Rezension: Das Böse in Uns

Rezension: Das Böse in Uns

Du hast ein Geheimnis, das du unbedingt bewahren willst weil es zu schlimm ist? Dann solltest du aufpassen, dass der Prediger dich nicht kriegt!

In Cody McFadyens drittem Teil der Reihe um Agentin Smoky Barrett taucht man als Leser in ein ganz neues Schreckensszenario ab: Zunächst wird der transsexuelle Sohn eines Präsidentschaftskandidaten mitten auf einem Flug ermordet – und was aussieht, wie eine politisch motivierte Tat, entpuppt sich schnell als nur die Spitze des Eisberges, denn schon wenige Tage später wird eine neue Leiche gefunden… diesmal eine Ex-Prostituierte.
Smoky und ihr Team sind fassungslos, als dann auf einer Internetplattform auch noch Videos des Mörders auftauchen: Er nennt sich „der Prediger“, er hat bereits über 100 Menschen getötet und er kennt die Geheimnisse seiner Opfer…
So müssen die leidenserprobte Agentin und ihr altbewährtes Team nicht nur alle bereits begangene Morde aufklären und stolpern dabei über verstörend-schreckliche Geheimnisse, sondern müssen auch den „Prediger“ finden bevor er sein nächstes angekündigtes Opfer, ein Kind, in seine Fänge bekommt.

Wie man es von McFadyen gewöhnt ist, hat es auch dieser Thriller wieder in sich: heftig, sexlastig und immer die ungeschminkte Wahrheit. Die Idee, dass ein Mann im Namen Gottes Menschen mit schrecklichen Geheimnissen – mit Sünden – mordet, fand ich sehr interessant und spannend. Nicht nur weil auch Smoky scheinbar ein Geheimnis hat, sondern auch, weil mit der gesamten Geschichte um einen fanatischen Katholiken genau der aktuelle Nerv der Zeit getroffen wurde.
Ich persönlich konnte das Buch sehr gut lesen: die Sprache ist – bis auf kleinere Ausnahmen – sehr flüssig und hat sich seit dem 1. Band kontinuierlich verbessert, die Geschichte ist von Anfang bis Ende spannend und interessant (wenn auch nicht rasant) erzählt und ich hatte bis kurz vorm Finale keine Ahnung wer tatsächlich der Mörder ist.
Bemängeln kann ich höchstens etwas, wenn ich das berühmte Haar in der Suppe suche: Wer schon die vorherigen Bände von Cody McFadyen gelesen hat, wird bemerken, dass er für die Personenbeschreibungen am Anfang des Buches scheinbar die Copy-and-Paste Funktion etwas überstrapaziert hat. Der Verlauf von Smokys Narben über ihr Gesicht und die Charaktereigenschaften ihrer Freunde/Mitarbeiter kamen mir verdächtig bekannt vor… wortwörtlich. Außerdem bin ich über einen kleinen Logikfehler gestolpert – der beeinträchtigt die Handlung aber gar nicht und dürfte den meisten Leuten nicht einmal auffallen ;) Lediglich das Ende muss ich zwiegespalten betrachten: Zum Einen hatte ich mit dem letzten Kapitel ein großes Grinsen im Gesicht und habe mich über das letzte zu enthüllende Geheimnis des Buches schadenfroh amüsiert, zum Anderen aber ging alles gegen Ende so plötzlich und es kam viel zu viel auf einmal. Tut meiner Meinung nach dem Buch aber keinen großen Abbruch und es hat sich für mich mal wieder gelohnt einen „Mc Fadyen“ zu lesen.

Für alle, die bereits die andern beiden Bände („Die Blutlinie“ und „Der Todeskünstler“) kennen, möchte ich auch noch einmal einen kurzen Vergleich aufführen:
Ist das erste Buch noch hauptsächlich schockierend weil detailliert physische Gewalt beschrieben wird und ist im zweiten Buch das Hauptmerkmal auf psychischer Gewalt, so vereint dieser dritte Band beide Merkmale. Durch die „dunklen Geheimnisse“ der Opfer des Predigers, wird der Leser ständig mit Geschichten konfrontiert, die einem doch sehr an die Nieren gehen und durch die nicht gerade blumige Sprache und beschriebene Gewalt ist ein mal mehr ein guter „Thrill“ garantiert. Insgesamt würde ich „Das Böse in Uns“ sogar mit einem halben Stern mehr als seine Vorgänger bewerten.

Bewertung: 4/5



Das Böse in Uns von Cody McFadye
448 Seiten (Hardcover)
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9783785723395
19,95€

Neu: auch erhältlich als Taschenbuch
ISBN: 9783404164219
9,99€

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