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5 Tipps: Dinge nicht persönlich nehmen

Wir alle kennen diese Momente, in denen wir uns extrem ungerecht behandelt fühlen und aus der Haut fahren könnten. Vielleicht, weil uns der Kollege vergessen hat bei den Beteiligten der Gruppenarbeit zu nennen. Weil wir am Bahnhof angerempelt werden. Oder weil der Chef uns anbrüllt. (Davon kenne ich übrigens tatsächlich einen und muss da mittlerweile sehr drüber schmunzeln).

Das sind Momente, in denen wir uns angegriffen fühlen, verletzt sind und wütend werden. Verständlich. Die Frage ist nur: Haben wir etwas davon? Wäre es nicht viel leichter, die Kränkung einfach übergehen und sich die Laune nicht verderben lassen zu können?

Zumindest in den Situationen, die nur Kleinigkeiten sind, ist es oft sinnvoller sich „den Schuh nicht an zu ziehen“. Wie ihr es also schafft Dinge nicht persönlich zu nehmen erfahrt ihr heute im Artikel.

Dinge persönlich nehmen vs. für sich einstehen

Gerade habe ich es schon angedeutet: Manchmal ist es besser, sich nicht angegriffen zu fühlen. Eigentlich sogar meistens. Denn seien wir ehrlich: Wenn uns jemand anrempelt oder die Vorfahrt nimmt oder der Kellner uns im Restaurant ignoriert, dann bringt es und wenig, sich darüber auf zu regen.

Natürlich gib es aber auch genug Momente, in denen wir wirklich für uns einstehen dürfen und sollten. Aber auch dies kann man tun, ohne den Angriff vorher persönlich zu nehmen. Denn wer sich persönlich angegriffen fühlt, der reagiert nicht mehr auf einer sachlichen Ebene, sondern wird auch persönlich. Das habt ihr sicherlich schon in Streits bemerkt, wo es dann einfach nur noch fies wurde weil man den Gegenüber genauso verletzen und treffen wollte.

Letztendlich entsteht so kein konstruktiver Austausch und die Situation wird nur noch schlimmer. Oder könnt ihr euch an einen Streit erinnern, der zu Ende und versöhnt war, nachdem ihr euren Gegenüber hitzig angegriffen habt? Nein, ich denke nicht.

Und wenn ihr euch an eine Situation erinnert, in der ihr fies geworden seid, habt ihr auch schon die Lösung für die Frage, wie man Dinge nicht mehr persönlich nimmt.

Es geht nicht um dich

Ihr habt vielleicht eurem Partner oder einem Freund mal etwas richtig Gemeines an den Kopf geworfen. Weil ihr verletzt wart und es ihm gleich tun wolltet. Genau so ist es, wenn jemand euch angreift oder kränkt: Die Person ist selber verletzt oder gestresst oder irgendwie mit sich nicht im Reinen.

Rempelt euch also ein Fremder am Bahnhof an, dann sicher weil er genervt ist – nicht von euch, aber von seinem zu Spät kommen, obwohl er noch einen Termin hat. Oder brüllt euch der Chef vor versammelter Mannschaft für eine Nichtigkeit an, dann, weil er eine scheiß Angst hat, dass er seine Firma nicht unter Kontrolle hat.

Beleidigt euch ein Fremder auf der Straße, dann sicher, weil er Aufmerksamkeit sucht. Und so weiter – es gibt für fast alles eine plausible Erklärung. Und fast nie hängt es mit dir zusammen, sondern immer mit dem Mangel der angreifenden Person in sich selber. Es geht schlicht und einfach nicht um dich, wenn dich jemand angreift.

Dinge nicht persönlich nehmen und sich das Leben entspannter machen

Jetzt, wo wir wissen, dass es meistens nicht um uns geht, nimmt das schon viel vom Ärger, oder? In der Situation mit dem brüllenden Chef bringt es mich sogar etwas zum Schmunzeln. Schön war die Situation natürlich trotzdem nicht, aber im Prinzip hat der Gegenüber nur seine wunden Punkte offenbart.

Du kannst jetzt für dich entscheiden, ob du dich weiter über die Gefühle anderer Menschen aufregen oder das Leben entspannter angehen möchtest. Sicherlich stimmst du mir zu, wenn ich sage: entspannter macht einfach mehr Spaß. ;)

Wie genau bekommt man es also hin, Dinge nicht persönlich nehmen zu müssen? Ein Quick Tipp Guide für akute Fälle:

5 Schritte, um Dinge nicht persönlich nehmen zu müssen
1. Durchatmen, bevor man reagiert.

2. In Erinnerung rufen: Meistens geht es nicht um mich.

3. Überlegen, ob der Angreifer aus seinem Mangel heraus reagiert, oder ob die Kritik/das Verhalten gerechtfertigt ist.

4. Feedback einholen

5. Angemessen reagieren

Akute Hilfe: So klappt das Durchatmen vor der Reaktion

Ob es nun um einen Rempler geht oder um Kritik des Chefs: Durchatmen vor der Reaktion hilft. Aber wir kennen das sicher alle, dass man den gesunden Verstand bei einer Kränkung gerne ausschaltet und sofort reagiert. Das sind dann die Momente, wo es eskalieren kann und die gilt es von Anfang an zu vermeiden.

Die gute Nachricht: Wenn ihr schon mal das Bewusstsein habt, dass es vermutlich nicht um euch geht, gibt euch das einige hundertstel Sekunden mehr zum überlegen. Und nun könnt ihr trainieren, nicht sofort in die Verteidigungshaltung zu gehen, sondern erst einmal durch zu atmen.

Probiert aus, ob es euch einfacher fällt, tief durch zu atmen, oder innerlich bis 10 zu zählen. Unser Gehirn funktioniert da eigentlich recht einfach und so lange ihr die Aufmerksamkeit kurz vom Ärgernis weg bewegen könnt, stoppt man das Verteidigungsprogramm.

Überlegen: Ist die Kritik gerechtfertigt oder nicht?

Die folgenden Punkte richten sich weniger an einen Rempler im Bahnhof, sondern wohl eher an etwas komplexere Situationen. Wie zum Beispiel Kritik an der eigenen Arbeit, dem gekochten Essen oder sonst etwas.

Dinge nicht persönlich nehmen hat eben auch viel damit zu tun, dass man die gesamte Situation sachlich bewertet. Selbst wenn Kritik gerechtfertigt ist (zum Beispiel weil das Essen versalzen ist oder man eine Deadline verpasst hat), muss man es nicht persönlich nehmen. Denn dann bedeutet es einfach nur: Dein Essen hat nicht geschmeckt. Oder deine Arbeitsleistung war an dieser Stelle nicht optimal. Nicht DU warst nicht gut genug, sondern nur deine Umsetzung. Und die lässt sich verbessern – beim nächsten Mal. Wir müssen uns vor Augen halten, dass wir nicht perfekt sein können, wir aber immer die Möglichkeit haben, dazu zu lernen und uns zu verbessern.

Nimm es also nicht persönlich, wenn mal etwas kritisiert wird, sondern sieh es als Chance, um dich zu verbessern. Falsch wäre, hier in denen Gegenangriff zu gehen. Richtig, die sich blöd anfühlende Situation zu nutzen und das beste daraus zu machen.

Feedback einholen: Vertrauenspersonen einbeziehen

Geht es um eine Situation, die dich länger beschäftigt oder tatsächlich tiefer geht, als ein kurzer Austausch mit dem Vorgesetzten, dann wende dich an eine Vetrauensperson. Das kann deine beste Freundin oder ein Bekannter sein – jemand, der dir ehrlich Feedback gibt. Auch (oder gerade), wenn du das Feedback vielleicht so nicht hören willst. Kritik von einer entfernten Person tut uns oft mehr weh, als ruhig und besonnen von einer Vertrauensperson Feedback zu bekommen. Wir fühlen uns bei Fremden schneller angegriffen als bei unseren Lieben.

Erzähl also deiner Vertrauensperson was passiert ist und was die Kritik an deiner Arbeit oder Ähnlichem war. Hör dir an, was deine Vertrauensperson dir dazu zu sagen hat. Und wenn die Kritik gerechtfertigt war, überlege, was du ändern kannst.

Auch hier hast du dann aus der Situation etwas geschaffen, wo du Dinge nicht persönlich nehmen kannst.

Angemessen reagieren

Der letzte Schritt umfasst dann das angemessene Reagieren. Wenn ihr wisst, dass der Angriff nicht euch persönlich galt, ist die Reaktion einfach. Dabei ist es egal, ob es um den Mangel des Angreifers ging oder um Kritik an eurem Handeln. Ihr habt nun die Professionalität und die Ruhe, um der Situation entsprechend zu reagieren, ohne dass es weiter zu verbalen Angriffen und Verletzungen kommt. Besser noch: Es fällt euch leichter, in den Situationen für euch ein zu stehen. Das nimmt dem Angreifer meistens den Wind aus den Segeln und verschafft euch Respekt. Ihr habt die Kontrolle über die Situation an euch genommen. Und ihr müsst Dinge nicht persönlich nehmen.

Fühlt sich insgesamt sehr viel besser an und ist entspannter, als sich jeden Schuh an zu ziehen.

Den Alltag ownen mit mehr Gelassenheit

Dinge nicht persönlich nehmen und gelassener durchs Leben gehen, gibt euch unheimlich viel Stärke. Ihr wachst daran, dass ihr Chancen erkennt. Ihr trefft bessere Entscheidungen (nicht aus einer Verletzung heraus). Beziehungen zu anderen Menschen werden besser. Ihr kommt im Job besser voran. Euer Selbstbewusstsein wächst. Und vor allem: Ihr werdet ein kleines bisschen mehr zen. ;)

Wenn ihr euch nicht mehr aufregt, weil euch jemand die Vorfahrt klaut, habt ihr mehr Zeit, um euch auf die wichtigen Dinge in eurem Leben zu konzentrieren.

Versteht ihr, dass die Beleidigung eines Fremden euch nichts angeht, prallt es einfach an euch ab.

Erkennt ihr, dass die Kritik des Chefs nicht euch, sondern einfach den nicht erfüllten Erwartungen gilt, könnt ihr dies als Chance sehen, euch ab jetzt zu verbessern.

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Bildnachweis
Photo by Radu Florin on Unsplash
Photo by Brooke Lark on Unsplash

 

3 Comments

  1. Sarah 26. Juli 2018

    Danke für den schönen Bericht! Ich bin ganz früher bei jeder Situation hochgegangen und habe dann stundenlang fiktive Gespräche geführt, mich aufgeregt, gekränkt gefühlt, klein gefühlt,… das hat so viel Kraft und Zeit gekostet!
    Ich habe über die Jahre dann gelernt, wirklich bis 10 zu zählen und am besten erst einmal zu Nicken und das Ganze sacken zu lassen und dann in Ruhe souverän zu reagieren.

    Antworten
    1. Sarah 28. Juli 2018

      Super toll, dass du für dich den Schritt gegangen bist und etwas daran verändert hast. Klingt ja, als würde es dir jetzt damit besser gehen. :) Das freut mich sehr!

  2. Hanna 10. Oktober 2018

    Vielen Dank für den Bericht. Ich gebe dir definitiv recht, dass man sich immer vor Augen führen sollte, dass man selbst nicht der Schuldige ist oder es nicht um einen als Person geht und deshalb nicht stundenlang darüber grübeln muss. Absolut richtig. Allerdings ist es ebenfalls nicht in Ordnung, als Punching Sack der Gesellschaft wahrgenommen zu werden und diese Sachen einfach hinzunehmen. Ich kann auch nicht meine Wut an fremden Menschen auslassen, daher ist es wichtig, sich nicht alles gefallen zu lassen. Stellen Sie mal vor, wir schreien uns alle an, weil wir einen schlechten Tag hatten, wir rempeln uns alle an, weil wir es eilig haben. Das geht nicht. Respekt und würdevoller Umgang steht jedem zu, und wenn mich jemand anrempelt und nicht die Erziehung genossen hat, sich zu entschuldigen, gibt es einen Rüffel von mir. Schreit mein Chef mich unrechtmäßig an, kläre ich die Angelegenheit im 4 Augen Gespräch und betone, dass ich persönlich würdevoller behandelt werden möchte usw. Man muss nicht jeden Kampf kämpfen, natürlich nicht, aber auch nicht jeden kampflos verlieren. Auch wenn es mir in der Situation vielleicht nicht mehr helfen mag, reflektiert die Person hoffentlich ihr Verhalten und behandelt die nächste Person – trotz Stress – netter.

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