Generation Y Millenials und die Liebe / Friends with benefits

inspiration finden

Generation Y Millenials und die Liebe / Friends with benefits

Ein Trauerspiel? Generation Y Millenials und die Liebe

In Zeiten von Schnelllebigkeit und einer Katalogauswahl von Partnern bei Tinder ist es eigentlich keine große Überraschung: Das Gebrauchen, statt brauchen. Trotzdem habe ich mir meine Gedanken über Generation Y und die Liebe gemacht. Und es stellen sich mir die Haare auf, wenn ich zu hören bekomme, dass jemand gerne Zeit mit einer anderen Person verbringt, sie attraktiv findet – aber keine feste Bindung will.

Friends with benefits

“Ich stehe nicht auf ONS, aber eine Beziehung kann ich mir momentan auch nicht vorstellen. Ich würde dich gerne so weiter treffen.”
Entschuldigung, aber haben eure Mütter euch zu lange eingeredet, dass ihr der Nabel der Welt seid? Stimmen echt alle Vorurteile über Generation Y Millenials und die Liebe? Seid ihr nämlich nicht. Und Menschen kein Nutzgegenstand. Ich kann nicht anders als mich zu fragen, wie Männer sich eine solche Geschichte vorstellen. Bei Anruf trifft man sich auf einen Kaffee, fürs Kino oder zum Party machen und Sex? Mehr eben nicht. Keine Geburtstagsfeiern mit der langweiligen Verwandtschaft, keine gegenseitige Unterstützung. Rücksicht muss also nicht genommen werden und sich tiefer gehend mit einem anderen Menschen beschäftigen muss man auch nicht. Na zum Glück, das würde ja ein ganz anderes Engagement bedeuten und den Terminplan sprengen.
Solche Männer sind Feiglinge*. Und sie feiern sich auch noch dafür.

Generation Y und die Liebe

Bin ich altmodisch?

Ich zähle mich nicht zu denjenigen, die das Versprechen eines Happily Ever After brauchen. Aber ich möchte doch wenigstens eins: Eine Chance auf eine Zukunft. Scheinbar ist das altmodisch. Friends with benefits nennt man das auf neumodisch. Die Person an sich bleibt ein Gut zweiter Klasse. Man möchte es besitzen, kann es aber auch direkt wieder entsorgen. Man weiß, dass dort zwei Menschen gut mit einander auskommen. Sprich: Man kann reden und etwas unternehmen, ohne, dass es anstrengend und kompliziert wird. Man kann auch Sex haben. Aber das war es dann auch.
Man soll nicht erzählen, dass man Streit mit seiner Mutter hatte. Es interessiert nicht, ob etwas bedrückt und im Gegenzug muss er auch nicht davon reden, warum er heute schlechte Laune hat. Es müssen keine Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke gekauft werden und es kann auch keiner sauer werden, wenn man sich zwischendurch noch anderen Frauen widmet. Ist ja schließlich keine Beziehung.

Unperfekt

Ihr wollt keine Verantwortung, keine Fesseln und trotzdem möglichst viele Vorteile für euch rausziehen. Dabei heißt es doch: Entweder ganz, oder gar nicht. Eine Situation ohne Zukunft ist verschwendete Zeit. Eure Suche nach Nutzen macht euch nutzlos. Wer nach Perfektion strebt, wird am Ende gar nichts haben.
Ich mag Unperfektes. Ich mag es, wenn es anstrengend und kompliziert wird. Wenn man sich reibt und abstößt und anzieht und auszieht und sich dann gemeinsam weiter entwickelt. Das ist doch das Schöne an einer Beziehung: Kein goldener Käfig voller Perfektion, sondern das gemeinsame Straßenbauen mit Schmutz an den Händen. Oder zumindest die Möglichkeit dazu. Wer von vornherein auf Abstand bleibt um Anstrengung zu vermeiden, wird so viel verpassen. Oder, wie Irina auf ihrem Blog schreibt: „Es wird immer einen Menschen geben, der scheinbar besser passt. In dieser speziellen Situation besser passt. Einen gerade besser sieht. Mehr Geld hat. Schlauer ist und hübscher aussieht. Aber am Ende des Tages kommt es auf diese Äußerlichkeiten nicht an. Die Basis muss stimmen.“ Alles andere ist nur eine Frages des Mutes.

Sie wissen nicht mal, was ihnen fehlt

Das ist das eigentlich Traurige. Da sind Männer, die genau wissen, dass ihnen irgendetwas fehlt. Aber sie sind der festen Überzeugung, dass es ihnen ohne emotionale Nähe besser geht und die oberflächliche Befriedigung ihrer Bedürfnisse ausreicht. Das merkt man daran, dass der Übernachtungsgast sich wie ein Ertrinkender die gesamte Nacht an einen klammert. Weil er Nähe sucht. Am nächsten Morgen dann aber wütend wird weil er feststellt, dass es ihn nicht dauerhaft glücklich macht. Weil er braucht, stattdessen aber nur gebraucht.
Eigentlich will ich deswegen wütend sein. Aber bevor ich wieder die Emanzipations-Keule schwinge, halte ich lieber kurz inne und bedauere die Männer, die ihr Leben lang suchen und sich nicht trauen zu finden. Für die Nutzen das neue Lieben ist.

Geht’s um mich?

Nö. Aber um Themen, um die ich mir Gedanken mache. Und das werdet ihr ab jetzt in einer Kolumne hier öfters finden – Beiträge frei weg von der Leber mit aktuellen Themen. Natürlich mit ganz viel Recherche und ein wenig gewürzt mit persönlichen Erfahrungen, geschrieben ganz und gar und ohne Rücksicht aus meiner subjektiven Sichtweise. Mögt es oder lasst es.
Verratet mir gerne in den Kommentaren, welches Thema euch noch interessieren würde!

Und natürlich:

Wie steht ihr zu „Friends with benefits“? Sind die Generation Y und die Liebe verloren?

*Gilt natürlich alles auch für Frauen, die so handeln. Bevor hier das große Geheule losgeht.

7 Comments
  • Kai
    Posted at 01:52h, 28 März Antworten

    Ich finde es schwer dieses Thema nur auf Männer zu verallgemeinern… es gibt genauso viele Frauen, die ständig meinen es könnte jemand besseren, toller, reichern, schöneren geben. Vielleicht einer der nicht fuzt oder immer springt wenn man Zeit verbringen will…

    Ich weiß leider nicht wann der Menschheit das Wissen über eine Beziehung verloren gegangen ist, aber ich glaube das war schon vor unserer Zeit. Es gibt mehr Scheidungen wie je zuvor… und was soll unsere Generation davon nun lernen? Man scheidet sich am Ende sowieso, dann lass es uns doch am besten gar nicht erst versuchen…
    Obwohl sich doch eigentlich alle die Beziehung unserer Großeltern wünschen…Haus, Kinder und zusammen sterben.
    Bye K

    • Sarah
      Posted at 07:08h, 28 März Antworten

      Danke für deinen Kommentar Kai! Und natürlich, das gilt für Frauen genauso. Habe ich extra noch als Anmerkung unten im Text erwähnt. Habe es aber so erst einmal auf Männer bezogen weil ich, bedingt durch meine Erfahrungen, aus der Sicht einer Frau schreibe. :)

  • Tina
    Posted at 15:38h, 28 März Antworten

    Ich sehe es bei meiner kleinen Schwester (17) schon. Sie hat ihren Freund abgestellt. Sie muss auf’s Abitur lernen und kann sich die Ablenkung durch einen Partner nicht erlauben. Sie treffen sich aber trotzdem noch manchmal. Das geht also in jungen Jahren schon los.
    Man schiebt alles auf die lange Bank, bis der richtige Zeitpunkt kommt. Erst mal leben und Karriere machen. Und irgendwann ist es dann zu spät.
    LG, Tina

  • Pingback:Hochsensible Menschen und die Einsamkeit - Damn Charming
    Posted at 20:34h, 11 April Antworten

    […] im zweiten Teil meiner Kolumne geht es um hochsensible Menschen und die Einsamkeit. Ich plaudere ein wenig aus dem Nähkästchen […]

  • Modewunsch.de
    Posted at 10:46h, 13 April Antworten

    Super geschrieben! Könnte so auch in jeder Frauenzeitschrift angedruckt sein ;)

  • Modewunsch.de
    Posted at 10:47h, 13 April Antworten

    Abgedruckt*

  • Pingback:Persönlichkeitsentwicklung - Trend oder Notwendigkeit?
    Posted at 18:35h, 20 April Antworten

    […] gewöhnlich eine Notwendigkeit, eine Sehnsucht oder ein Problem unserer Zeit wider. Gerade mit den Millennials, der Y-Generation, hat sich vieles verändert. Das erste Mal, dass wir unser Leben nach Lust und nicht nach […]

Post A Comment