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Positiv denken: ein besseres Leben ohne Jammern

Wir alle kennen diese Tage, an denen alles schief läuft. Man steht eigentlich morgens schon mit dem falschen Bein auf und der Rest des Tages wird einfach nicht besser. Eigentlich erwarten wir während des Mittagessens schon fast, dass uns irgendwas auf die weiße Bluse tropft – und natürlich kleckern wir dann auch. Der Streit mit dem Partner abends ist dann auch irgendwie vorporgrammiert.

Am nächsten Tag dürfen wir also ordentlich darüber jammern wie blöd unser Vortag war und uns noch einmal total darin suhlen, was alles schief gelaufen ist. Und natürlich: Heute wird auch nicht unbedingt besser.

Wir geraten in eine negative Spirale, in der unsere Befürchtungen irgendwie permanent wahr werden. Wie kann das sein? Ganz einfach: Durch das Mindset.

Wie man da raus kommt und warum jammern dein größter Feind sein kann, erkläre ich heute im Artikel. Positiv denken ist nämlich deutlich mächtiger, als wir glauben.

Jammern geht immer

Im Prinzip geht es uns gut. Das hören wir immer wieder – fühlen uns aber oft nicht so. Wir haben nervige Kollegen oder Chefs, blöde Jobs, zu wenig Geld, das Knie tut uns weh, das Wetter ist zu kalt/nass/heiß/grau/, die Welt ist ungerecht und warum zum Teufel hat der Nachbar sich einen Tesla gekauft, während wir noch mit dem Fiat fahren?

Bereits in der Kindheit hören wir oft „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ – ein Grundsatz, den wir uns einprägen. Und deshalb gerne jammern. Wir glauben, dass es uns Erleichterung schafft, wenn wir alles, was uns missfällt, haarklein mit anderen teilen. Positiv Denken wird so gar nicht möglich: Wir sind extrem auf alles fixiert, was schief läuft.

Jammern ist beinahe schon der gängige Smalltalk geworden. Machen wir uns noch darüber lustig, dass in den USA niemand ehrlich auf „Wie geht es dir?“ antwortet, antworten hier schon beinahe aus Opposition alle mit „scheiße“.

Und wie antwortet man, wenn einer ein Gespräch mit Jammern anfängt? Richtig: Wir fangen an, auch zu jammern. Bei uns ist es ja auch nicht viel besser. Irgendwas ist halt immer.

Aber macht das Spaß? Gute Laune? Bringt uns das weiter?

Jammern und Auskotzen: Dann hilft es

Es gibt sie natürlich: Die Momente, in denen wirklich so viel oder so Wichtiges schief läuft, dass man alleine damit überfordert ist. Genau in diesen Momenten darf man sich an andere wenden und auskotzen. Ein Mechanismus, der eigentlich dafür da ist, deutlich zu machen, dass man Unterstützung braucht. Das Jammern erfüllt hier den Zweck, dass man um Hilfe bittet. Könnte man natürlich auch direkt, aber seien wir ehrlich: Meistens ist uns das nur unterbewusst klar, dass wir Hilfe benötigen. Klagen wir also einer Vertrauensperson unser Leid, so fragen wir unterschwellig um Hilfe.

In diesem Szenario ist das völlig in Ordnung – und bringt auch Erleichterung. Schon zu wissen, dass man nicht alleine ist, kann einem Last abnehmen und wieder klarer sehen lassen. Aber – ganz großes aber! – das ist auch wirklich das einzige denkbare Szenario, in dem Jammern hilft.

Mittlerweile wird es permanent zweckentfremdet und eben wie Smalltalk genutzt. Das Resultat ist, dass wir uns im negativen Denken trainieren. Und das, obwohl positiv Denken immer das Ziel sein sollte.

Positiv denken – Das Gesetz der Anziehung

Mir gefällt ja der Begriff „Gesetz“ so rein gar nicht, wenn es um mentale Themen geht. „Das Gesetz der Anziehung“ ist allerdings ein mittlerweile bekannter Begriff. Es besagt, dass wir genau das anziehen, was wir ausstrahlen. Klingt auf den ersten Blick sehr esoterisch, lässt sich aber ganz logisch herunterbrechen.

Angenommen, jemand hat immer schlechte Laune im Büro. Vielleicht, weil er zufällig zwei mal hintereinander eine blöde Aufgabe erledigen musste. Diese miese Laune lässt er alle seine Kollegen deutlich spüren – indem er einen passenden Gesichtsausdruck drauf hat und sich bei jeder Gelegenheit über die Situation beschwert. Natürlich empfinden das die Kollegen als unangenehm und anstrengend. Was passiert? Sie entfernen sich von der Person und auf Dauer fällt es ihnen leichter, unangenehme Aufgaben immer wieder an diesen Menschen abzudrücken. Ein Teufelskreis.

Andersherum: Wer sind die beliebtesten Menschen in eurem Freundeskreis, Kollegenkreis oder Umfeld? Sie haben oft gute Laune, beschweren sich selten und scheinen positiv Denken schon mit der Muttermilch aufgenommen zu haben. Es scheint, als flöge ihnen alles zu. Und warum? Weil man sich in der Nähe dieser Menschen gut fühlt. Sie verbreiten eine positive Stimmung, man ist geneigt ihnen Gefallen zu tun.

Das Gesetz der Anziehung hat weder was mit Esoterik noch mit Gesetzen zu tun. Es ist eine logische Schlussfolgerung dessen, was wir nach Außen hin ausstrahlen.

positiv-denken-jammer-stoppSo stoppt man Jammern

Damit wir also positiv denken können, müssen wir erst einmal lernen das Jammern aufzugeben. Der erste Schritt beginnt im Außen und geht dann ins Innen.

Das klingt einfach, ist aber wahnsinnig schwer. Immerhin haben wir gelernt, dass Jammern hilft. Und wir sehen täglich, dass überall gejammert wird.

1. Bewusstsein schaffen

Der erste Schritt ist also: Bewusst werden, dass wir gerade jammern. Wenn du etwas Negatives sagen willst, frag dich erst einmal kurz, woher dieser Impuls kommt.

Ist es eher ein Lückenfüller, um irgendwas zu sagen? Oder kommt es aus einem Mangel heraus – sind wir zum Beispiel neidisch auf jemand anderen? Oder wollen wir tatsächlich im Hilfe bitten?

2. Nichts sagen

Sind ersteres oder Zweiteres der Fall, ist der nächste Schritt: Einfach mal nichts sagen. Belasst es bei einem „Guten Morgen“ oder sprecht über irgendetwas anderes – nicht über das miese Wetter, nicht über die nervigen Aufgaben des Tages und nicht darüber, dass euch heute auf dem Weg ins Büro jemand die Vorfahrt genommen hat.

3. Positives sagen

Klappt das so weit, gut, kann man einen Schritt weiter gehen und bewusst Positives sagen. Irgendwas Gutes wird schon passiert sein, über das man sprechen kann. Zum Beispiel, dass man morgens gut aus dem Bett gekommen ist. Man sein Lieblingsessen für die Mittagspause dabei hat oder sich schon auf den Serienabend mit Feunden freut.

4. Jammern unterbinden

Der vierte Schritt zum positiv Denken ist etwas schwieriger. Wie gesagt fangen wir ganz automatisch an zu jammern, wenn andere auch jammern. Was nützt es uns also, wenn wir mit jemandem sprechen, der direkt anfängt zu jammern? So hart es klingt: Damit wir nicht von anderen runter gezogen werden, müssen wir diesen Jammerern aus dem Weg gehen.

Natürlich können wir probieren, den Blick des Anderen auch auf positive Aspekte zu lenken. Merken wir aber, dass das nicht funktioniert, gibt es nur zwei Möglichkeiten:
Entweder knallhart sagen, dass das Jammern nicht hilft (und riskieren, dass der Andere auch noch sauer wird). Oder aber wir entziehen uns dem Gespräch. Sagt, ihr müsst euch erst mal einen Kaffee machen. Oder habt etwas zu tun. Das ist hart und ein bisschen unhöflich, aber schützt euch selber.

Positiv denken trainieren

Hat man den Mechanismus des Jammerns einmal durchschaut und kann ihn unterbinden, kann man beginnen daran zu arbeiten, positiv zu denken. Im ersten Schritt ist das, etwas Positives zu sagen, im zweiten Schritt ist es, sogar aus miesen Situationen noch das Beste zu ziehen. Wie man tatsächlich optimistisch wird, habe ich bereit in einem extra Artikel dazu erklärt.

Ich sage nicht, dass es ab da immer klappt. Man muss auch nicht immer gute Laune haben und alles rosig sehen. Aber zumindest ist es eine enorme Verbesserung der Lebensqualität, wenn man weiß, wie mächtig das positiv Denken wirklich ist. Die Mechanismen hinter dem Jammern zu kennen hilft bereits enorm, dass man nicht in negative Gedankenspiralen verfällt. Und das wiederum unterstützt einen dabei, auch nach Außen hin eine deutlich positivere Ausstrahlung zu haben. Was dazu führt, dass man hilfsbereitere, freundlichere, besser gelaunte Menschen in sein Leben zieht.

Klingt doch nach einem guten Plan, oder nicht?

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Bildnachweis
Photo by Ashley Whitlatch on Unsplash

Photo by Lesly Juarez on Unsplash

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