Rezension: Angelfall

Rezension: Angelfall

Angelfall von Susan Ee
Kindle Edition
Dateigröße: 363 KB
Verlag: Feral Dream
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Englisch
0,89€

Inhalt


Es ist eine wahrhaft dunkle Zeit für die Menschen angebrochen. Das Lachen ist den Ungläubigen im Halse stecken geblieben, seit vor knapp sechs Wochen die Apokalypse begann. Heerscharen von Engeln haben sich auf den Weg zur Erde gemacht – und bringen Tod, Zerstörung und Leid mit sich. Doch nicht nur die majestätischen Todesboten in der Luft machen das Leben für die übrig gebliebenen Menschen schwer, auch andere Gefahren lauern plötzlich an jeder Ecke. Tagsüber sind es die Straßengangs, die mit eiserner Härte ganze Gebiete erobern und in wilder Anarchie eine Atmosphäre der ständigen Angst hinterlassen. Nachts hingegen flüchten selbst die grausamsten Bandenmitglieder in ihre Unterkünfte und verschließen den Türen, denn halb aufgefressene Menschenleichen zieren die verlassenen Straßen der großen Städte. Unbekannte Wesen lauern im Dunklen, bereit verirrte Überlebende anzufallen.

Mittendrin in diesem düsteren Chaos befindet sich Penryn mit ihrer Familie: ihrer schizophrenen und selber nicht ungefährlichen Mutter und ihrer kleinen Schwester, die an einen Rollstuhl gefesselt ist. Bei dem Versuch, ihre Unterkunft zu wechseln um Nahrung zu finden, passiert schließlich das Schlimmste: die drei Frauen geraten zwischen kriegerische Engel, die Mutter muss fliehen, Penryns kleine Schwester wird von den Todesboten entführt. Zurück bleiben ein leerer Rollstuhl und ein Engel, der im Kampf seine Flügel verloren hat.
Voller Angst um ihre Schwester nimmt Penryn den verletzten Engel mit in einen neuen Unterschlupf, will herausfinden, wohin die Engel mit ihrer kleinen Schwester verschwunden sind. Doch die Rechnung geht nicht auf, denn einen Engel gefangen zu halten, ist unmöglich. Stattdessen spielt Penryn ihren letzten Trumpf aus und bewegt Raffe dazu, ein Abkommen mit ihr zu treffen: er hilft ihr, ihre Schwester zu finden und sie hält auf der Reise seine Identität geheim, sodass er einen Heiler aufsuchen kann, der ihm seine Flügel zurückgeben kann.

Gezeichnet von Misstrauen für einander, müssen die beiden sich gemeinsam auf den Weg nach San Francisco machen – dem Quartier der apokalyptischen Engel. Doch lauern an jeder Ecke Gefahren und nicht zuletzt muss auch Raffe sich vor den Engeln verstecken, die es auf ihn abgesehen haben…


Bewertung


Werft eure „Die Apokalypse ist nah!“-Schilder weg. Die Apokalypse ist hier! Susan Ee entführt uns Leser in ein erschreckendes Szenario, das uns mit jeder Seite mehr in seinen Bann zieht.

Wer hier eine kuschelige Fantasy-Liebesgeschichte erwartet, der wird bitterlich enttäuscht werden. Ich war überrascht darüber, dass Susan Ee uns gleich zu Anfang eine Protagonistin zeigt, die irgendwie anders ist. Knallhart, vielleicht sogar ein wenig herzlos scheint sie ihren Feinden gegenüber zu treten. Doch ist sie ihrer kleinen Schwester gegenüber sehr fürsorglich und liebevoll. Das an den Rollstuhl gefesselte Mädchen ist das Wichtigste in ihrem Leben und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sie Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um herauszufinden, wohin die Engel sie verschleppt haben.

Auf der Reise mit Raffe lernt man das Mädchen noch besser kennen. Sie überrascht einen immer wieder und nimmt den Leser trotz ihrer teilweise rauen Art schnell für sich gefangen. Denn ihr Leben war auch vor der Apokalypse nicht gerade einfach. Mit einer schizophrenen Mutter, die offensichtlich bisweilen gefährlich ist, war es seit Kindesbeinen ihre Aufgabe alle möglichen Kampfsportarten und Selbstverteidigungsmöglichkeiten zu erlernen. Fähigkeiten, die jetzt praktisch daherkommen und sie dennoch nicht zu schützen vermögen.

Dafür muss der wortwörtlich gefallene Engel Raffe einstehen. Seit dem Kampf mit anderen Engeln, hat er keine Flügel mehr. Diese wurden ihm von seinem Kontrahenten kurzerhand abgeschnitten und er selber zum Verbluten auf dem kalten Asphalt zurückgelassen. Hätte Penryn sich seiner nicht angenommen, wäre das sein Ende gewesen. So kommt es, dass er trotz seiner überheblichen Arroganz und seiner Stärke die Vereinbarung mit dem Mädchen einhält und sich mit ihr auf die Reise begibt.

Es ist spannend, wie Susan Ee es schafft, die Entwicklung der beiden Charaktere zu zeigen. Nur langsam verlieren sie ihre Abneigung und ihr gegenseitiges Misstrauen und dennoch bleibt immer eine Barriere zwischen ihnen, die eine Annäherung unmöglich macht. Geradezu realistisch zeichnet sie die Umstände dieser etwas skurrilen Partnerschaft auf Zeit und lässt das Leserherz bluten und mitfiebern zugleich. Von Kitsch ist jedenfalls weit und breit nichts zu lesen – viel mehr konzentriert sich „Angelfall“ auf die brutale, dunkle und actionreiche Seite der Geschichte.

Das war es auch, was mich so unglaublich fasziniert hat. Liest man heutzutage ein Buch in dem Engel vorkommen, hat man meistens weichgespülte Milchbubi-Engel, die sich unsterblich in ein Menschenmädchen verlieben. Geschichten, die alle nach demselben Muster gestrickt sind und dem erfahrenen Leser höchstens noch ein Gähnen entlocken. Hier schaffen es die Engel erstmals mich auch zu überzeugen. Keine fluffigen, netten Kerle, die plötzlich vor deiner Haustür stehen oder in der Highschool auftauchen. Richtig fiese Männer, deren einschüchterndes und grausames Auftreten man bildlich vor Augen hat. Die Faszination, die von der Gefahr und der Schönheit zugleich ausgehen, wird in diesem Roman greifbar und reißt den Leser, genau wie die Protagonistin, schließlich in einen regelrechten Tornado von Gefühlen.

Hinzu kommt, dass Susan Ee nicht nur weiß durch Action zu überzeugen, sondern auch Szenarien entwirft, die eine Gänsehaut beim Lesen verursachen. Die schizophrene Mutter beispielsweise, die immer wieder auftaucht und verschwindet – wie ein Schatten, der Penryn folgt und von dem man nie so recht weiß ob er gefährlich ist, oder sie schützt. Ob die Autorin den Krankheitsverlauf nun realistisch beschreibt oder nicht, Fakt ist, dass es zur kontinuierlichen Gruselatmosphäre des Buches beiträgt.

Doch nicht zuletzt auch das System der Engel erinnert mit ihren perversen Machtdemonstrationen an durchaus menschliche Kriege und Besetzungsszenarien. Ist da vielleicht sogar gesellschaftliche Kritik versteckt?
Ganz egal wie man es dreht und wendet: Susan Ee hat ein knallhartes Fantasybuch geschrieben. Die Apokalypse ist so greifbar, dass man die Ruinen der Städte vor sich sieht und die Bedrohung so nah, dass man seine Bettdecke beim Lesen unwillkürlich enger um sich schlingt. Herausragende Unterhaltung, die sogar Skeptiker von Engelbüchern überzeugen dürfte. Der Auftakt zu einer Reihe, von der man gerne mehr hören möchte!

In Sternen: 5/5

5 Comments
  • Kermit
    Posted at 09:18h, 18 März Antworten

    Nicht noch eine begeisterte Rezension zu diesem Buch ;) Ich hoffe so sehr, dass es die Geschichte auch (bald!) in gedruckter Fassung zu kaufen geben wird. Einen Ebook-Reader habe ich nicht und am Laptop lesen mag ich irgendwie nicht. Aber nach deiner Rezi überlege ich mir das vielleicht doch nochmal.

  • admin
    Posted at 11:00h, 18 März Antworten

    Doch, da hast du Glück! Man kann es wohl seit Februar als Paperback kaufen. Allerdings nur auf der Seite der Autorin direkt oder bei Amazon.com :( Hier ist der Link zum Shop der Autorin: https://www.createspace.com/3702843. Die ISBN-Nummer ist 9780983597018.

  • Plumblossoms
    Posted at 17:43h, 18 März Antworten

    dankeschöön für deinen Kommentar auf meinem Blog (:
    Ich freue mich natürlich auch schon darauf meine neuen Bücher zu verschlingen :DD

    LG Plumblossoms

  • Plumblossoms
    Posted at 10:12h, 26 Mai Antworten

    wie ist denn so der Schwierigkeitsgrad von dem Buch?

  • Sarah
    Posted at 12:01h, 26 Mai Antworten

    Puh, kann ich schwer beurteilen. Sollte mit Schulenglisch aber alles verständlich sein :)

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