Rezension: Alterra

Rezension: Alterra

Maxime Chattams neuestes Buch ist eine Rückkehr zu seinen Wurzeln: Der Fantasy-Literatur. Eigentlich bekannt durch Thriller, hat der 1976 in Montigny-lès-Cormeilles geborene Autor nun ein Jugendbuch veröffentlicht, in dem die uns bekannte Welt untergeht.

Hauptcharakter ist der 14-jährige Matt, der gleich zu Beginn miterlebt, wie ein gewaltiges Gewitter über New York hereinbricht und den Großteil der Erwachsenen einfach verschwinden lässt. Gemeinsam mit seinem Freund Tobias geht er nun auf eine gefährliche Reise Richtung Süden um den „mutierten“ Erwachsenen und anderen schauerlichen Gestalten, die nach dem Sturm auf der Erde aufgetaucht sind, zu entkommen. Die Beiden finden schließlich auf einer kleinen Privatinsel Zuflucht – und eine ganze Gruppe weiterer Jugendlicher und Kinder, die den Sturm überlebt haben. Nach und nach wird aber klar, dass die Gefahr damit noch nicht überstanden ist: die Überlebenden müssen sich nicht nur mit alltäglichen Problemen wie der Nahrungsbeschaffung beschäftigen, sondern sind auch immer wieder Angriffen von „Zyniks“ ausgesetzt. Außerdem scheint es unter den Jugendlichen einen Verräter zu geben, der alle in höchste Gefahr bringt.
Zusammen mit Tobias und Ambre – einem Mädchen, dass Matt auf der Insel kennenlernt – findet sich Matt langsam in die neue Welt ein und erkennt, dass Freundschaft und Zusammenhalt in diesen Tagen das Allerwichtigste sind.

Ich bin zunächst etwas skeptisch, wenn auch neugierig, an das Buch herangegangen. Da ich schon oft bei Fantasybüchern durch übertrieben unrealistische Darstellungen enttäuscht wurde, machte mir die Story etwas zu schaffen. Blaue Blitze? Ein Sturm, der (fast) alle Erwachsenen verschwinden lässt?
Es stellte sich beim Lesen heraus, dass Maxime Chattam die Geschichte nicht nur meisterlich erzählt, sondern auch trotz aller Fantasy niemals unglaubwürdig und übertrieben klingt. Ich war sogar wirklich begeistert und konnte richtig mitfiebern! Das Buch wurde niemals langweilig, es geschah immer wieder etwas Neues, dem die Hauptcharaktere sich stellen mussten. Dabei wurde wie selbstverständlich immer mehr erklärt: Wie kam es vermutlich zu dem Sturm? Wie kann es sein, dass nicht alle verschwunden sind? Wie können Kinder/Jugendliche ganz auf sich gestellt überleben?

Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, kann ich sagen: wer eine Mischung aus X-Men, Weltuntergangsstimmung und Schwertkampf-Spannung mag, der wird dieses Buch lieben! Matt ist kein typischer Held sondern kämpft auch immer mit seinem Gewissen und seinen Idealen. Seine Freunde Tobias und Ambre sind beide auf ihre Art mindestens genauso liebenswert und jeder Charakter im Buch ist so detailliert ausgeabeitet, dass man als Leser das Buch gar nicht mehr weglegen möchte. Ich freue mich jedenfalls schon auf die Fortsetzung(en) und hoffe, dass Chattam weiterhin so spannend, düster und temporeich erzählt.

Alterra von Maxime Chattam
ISBN: 9783426283004
Verlag: PAN
389 Seiten (Hardcover)

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