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Welche falschen Glaubenssätze halten dich zurück?

Was sind Glaubenssätze?

Haben Glaubenssätze etwas mit Religion zu tun? Nein, natürlich nicht. Es sind die Wahrheiten, die wir für uns festgelegt haben – manchmal bewusst und manchmal von anderen übernommen. Oft eignen wir uns eine eigene Denkweise über uns an, indem wir auf das Bild und Urteil von anderen vertrauen. Wir halten Dinge für gegeben und leben innerhalb dieser selbst gesteckten Grenzen.

Glaubenssätze können positiv sein und uns weiter bringen im Leben. Sie können uns Mut machen, uns anspornen und nicht verzagen lassen. Sie können aber auch negativ sein und uns zurück halten oder das Leben unnötig erschweren. Um genau diese falschen Glaubenssätze soll es heute deshalb einmal gehen. Vielleicht habt ihr ja auch welche und könnt sie nach dem Lesen dieses Artikels erkennen und angehen.

Beispiele für negative Glaubenssätze

Den einen oder anderen kennen wir dabei sicherlich alle. Falsche Glaubenssätze sind so verbreitet, dass es mittlerweile ganze Krankheitsbilder gibt, die auf ihnen beruhen. Habt ihr schon mal vom Impostor-Syndrom gehört? Ein Symptom, dem oft (aber nicht nur) Prominente unterliegen, die plötzlich das Gefühl haben, ihren Status nicht verdient zu haben. Sie fühlen sich wie Hochstapler. Ähnlich geht es auch (erstaunlicher weise vorwiegend) Frauen, die eine hohe Jobposition bekleiden. Sie bekommen ein hohes Gehalt für ihre Arbeit und haben das Gefühl, es nicht verdient zu haben. Ein klares Zeichen für den falschen Glaubenssatz: Ich bin eigentlich nicht gut genug. Ich habe das nicht verdient.

Ähnlich verhält es sich mit Frauen, die sich immer wieder schlechte Partner suchen. Auch dem zu Grunde liegt oft der Gedanke, dass sie es nicht anders verdient haben. Oder noch schlimmer: Wenn sie gute Beziehungen unterbewusst sabotieren weil sie davon ausgehen, dass sie eigentlich nicht gut genug für den Partner seien.

Ganz banal kann ein negativer Glaubenssatz aber auch sein:  Ich bin zu dumm für Mathe. Zu faul, um regelmäßig Sport zu machen. Zu undiszipliniert, um mein Geld zu sparen.

Woher kommen Glaubenssätze?

Wie oben schon angedeutet, übernehmen wir Glaubenssätze ganz oft aus unserem Umfeld. Das kann bewusst oder unbewusst geschehen und verankert sich tief in unserem Bewusstsein. Wir nehmen die verinnerlichten Glaubenssätze einfach als Tatsachen hin und hinterfragen sie nicht mehr.

In der Psychologie ist es keine unbekannte Strategie, dass man nach früheren Schlüsselerlebnissen schaut und darauf hin aufbauend den Grund für seine Probleme (oder in diesem Fall eben Glaubenssätze ) sucht.

Als Beispiel: Deine Eltern waren in der Schule relativ schlecht und hatten immer große Probleme in Mathe. Angenommen also du kommst in die Grundschule und deine Eltern erzählen dir ohne Hintergedanken, dass sie in Mathe immer sehr schlecht waren – wie gehst du an dieses Schulfach heran? Wenn du nicht leicht beeinflussbar bist, dann sicherlich zunächst einmal unvoreingenommen. Ansonsten sitzt du schon bei deiner ersten Mathestunde mit einem mulmigen Gefühl.

Angenommen aber es klappt zunächst alles und erst deine zweite oder dritte Klassenarbeit geht schief. Stell dir vor, deine Eltern möchten dich dann trösten und sagen dir: „Hey, ist nicht so schlimm. Wir waren in Mathe auch nie gut.“ Vielleicht fügen sie sogar noch ein zwinkerndes „wie sollst du es dann auch plötzlich können?“ hinzu. Zack. Glaubenssatz verankert: In meiner Familie kann keiner gut Mathe. Also kann ich auch kein Mathe.

Fortan wird es mit dir und der Mathekarriere nichts mehr, wenn du diesen falschen Glaubenssatz nicht irgendwann entweder oft genug widerlegen kannst oder bewusst hinterfragst.

Hinterfrag deine Werte und Ansichten. Immer.

Daher ist es wichtig, seine einschränkenden Ansichten immer wieder zu hinterfragen. Besonders, wenn in deinem Kopf die Reaktion „kann ich nicht“ auf eine Situation auftaucht: Frag dich einmal ganz offen, woher dieser Glauben kommt.

Solche Beispiele wie mit Mathe sind natürlich relativ offensichtlich und einfach heraus zu finden. Bei Glaubenssätzen ist es aber nicht immer so leicht. Daher hilft Achtsamkeit im Alltag, seine Gefühle deutlicher zu erkennen und darauf aufbauend überprüfen zu können, was die eigenen Beweggründe sind. Ich werde auch nicht müde, dafür Meditationen zu empfehlen. Wer es schafft, auch in stressigen Situationen bei sich und in Ruhe zu sein, der wird auch seine Gefühle deutlicher erkennen und hinterfragen können.

Das etwas Gemeine ist: Selbst wenn ihr erkannt habt, was für Glaubenssätze euch nicht gut tun und woran das liegt, müsst ihr natürlich trotzdem kontinuierlich daran arbeiten. Das geht mir auch noch immer so und kann mich schon mal kalt überraschen. Erst gestern hatte ich mit meinem Freund ein Gespräch über Gehaltsvorstellungen und habe spontan zu einer bestimmten Summe gesagt, dass das doch für mich viel zu viel und nicht gerechtfertigt wäre. Dabei gibt es keinen Grund das zu sagen. Es ist nichts anderes ein mieser Glaubenssatz, der mich in dieser Position zurück hält.

Glaubenssätze Meditation

Gute Glaubenssätze etablieren

Wie findet man also gute Glaubenssätze für einen selber? Neue Werte und Ideen, die man für sich festlegen und etablieren kann? Dafür darf man mal ein wenig Eigenlob verteilen und sich ganz egoistisch auf seine besten Eigenschaften konzentrieren. Und auf die anderer Menschen. Schaut euch an, was ihr schon erreicht habt und was andere schon erreicht haben und übernehmt das klare „es ist möglich“ für euch und ergänzt es um ein „es ist für MICH möglich„.

Sei es der gut bezahlte Job.

Oder die erfüllende Beziehung.

Die Selbstständigkeit.

Die Weltreise oder der Road Trip.

Das Sprechen vor einer großen Menschenmenge.

Ihr versteht das Prinzip: Lasst euch nicht von irgendwann mal antrainierten Vorstellungen davon abhalten, JETZT weiter zu kommen. Denn wenn ihr weiter alles glaubt, was ihr früher mal geglaubt habt, werdet ihr auch nie weiter kommen als so weit, wie ihr früher schon gekommen seid.

 

Bildcredits

Titelbild: Photo by Camille Orgel on Unsplash, Creative Commons Licence.
Berg: Photo by Denys Nevozhai on Unsplash, Creative Commons Licence.

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18 Comments

  1. L♥ebe was ist 23. Februar 2018

    wieder ein sehr schöner, anregender Beitrag meine Liebe!
    direkt zu Beginn denke ich auch schon, klar kenne ich auch ;)
    ohne Glaubenssätze geht wohl heute keiner mehr durchs Leben – wir haben sie geprägt und sie prägen uns, oft ja schon voon klein auf!

    ich finde es ganz wichtig, wie du schreibst, dass man diese Grundsätze immer wieder „überarbeitet“, um sich nicht irgendwann in einem Labyrinth wiederzufinden, aus dem man den Ausweg nicht findet … ganz klassicherweise kennt man das ja auch mit dem typischen „Wertlos“-Gefühl!

    danke für diesen wundervollen Reminder!

    starte gut ins Wochenende :)
    liebste Grüße auch und bis ganz bald,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Stimmt, das passiert schnell und man merkt es oft nicht einmal. Daher ist es so wichtig, seine Gedanken und Glaubenssätze immer wieder zu hinterfragen. Erleichtert einem letztendlich das Leben und bewahrt davor, dass man sich grundlos schlecht fühlt. :)

  2. Linni 23. Februar 2018

    Hallo Sarah
    Wow ich bin gerade sprachlos. Ich habe ehrlich gesagt noch nicht viel davon gehört. Aber es ist ein ernstes Thema, womit man auch vorsichtig umgehen muss. Sowas kann ja auch zu Depressionen oder burnout führen. Danke für den Einblick!

    Liebst Linni

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Ja, Gedanken sind schon etwas sehr starkes – das kann man aber natürlich auch zum Positiven wenden super für sich nutzen. :) Ich möchte einfach ein wenig dafür sensibilisieren, dass ganz viele unserer negativen Vorstellungen und Gedanken gar nicht sein müssen und uns das Leben nur erschweren.

  3. Sarah 23. Februar 2018

    Ein sehr interessantes Thema und ein motivierender Beitrag!
    Hab ein schönes Wochenende,
    Sarah <3

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Das freut mich zu hören <3
      Hab du auch ein tolles Wochenende!

  4. Natalia 23. Februar 2018

    Ein sehr schöner Beitrag, danke!

    Die eigenen Glaubenssätze zu verändern ist eine ziemliche Herausforderung… aber manchmal notwendig, denn sie prägen unser Leben :)

    LG,
    Natalia von https://kraftfabrik.com/

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Stimmt, es ist wirklich alles andere als einfach. Aber dafür lohnt es sich auch, finde ich. :)
      Hab ein schönes Wochenende!

  5. nici 23. Februar 2018

    Das zweite Foto ist ja Traumhaft. Ein toller Ausblick, so verträumt.
    Du hast ein wichtiges und spannendes Thema angesprochen. Dabei finde ich deine motivation dahinter gut durchdacht und es bringt einem durchaus zum nachdenken. Vielen dank hierfür. ;)

    Alles liebe

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Heym danke für dein liebes Feedback. :) Wenn es zum Nachdenken bringt, habe ich schon alles damit erreicht, was ich wollte. :)
      Liebe Grüße
      Sarah

  6. Eren 23. Februar 2018

    Das richtige Mindset ist alles., sowohl privat, als auch beruflich. „Was man sich vorstellen kann, ist wirklich“ – Pablo Picasso. Klingt abgedroschen, ist aber so. :-)

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Aber stimmt eben absolut :)

  7. I need sunshine 23. Februar 2018

    Das ist ja ein spannendes Thema! Im Alltag macht man sich viel zu wenige Gedanken darüber, was einen so unbewusst steuert und wie unsere Denkweise beeinflusst wird. Diese zu hinterfragen hilft da sehr.

    Liebe Grüße,
    Diana von http://www.ineedsunshine.de

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Ja, das hast du absolut richtig erkannt. :) Erleichtert einem jedenfalls auch ungemein das Leben, wenn man sich selber ab und zu hinterfragt.

  8. Tanja L. 23. Februar 2018

    Gelegentlich kommt das Impostor-Syndrom auch bei mir durch. Aber ich versuche es dann beiseitezuschieben und mir zu sagen, dass ich nicht ohne Grund da bin, wo ich bin!

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Das ist schon ein guter Anfang! Aber anstatt es zur Seite zu schieben, kannst du es vielleicht noch ganz los werden, wenn du herausfindest woher diese negativen Gedanken kommen. Ich drücke dir die Daumen dabei :)

  9. Mo 24. Februar 2018

    Ein wirklich schöner und wahrer Beitrag.
    Das mit den falschen Glaubenssätzen kenne ich nur zu gut.
    Heute bin ich davon größtenteils befreit.

    Liebe Grüße,
    Mo

    Antworten
    1. Sarah 24. Februar 2018

      Das ist super schön zu lesen! :)
      Ich wünsche dir ein tolles Wochenende!

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