Meditation lernen – So ein scheiß?

Echt jetzt, dieser Hippie-Kram? Ich gebe zu, dass ich selber auch nicht besonders überzeugt vom Meditieren war, als ich das erste Mal unfreiwillig damit in Kontakt kam. Das war vor circa einem Jahr bei einem Yogakurs, der mir auch schon viel zu räucherstäbchendurchtränkt war. Tatsächlich musste ich die ganze Thematik über das Jahr nun sacken lassen und kann mittlerweile zugeben, dass ich zwar den Yogarkurs nicht zu Ende gemacht habe, seit knapp 1,5 Monaten aber fast täglich meditiere. Und es liebe!

Meditation lernen: Aller Anfang ist scheiße

Vielleicht nicht ALLER Anfang, aber ich denke schon, dass ich nicht die Einzige bin, die zunächst einmal wütend wurde beim Meditieren. Jawohl. Wütend. Da saß ich also am Ende der Yogastunde und die Trainerin wollte, dass wir uns jetzt im Schneidersitz hinsetzen, die Hände in Gebetsstellung vor der Brust halten und die Augen schließen. Nach einem tiefen, kollektiven „Ommmm“ (da war ich schon raus), bat sie uns also unsere Gedanken auszuschalten und zu meditieren. Genau. Gedanken ausschalten. Moment… was? Wie soll das denn gehen? Descartes war doch der Überzeugung, dass wir sind, eben weil wir denken. Cogito ergo sum. Wie also soll man Gedanken einfach abschalten?

Ich habe es probiert – so viel sei mir zugestanden. Aber natürlich hat es nicht funktioniert. Und je verkniffener ich probierte NICHT zu denken, desto mehr Gedanken kamen natürlich auf. Während um mich herum entspannte Ruhe herrschte, hibbelte ich in meiner unbequemen Sitzposition hin und her und kam offensichtlich nicht zur Ruhe. Ich wurde wütend weil mich das nervte. Die Yogastunde beendete ich mit der festen Überzeugung, dass Meditation für Vollidioten ist und sowieso nur Hokuspokus Humbug.

Mediation lernen

Versuch Nummer zwei

Dass ich es doch noch einmal ausprobieren könnte, kam mir dann erst vor knapp 1,5 Monaten in den Sinn. Es soll schließlich dabei helfen zur Ruhe zu kommen, Angstzustände zu überwinden und noch so einiges anderes. Dazu aber später mehr. Dieses Mal probierte ich es also zu Hause, ganz für mich. Und ich habe einen Fick auf die Gebetsstellung und den Schneidersitz gegeben und mich einfach nur bequem hingesetzt. Manchmal sogar hingelegt, ich kleiner Rebell. Da ich alleine so gar keine Ahnung hatte, wie man das angeht, habe ich mir zudem geführte Meditationen zur Brust genommen – insbesondere eine App und einen Podcast, die ich euch einmal vorstellen möchte.

7Mind

Die App ist vermutlich der absolute Klassiker unter den Apps zur geführten Meditation. In der kostenlosen Basisversion kann man den Grundkurs, bestehend aus sieben Meditationen a sieben Minuten machen. Alle weiteren Kurse kosten, mit Ausnahme dreier Minimediationen zwischendurch, Geld. Gesprochen werden die Meditationen von einem Mann, der mir ehrlich gesagt fürchterlich auf den Keks geht. Ich mag seine Stimme nicht sonderlich und finde, dass er bisweilen so viel redet, dass ich tatsächlich nicht mehr zum Denken komme. Allerdings nicht vor Ruhe, sondern weil sein Geschwafel so präsent ist. Klingt fürchterlich aber die App ist dennoch klasse. Zum einen gewöhnt man sich daran (ich höre ihn mittlerweile schon gar nicht mehr. Sorry, lieber Sprecher!), zum anderen sind die 7 Minuten einfach perfekt für den Einstiegt.

Wenn ich es also morgens eilig habe und nur eine kurze Meditation einlege, dann greife ich gerne zur 7Mind App. Das ist schon ganz automatisch in meine Routine übergegangen und passt einfach wunderbar. Wenn es mal eine längere Meditation sein soll, greife ich hingegen gerne auf einen Podcast zurück.

Happy, holy & confident

Laura Seiler ist Life Coach und erzählt gerne alles Mögliche, was einem so im Leben weiterhelfen kann. Außerdem bietet sie immer wieder geführte Meditationen an, die zwischen 15 und 25 Minuten dauern. Hier sei gesagt: Man muss das schon gut finden, wie sie das macht. Generell ist das schon hart an der Grenze zu total drüber mit ihrem „Alles ist Liebe“ und „Wir sind mit allem verbunden“. Dennoch finde ich ihre Meditationen spannender als die aus der App, weil sie sehr visuell geleitet sind. Beinahe wie beim autogenen Training entwirft sie meist Szenarien, denen man vor seinem inneren Auge folgen kann. Da ich ein visueller Mensch bin und meine Konzentration eher auf ein Bild, als auf „Nichts“ richten kann, fällt es mir so deutlich leichter mich zu fokussieren. Folge ich also ihrer Anleitung und begebe mich in einen Raum, in dem Gedanken rumschwirren, ist das für mich einfacher nachzuvollziehen, als einfach an nichts zu denken. So hatte ich einen perfekten Einstieg, um das mit der Fokussierung zu üben und konnte anschließend deutlich mehr mit der 7Mind App arbeiten.

Übung machts

Trotzdem klappt das Meditation lernen als Beginner nicht einfach so auf Anhieb. Man muss tatsächlich üben, sich nicht ständig von seinen eigenen Gedanken belästigen zu lassen. Nach einigen Wochen klappt das aber deutlich besser und mittlerweile habe ich fast jedes Mal das Gefühl, dass ich bei der Meditation kurz komplett raus bin und mein Kopf Sendepause hat. Warum das so toll ist? Weil es wirklich hilft. Ich bin nach einer guten Meditation wacher, konzentrierter, erholter, ruhiger, kreativer und tatsächlich tiefenentspannt bin.

Was es bringt

Das klingt doch schon mal nach wirklich tollen Vorteilen, die es mit sich bringt. Und das kann ich nur jedem empfehlen. Vielleicht fragt ihr euch ja, woran man denn überhaupt merkt, dass es „funktioniert“. Das ist sicherlich bei jedem ein Stückchen weit anders und wird individuell erlebt. Aber ich merke, wie mein Körper total entspannt, wenn ich es schaffe mal nicht zu denken, sondern einfach nur zu sein. Gleichzeitig fühlt es sich an, als würde man ein bisschen aufrechter sitzen und größer werden. Klingt zu esoterisch? Na gut, wie wäre es mit: Das Gefühl, das eine übertrieben leckere Schokolade auf der Zunge hinterlässt, wenn sie langsam im Mund zerschmilz. Das ist genau das Gefühl, mit dem man aus einer Meditation kommt. Und wer möchte nicht so in den Tag starten oder so den Tag beenden?

Durchprobieren

Zwei Tipps zum Mediationen lernen habe ich euch jetzt schon gegeben. Natürlich gibt es noch unzählige andere Methoden, mit denen man üben kann. Seien es andere Apps, Podcasts, Bücher oder direkt Kurse – probiert am besten aus, mit was ihr euch am wohlsten fühlt. Dann könnt ihr noch entscheiden, wie die Meditation in euren Tagesablauf passt. Wie gesagt habe ich sie in meine Morgenroutine integriert, in der ich mir direkt nach dem Aufstehen die sieben Minuten nehme. Klappt dies nicht, mache ich das auch gerne direkt vor dem Schlafengehen. Was mir oft sogar hilft, um schneller einzuschlafen weil ich entspannter bin und nicht den Kopf noch voller Dinge habe. Für Leute mit Einschlafproblemen also auch eine gute Hilfe.

Und nun verratet mir doch mal, wie ihr zu Meditationen steht:

Schon ausprobiert? Habt ihrs vor? Oder ist das gar nichts für euch?

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2 thoughts on “Meditation lernen – So ein scheiß?

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