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Fremdbild – so wirkst du auf Andere

Wer hat sich nicht schon mal gefragt, wie er auf andere wirkt, wie das eigene Fremdbild aussieht?

Denn wir alle kennen sicher die Situationen, in denen unser Selbstbild und unser Fremdbild nicht überein stimmen. Das kann mit einem positiven Feedback einher gehen – zum Beispiel, wenn uns nach einem Vortrag gesagt wird, wie souverän wir gewirkt haben, obwohl wir selber uns nur nervös und unsicher gefühlt haben.

Es kann aber durchaus auch negativ sein – beispielsweise wenn wir uns einer Aufgabe gewachsen sehen, andere uns aber unterschätzen. Daher ist es wichtig von Zeit zu Zeit zu reflektieren, wie Selbstbild und Fremdbild bei einem selber aussehen und die Erkenntnisse für sich zu nutzen. Wie ihr herausfindet, wie ihr auf andere wirkt und wie ihr dies für euch nutzen könnt, erfahrt ihr hier im Artikel.

Was ist das Fremdbild?

Das Bild, das Andere von uns haben, wird Fremdbild genannt. Es entsteht, sobald wir in Kontakt mit anderen Leuten kommen – vom ersten Eindruck bis hin zu langjährigen Freunden. Jeder macht sich ein Bild von uns und in welche gedanklichen Schubladen wir gesteckt werden, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu können zählen:

  • Auftreten
  • Gestik
  • Mimik
  • Stimme
  • Alter
  • Geschlecht
  • Herkunft
  • Ausdrucksweise/Sprachgebrauch
  • usw.

Die schlechte Nachricht dabei ist: Vieles können wir einfach nicht beeinflussen. Die gute Nachricht: Wir müssen ja auch gar nicht auf alle nett wirken. Manche Menschen bevorzugen helle Stimmen, andere eher Tiefe, manche mögen lebendigere, energiegeladene Menschen, wiederum andere schätzen Ruhepole in ihrer Nähe. So ist es logisch, dass wir nie mit allen grün sein können und dementsprechend auch nicht alle mit uns. Problematisch wird unser Fremdbild erst, wenn es rein gar nicht mit unserem Selbstbild überein stimmt. Das kann uns im Job im Weg stehen, unsere sozialen Kontakte beeinflussen und zu allerhand Problemen führen.

Wie entsteht unser Selbstbild?

Um zu verstehen, wie Fremd- und Selbstbild auseinander gehen können, müssen wir uns natürlich zunächst mit dem Selbstbild beschäftigen. Das ist immerhin die Baustelle, an der wir selber direkt ansetzen können ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Unser Selbstbild entwerfen wir im Laufe der Jahre und passen es immer wieder an. Das liegt an den Eindrücken, die wir sammeln, den Glaubenssätzen, die wir uns aneignen und unseren Wünschen und Träumen.

Viele Introvertierte bekommen ihr Leben lang zu hören, sie sollen nicht so schüchtern sein – und werden dadurch nur unsicher und tatsächlich zurückhaltend. Andererseits hört man auch immer wieder Klagen über die Kinder der Generation, denen von ihren Eltern unermüdlich ein „du bist es ganz Besonderes und hast nur das Beste verdient“ eingetrichtert wurde. Sie seien jetzt arrogant und unstetig – ein Zeichen für ein übersteigertes Selbstbild. Wie wir uns selbst sehen, ist also immer eine Mischung aus dem, was wir uns wünschen und der Interpretation der Erfahrungen, die wir sammeln.

Ich schreibe bewusst Interpretation – denn oft nehmen wir Dinge so auf, dass sie bereits in das von uns angelegte Selbstbild passen. Fühlen wir uns klein und unwichtig, finden wir auch dafür immer wieder vermeintliche Beweise im Verhalten anderer Menschen uns gegenüber.

Wechselwirkung Fremdbild und Selbstbild

Daraus ergibt sich dann natürlich eine Wechselwirkung aus Fremdbild und Selbstbild. Leute reagieren entsprechend auf uns, wie sie uns wahrnehmen. Wir reagieren auf das, wie man mit uns agiert. Dass wir dennoch nie ein komplett übereinstimmendes Selbst- und Fremdbild haben liegt einfach in der Natur des Menschen begründet: Jeder interpretiert anhand seiner Erfahrungen alle anderen. Und es ist nicht zu unterschätzen, wie viel Kraft unsere Idealvorstellungen und Wünsche haben.

Ein konkretes Beispiel: Eine Frau möchte gerne Karriere machen. Sie hat hart gearbeitet, sich extrem viel Fachwissen und auch Softskills erarbeitet. Sie sieht sich selber schon im Chefsessel sitzen weil sie weiß, dass sie den Job gut machen kann und wird. Doch die Fremdwahrnehmung macht ihr einen Strich durch die Rechnung – ihre hohe Stimme, ihr unsicherer Auftritt machen es ihr schwer. Innerlich ist sie stark und groß, äußerlich wird sie auf ihre sichtbaren Eigenschaften reduziert.

Vom Selbstbild zum Fremdbild

Um also unserem persönlich idealen Selbstbild in der Realität möglichst nahe zu kommen, müssen wir das Fremdbild daran anpassen. Dafür müssen wir erfahren, wie wir überhaupt auf andere wirken. Denn nur dann können wir an den Stellen, an denen unser Fremdbild noch nicht mit dem Selbstbild überein stimmt (oder zumindest kompatibel ist), arbeiten. Wie lässt sich das nun bewerkstelligen?

Resting Bitchface oder Grinsekatze?

Sicherlich hast du schon einmal Feedback dazu bekommen, wie dein natürlicher Ausdruck auf andere wirkt. Das geschieht meistens ganz unbewusst, dass Leute uns dazu Rückmeldung geben. Hörst du zum Beispiel oft

  • Lächle doch mal!
  • Warum hast denn so gute Laune?
  • Du guckst so ernst
  • Du siehst nach 7 Tagen Regenwetter aus
  • etc.

so sind das gute Hinweise darauf, ob du eher griesgrämig/unnahbar oder freundlich/offen wirkst. An dieser Stelle möchte ich keine Diskussion darüber lostreten, dass Sätze wie „Lächle doch mal!“ übergriffig und unhöflich sind. Es geht lediglich darum, dass sie durchaus einen Anhaltspunkt darüber geben, wie man auf andere wirkt.

Diese Art von Feedback bekommt man natürlich nicht ständig und auch nicht jeder. Gerade auch, weil Selbst- und Fremdbild oft nicht in allen (Lebens-)Bereichen auseinander klaffen, sondern nur in manchen.

Feedbackrunde

Daher hilft immer eine Feedbackrunde. Schnappt euch dafür zunächst eure engen Freunde und Familienmitglieder. Bitte sie darum, euch in Eigenschaften zu beschreiben. Was sind eure Stärken und auch eure Schwächen? Ja, die Schwächen werden schwer anzuhören sein und auch für die Freunde schwer zu sagen. Hier muss man einfach in den sauren Apfel beißen – macht euren Feedback-Gebern auf jeden Fall klar, dass ihr nur mit ehrlichem Feedback voran kommen werdet. Ehrlich und verletzend sind ja auch nicht das Selbe.

Videoanalyse

Ebenfalls hilfreich ist die Videoanalyse. Die könnt ihr entweder für euch alleine im ersten Schritt machen, oder aber in Gegenwart von anderen.

Für die erste Variante braucht ihr etwas Fantasie und müsst euch in Situationen hineinfühlen können. Überlegt euch drei Szenarien, in denen ihr frei ein paar Minuten in die Kamera sprecht.

  1. Stellt euch vor, ihr erzählt eure Freund/Freundin wie euer Tag gelaufen ist.
  2. Stellt euch vor, ihr erzählt einem Arbeitskollegen/-kollegin was für Aufgaben ihr die Woche noch erledigen müsst.
  3. Stellt euch vor, ihr sprecht mit eurem Vorgesetzten über eure nächste Gehaltserhöhung.

Im besten Fall erkennt ihr direkt Unterschiede in eurer Gestik und Mimik. Achtet auch darauf, ob ihr eure Körpersprache insgesamt verändert, eure Tonlage und der Sprachfluss sich ändern und sich vielleicht sogar eure Wortwahl anpasst. Da wir hier aber eine künstlich herbeigeführte Situation haben, wird sie nie ganz akkurat sein.

Deutlich besser funktioniert schon, wenn ihr ein Seminar mitmacht, in dem ihr euch einer Videoanalyse unterzieht. Dort werdet ihr vermutlich ein kurzes Referat zu einem Thema halten müssen und geratet so live in eine Situation, die euch aus der Komfortzone heraus holt. Als Vergleich könnt ihr immer ein kurzes Video von einem echten Gespräch zwischen euch und eurer besten Freundin/bestem Freund aufnehmen (bitte aber vorher fragen, ob das okay ist ;)).

Feedback-Buddy

Habt ihr einen Verdacht, wo euer Selbst- und Fremdbild auseinander klaffen, bietet sich ein Feedback-Buddy an. Habt ihr zum Beispiel das Problem, dass ihr im Beruf bei Meetings zu wenig sagt und deshalb als inkompetent oder schüchtern wahrgenommen werdet, bittet einen netten Kollegen/Kollegin, euch zu unterstützen. Ihr könnt ein Handzeichen aus machen, was euch gegeben wird, wenn ihr euch klein macht, zu ruhig seid oder unsicher wirkt. Der riesige Vorteil dabei ist, dass ihr direktes Feedback bekommt und so leichter daran arbeiten könnt.

Natürlich setzt das aber voraus, dass man einen Vertrauten am Arbeitsplatz hat.

Fremdbild – So wirkst du auf andere

Wie ihr seht, ist das mit dem Fremdbild keine einfache Sache. Mit ein paar Hilfsmitteln können wir aber herausfinden, wo unsere Vorstellung von uns und dem, wie uns andere Wahrnehmen, auseinander klaffen. Selbstreflexion und offen zu sein für Feedback sind dabei zwei Eigenschaften, die uns immer und in jeder Situation gut tun. Wer mit Scheuklappen durchs Leben geht, der wird nämlich vermutlich auch nicht vorwärts kommen und Chancen verpassen, die er einfach übersieht.

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Bildcredits

Photo by Mikail Duran on Unsplash
Photo by Vinicius Wiesehofer on Unsplash

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