Levithan haben tatsächlich Charaktere geschaffen, die man auch in seinem Freundeskreis finden kann und die weitaus realistischer erscheinen, als man es aus vielen anderen Büchern kennt.

Die Geschichte selber ist ebenso interessant, wie ihre Darsteller. Man durchlebt ein Auf und Ab, ist immer gespannt was als nächstes geschieht und wo das rote Notizbuch die beiden hinführt. Quer durch das festliche New York – mal in die Touristenhochburgen, mal in kleine Läden und mal mitten in den Weihnachtstrubel. Und selbst als größter Weihnachtsmuffel kommt man nicht drum herum dem zauberhaften Geschehen etwas abzugewinnen. Und als Leser kreisen wir immer um die Frage: werden die beiden sich irgendwann wirklich begegnen und wenn ja, gibt es ein Happy End? Verraten möchte ich darüber natürlich nichts, aber mit Hilfe einiger kleinerer und größerer Winterwunder überrascht uns die Geschichte immer wieder aufs Neue.
Mein einziger Wehrmutstropfen war, dass es zwischendurch doch sehr überspitzt wunderlich wird. Die ansonsten so bodenständig-zauberhafte Erzählung nimmt an einer Stelle leicht groteske Züge an und irritiert mit ungewohnter Überdrehtheit.
Aber vielleicht muss man das einfach als ein weiteres Winterwunder akzeptieren und sich ganz auf die Geschichte und ihre Protagonisten konzentrieren. Denn Cohn und Levithan haben insgesamt tatsächlich eine erfrischende, wunderschöne und weihnachtliche Erzählung abgeliefert, die man am besten mit ein paar Plätzchen, einer heißen Tasse Kakao und dem Weihnachtsbaum im Hintergrund liest. Genau das Richtige für kalte Wintertage, an denen man auch mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert bekommen möchte. Eben ein kleines Winterwunder, wie der Titel zu Recht verspricht.

In Sternen: 4/5

4 Comments
  • Nanni
    Posted at 09:19h, 07 Dezember Antworten

    Noch eine begeisterte Stimme zu „Dash und Lilys Weihnachtswunder“….ich glaube, nun muss ich das Buch doch auch haben!!

    Liebe Grüße Nanni

  • admin
    Posted at 23:05h, 07 Dezember Antworten

    Kennst du schon „Nick und Norahs Soundtrack einer Nacht“? Wenn dir das gefallen hat, dann wirst du auch das Neue der beiden Autoren mögen :) Eine frische Idee, schön umgesetzt ist es auf jeden Fall!

  • Sabrina
    Posted at 16:01h, 08 Dezember Antworten

    Das Buch hört sich wirklich gut an, aber nachdem ich mit dem Schreibstil in Nick & Noral’s Buch so viele Problem hatte, weiß ich nicht, ob ich den beiden Autoren noch eine Chance geben soll.

  • admin
    Posted at 16:08h, 08 Dezember Antworten

    Was hat dir denn bei Nick & Norah nicht am Schreibstil gefallen? Vielleicht kann ich dir ja sagen, ob das hier genauso oder anders ist :)

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