London City Trip

london city trip

London City Trip

London City Trip

 

Ich habe gehört, dass es einen fantastischen Ort gibt, an dem Restaurants als Sex-Shops getarnt, ganze Gebäude von außen und innen mit Blumen überrankt sind und Gassen existieren, durch die schon mehr Blut geflossen ist, als in der Metzgerei des Vertrauens.

Wo dieser schräge Ort sein soll, fragt ihr euch? In England natürlich. Um genau zu sein: London! Es ist endlich wieder so weit und ich kann, zum diesmal vierten Mal, nach London reisen. Recht spontan wurden die Flugtickets gebucht (bei 10€ kann man echt nichts sagen) und noch schnell eine günstige Unterkunft rausgesucht und schon stehen die Grundfeiler der Reise.

Ganz so einfach wie das jetzt klingt, ist es natürlich nicht. Wer sich schon mal durch die eintausendfünfhunderachtundsiebzig verschiedenen Seiten mit „Reiseschnäppchen“ gewühlt hat, weiß: das nervt. Und so richtige Schnäppchen findet man für die Hauptstadt auch eher selten. Aber wir hatten Glück.

Auf Jack the Rippers Spuren

Ein etwas ranziges, aber dafür spottgünstiges Zimmer in Whitechapel an der Grenze zu Bethnal Green soll es werden. Definitiv eine ungewöhnliche Gegend und direkt der Auslöser für einen kleinen Herzinfarkt, als meine Mutter eine Seite ergoogelte, auf der es hieß, dass man dort als Tourist (und vor allem nach Einbruch der Dunkelheit) praktisch sofort ausgeraubt, abgestochen und belästigt wird (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, versteht sich). Aber nach dem ersten Schreck machte ich mich mal an die ausführlichere Recherche und kann beruhigt sagen: ach komm, das sind Vorurteile, die aus den 50er Jahren übrig geblieben sind. Die Kriminalität ist in der Gegend schon lange nicht mehr höher als anderswo in London und wie es aussieht, mausert sicher gerade Bethnal Green zu einer absoluten Hipster-Hochburg. Denn da die Mieten dort trotz zentraler Lage noch sehr günstig sind, verschlägt es viele Studenten und Künstler in das Viertel. Aber auch ein großer multikultureller Mix erwartet mich dort: sehr viele Juden, Inder und Pakistani sind dort ansässig.

Ich freue mich darauf! So kann ich als Tourist dann doch mal einen etwas authentischeren Einblick in die Millionenmetropole erhaschen und laufe nicht Gefahr, schon wieder nur bei den typischen Touristen-Fallen zu landen.

Denn den Tower of London, Madame Tussauds, den Big Ben oder die Tower Bridge habe ich bei meinen drei vorherigen Reisen schon oft genug gesehen. Irgendwann muss man sich auch mal tiefer in den Abgründe wagen und genau dafür soll diese Reise sein. Schließt natürlich nicht aus, dass ich auch die eine oder andere typische Touri-Sache mitmache, aber es soll auf jeden Fall einmal etwas anderes als sonst werden.

Mein Freund und ich überlegen schon fieberhaft, wie man nun am besten in 4 Tagen (2 ganze, 2 halbe) diese riesige Stadt kennenlernt und durchstöbern das Internet nach interessanten Ideen.

Anfangen werden wir wohl ganz „gemütlich“ mit einer Tour auf Spuren von Jack the Ripper und Sherlock Holmes. Hey: wenn man schon in Whitechapel wohnt, wo der wohl berühmteste Mörder aller Zeiten sein Unwesen getrieben hat, dann muss ein bisschen Nervenkitzel in sicherem Rahmen sein. Die Tour geht jedem Abend um 7 Uhr los und wird sowohl mit dem typisch Londoner Doppeldecker-Bus, als auch zu Fuß bestritten. Ein bisschen gruselig soll es auch werden. Perfekt!

Und obwohl ich schon so viele Museen und Galerien gesehen habe, fehlt mir doch in meiner Erinnerungen-Sammlung noch  das Natural History Museum, welches dieses Mal auf jeden Fall sein muss. Meine innere Biologin freut sich drauf und schlägt Purzelbäume bei dem Gedanken an lebensgroße Dinosaurier-Figuren. Da es nicht einmal Eintritt kostet, sollte ich sogar meinen Museums-faulen Freund dazu überreden können (drückt mir die Daumen!).

Ansonsten müssen natürlich ausführliche Erkundungstouren durch Bethnal Green und Brick Lane drin sein. Fotos von einem Bericht auf airbnb haben mich so neugierig gemacht, dass ich es kaum erwarten kann, mir diesen quirligen Stadtteil selber anzuschauen. Jung und modern, trotzdem mit alten Gebäuden und an vielen Ecken etwas verfallen scheint es ein Traum für Künstler, Designer und interessantes Essen zu sein. Wären das berühmte Sterne-Restaurant „Vijante“ nicht schon geschlossen, hätten wir im alten Rathaus auf jeden Fall vorbeigeschaut.

Egal, spannende Restaurants gibt es mehr als genug in London. Da wir bei unserer Unterkunft keine Verpflegung mit dabei haben, müssen wir sowieso in den (geldtechnisch) sauren Apfel beißen und (dürfen zum Glück!) jeden Tag essen gehen und somit etwas Neues sehen.

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Kulinarische Entdeckungsreisen

Ganz weit oben in meiner Liste wären da zum Beispiel das als Sex-Shop getarnte „La Bodega Negra“, das eigentlich ganz brav mexikanisches Essen serviert. Wer aber vor dem Hintereingang steht, wird nur ein Neon-Leuchtschild mit Werbung für eine Peepshow sehen und muss schon wissen, dass der Eingang zum Keller dann aber eben doch ins Restaurant führt. Super witzige Idee und irgendwie spannend!

Da mein Freund Italiener ist und wir beide unheimlich auf Pizza stehen, ist auch noch das „Bunga Bunga“ auf meinem Radar. Ein italienisches Restaurant/Bar, das komplett mit Gegenständen dekoriert ist, die an den Ex-Premierminister Berlusconi erinnern. Sehr poppig, sehr bunt und total schräg. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass die Bedienungen Schürzen tragen, auf denen einfach nur das Gemächt von Michaelangelos David zu sehen ist. Wenn einem also schon nicht vom Essen warm wird, dann vielleicht doch von diesem Anblick.

Und nicht zuletzt wäre da noch die florale Übermacht am Churchill Arms Pub in Notting Hill. Sowohl von Außen ist der Pub komplett (ja, wirklich komplett!) mit Blumen überwuchert, als auch von innen, wo die Pflanzen sogar von der Decke baumeln. Wenn das kein Anblick ist, der einem direkt Lust auf Frühling macht, dann weiß ich auch nicht! Ich frage mich nur, welcher arme Tropf dafür zuständig ist, die Blumen zu gießen und – bei Bedarf – neue einzupflanzen. Lustig ist allerdings, dass einen keineswegs ein gemütlicher, englischer Pub dort erwartet, sondern exotisches Thai-Food. Auch gut, ein bisschen Extravaganz hat noch nie geschadet.

Und wie wir die restliche Zeit verbringen? Die Planung ist noch in vollem Gange und ich werde euch auf jeden Fall noch ein Update zu unserem „London City Trip“ geben. Vielleicht habt ihr ja auch noch Tipps für mich, was man sich unbedingt anschauen sollte? Dann her damit!

 

Bildnachweis

Photo by Jack Finnigan on Unsplash

Photo by Hugo Sousa on Unsplash

6 Comments
  • Lotta
    Posted at 16:46h, 25 März Antworten

    Wow, das klingt nach einem tollen Trip :)

    Liebst, Lotta

  • Stephie
    Posted at 18:08h, 25 März Antworten

    Wo hast du denn einen Flug für nur 10 Euro gefunden? Ich habe noch nie einen Auslandsflug unter 70 Euro gefunden und das ist ja eigentlich schon günstig. o.o

  • admin
    Posted at 18:40h, 25 März Antworten

    @Stephie: Ryanair ;) Da ist das oft so günstig und wenn es mal teurer ist, dann auch zwischen 15 und 30 Euro.

  • Christin
    Posted at 21:20h, 25 März Antworten

    Vielen Dank für diesen ungewöhnlichen Vorgeschmack! Meine beste Freundin wird bald für ein paar Monate in London ein Praktikum machen und ich möchte sie natürlich unbedingt besuchen kommen. Deine Planung hört sich auf jeden Fall hochspannend und überhaupt nicht Mainstream an – gefällt mir, ich bleibe neugierig :)
    Liebst Christin
    von Glasschuh.com
    besuch mich auf Facebook

  • Laura
    Posted at 10:16h, 26 März Antworten

    total cooler post! :) ich muss auch unbedingt mal wieder nach london und hätte sogar eine gute freundin dort, die ich mal besuchen müsste. ich muss das unbedingt dieses frühjahr hinbekommen, du hast mir nur noch mehr lust drauf gemacht :)

    liebst, laura von p> diamondsandcandyfloss

  • xkindofbeauty
    Posted at 15:09h, 26 März Antworten

    oh, London ist wirklich toll, beneide dich ein wenig :)
    Ich bin damals mit Ryanair nach Kroatien geflogen und es war das Grauen! Kann ich leider gar nichts anders sagen.,
    Dennoch ein ganz toller Post :)
    Liebe Grüße,
    Hanna

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