Rezension: Alterra – Im Reich der Königin

Rezension: Alterra – Im Reich der Königin

Vor gerade einmal einem halben Jahr war die Welt noch in Ordnung. Matt lebte mit seinen Eltern in New York, hatte Freunde und führte ein ganz normales, behütetes Leben inmitten der Annehmlichkeiten der zivilisierten Welt.

Dann kam der Sturm.

Scheinbar aus dem Nichts heraus veränderte sich alles und die uns bekannte Welt hörte auf zu existieren. Inmitten der Natur, die sich ihr Recht auf die Welt zurückeroberte, müssen nun die Kinder auf sich allein gestellt unzähligen Gefahren trotzen. Die Erwachsenen: verschwunden oder zu gefürchteten „Zyniks“ mutiert. Pflanzen, plötzlich größer, bunter und gefährlicher denn je und Tiere… wilde Tiere, die es vorher noch nie gegeben hat und die Nahrungskette nun beherrschen.

Matt schaffte es zusammen mit seinem Freund Tobias auf die Carmichael-Insel, wo sie schnell Freundschaft mit dem Mädchen Ambre und einigen anderen Jugendlichen schlossen. Die „Gemeinschaft der Drei“ war entstanden.

„Im Reich der Königin“ ist nun der zweite Teil der Trilogie um die drei Freunde, die in dieser neuen, bedrohlichen Welt versuchen zu Recht zu kommen. Die Kinder und Jugendlichen, die sich mittlerweile „Pans“ nennen, fangen gerade an Gemeinschaften zu bilden, zu verstehen wie Essen angebaut wird und wie sie in der neuen, ungezähmten Natur überleben können. Jedoch geht eine ständige Bedrohung von den Zyniks und ihrer Königin Malronce aus. Immer wieder werden Pans verschleppt und keiner scheint zu wissen, was mit den entführten Kindern geschieht.

Matt wird zudem von schlimmen Albträumen geplagt, in denen ein geheimnisvoller sowie angsteinflößender Schatten, der Torvaderon, nach ihm sucht. Aus diesem Grund beschließen die drei Freunde sich auf die Suche nach Antworten zu machen: sie wollen weiter nach Süden vordringen um zu erfahren, was Malronce mit den entführten Kindern vorhat.
Dabei müssen sie den gefährlichen „Blinden Wald“ durchqueren, in den sich bis jetzt noch nie jemand gewagt hat – immer auf der Flucht vor dem Torvaderon und auf direktem Wege in das Gebiet der Zyniks…

Bereits „Alterra – die Gemeinschaft der Drei“, der erste Teil der Reihe, hat mich damals beim Lesen begeistert. Maxime Chattam schafft es glaubhaft und abenteuerlich die uns bekannte Welt komplett neu zu gestalten. Man fiebert mit, man leidet mit, man staunt mit den Protagonisten während man die Abenteuer der übrig gebliebenen Kinder liest. Auch in diesem zweiten Band kommt der Leser nie aus dem Staunen und gerät in Gefahr sich zu langweilen. Ganz im Gegenteil: gut durchdacht und in sich logisch wird die Geschichte fort gesponnen, treten neue Freunde und alte Feinde wieder auf, gilt es neue Gefahren zu überstehen und den Alten zu entkommen. Dabei wurde mir beim Lesen wieder einmal klar: Maxime Chattam hat Charaktere geschaffen, die deutlich vielschichtiger sind, als man es aus einem Jugendbuch erwartet. Das macht wohl auch den Reiz der Geschichte für Erwachsene aus, denn Matt ist nicht der geborene Held und Anführer – er ist sich seiner dunkeln Seite durchaus bewusst und muss aufpassen, ihr nicht nachzugeben. Tobias hatte dagegen zunächst eine etwas unwichtigere Rolle, war geradezu der „Quoten-Trottel“ der Clique, entpuppt sich aber langsam als ein ebenbürtiges und wichtiges Mitglied der Gemeinschaft. Die toughe Ambre wiederum überrascht den Leser mit ihrem starken Willen immer wieder aufs Neue.

Ich gebe es zu: ich liebe die Alterra-Reihe! Selten hat man das Glück und gerät an eine ähnlich fantasievolle, liebevoll ausgearbeitete und abenteuerliche Jugendgeschichte, wie es diese Trilogie vorgibt. „Im Reich der Königin“ jedenfalls, wirft noch mehr Fragen auf, treibt die Geschichte voran und macht alle, die schon Fans des ersten Bandes waren, nur noch neugieriger auf das Finale der Trilogie. Ein absolutes Muss für alle die schon Fans sind oder noch werden wollen.

Bewertung: 4/5


Alterra – Im Reich der Königin von Maxime Chattam
400 Seiten (Hardcover)
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 978-3426283066
16,99€

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