Rezension: Big Fish

Rezension: Big Fish

Will ist zurückgekehrt in seine Heimatstadt um am Totenbett seines Vater zu wachen. Edward Bloom war Zeit seines Lebens nie ernsthaft oder realistisch, sondern hat seinem Sohn Will alles über sich in kunterbunten Geschichten oder Witzen erzählt. So hat er zum Beispiel mit einem echten Riesen gekämpft, ist zu einer untergegangenen Stadt getaucht oder musste eine Stadt durchqueren, die keinen Namen trägt und in der nur gescheiterte Menschen hausen. Mit bloßen Händen hat er einem gefährlichen Hund das Herz herausgerissen, vielen Menschen das Leben gerettet und die Frau seiner Träume mit seinem Charme betört.
Wer aber war Edward Bloom wirklich?
Will versucht die sich letzte ihm bietende Gelegenheit zu nutzen um seinen Vater wirklich kennen zu lernen…

Das Buch ist aufgebaut wie viele kleine Kurzgeschichten, die sich immer um Edward Blooms fantastisches Leben drehen und dabei die Realität umrunden wie ein Fisch den Angelhaken. Immer wieder wird der Leser aus der Traumwelt des alten Mannes gerissen um die traurige Gegenwart zu erfahren, in der Edward im Sterben liegt und sich noch immer weigert von seinen Witzen und Geschichten Abstand zu nehmen obwohl sein Sohn sich dies so sehr wünscht.
Der Schreibstil war mir persönlich etwas zu abgehackt: die Sätze waren meistens sehr kurz oder mit Wiederholungen gefüllt (so was wie „hin und her und her und hin…“), sodass ich nicht vollends in die fabelhafte Geschichte eintauchen konnte. Dadurch hatte ich eine ständige Distanz zu den Charakteren, die mich nicht hat mitfiebern lassen; der berühmte „Funke“ wollte einfach nicht überspringen. Dass es sich hier dennoch um eine unglaublich fantasievolle Geschichte handelt, hat bereits Tim Burton mit seiner Verfilmung bewiesen. Ganz untreu meinem Motto, dass das Buch immer besser als der Film ist, empfehle ich hier tatsächlich eher den Film. Burton hat nämlich, anders als der Autor Wallace, eine besondere Atmosphäre geschaffen, in der man versinken und – ganz wie ein Fisch – nie wieder auftauchen möchte.

Bewertung: 2/5


Big Fish von Daniel Wallace
221 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 9783426627044

4 Comments
  • Dani
    Posted at 21:24h, 10 April Antworten

    Jaaaa, doof, dann muss ich das wohl doch nicht lesen wa? ;) Dann guck ich mir doch lieber noch mal den Film an!

  • Sarah
    Posted at 09:46h, 11 April Antworten

    Stimmt, ich fands total schade, dass mich das Buch so einttäuscht hat :( Na, wenigstens konnte man es schnell lesen und weh getan hats auch nicht XD

  • Lisa
    Posted at 12:15h, 11 April Antworten

    Den Film hab ich gesehen und auch toll gefunden. Tatsächlich hab ich mir schon mal überlegt, ob ich das Buch lesen soll – das werde ich jetzt wohl nicht tun. Danke für die Rezension!
    Ich liebe Tim Burton Filme und hab da bei Buchverfilmungen nur positive Überraschungen erlebt, wie bei „Charlie und die Schokoladenfabrik“ – da gefiel mir der Film auch besser

  • Markus Tillmanns
    Posted at 20:52h, 22 Juni Antworten

    Ja, im direkten Vergleich von Film und Buch kann ich nur zustimmen. Bei Tim Burton kommt das Magische der Handlung zum Ausdruck, die Kraft der Erzählung. Ich glaube, ein Trick liegt darin, dass er sich recht dünne Vorlagen sucht. Da fällt die Enttäuschung über alles, was in der Verfilmung ausgelassen wurde, schon einmal weg …

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