Don’t fuck a millionaire

Don’t fuck a millionaire…

Worum es heute geht? Generell um das Thema Selbstbild und Ambition bei Frauen. Aufhänger dafür sind die momentan so gehypten Erotikromane, Frauenbücher und die sogenannte „Chick-Lit“. Mir werden nämlich andauernd Bücher vorgeschlagen, die mich zur Weißglut treiben. Schon die Titel verraten: Es geht um eine „normale“ Frau, die sich in einen Millionär/Rockstar/Prinzen verliebt und ihn – natürlich nach allerhand Problemen – auch endlich, endlich erobert. Dann darf sie sich endlich von seinem Geld die Prada Handtasche kaufen, die sie schon immer wollte. Wird von ihrem wandelnden Statussymbol von Mann auf Händen getragen und darf um die Welt reisen. Bitte was?

Erotische Romane hin oder her… Shades of Grey wurde auch zur Genüge diskutiert… aber dieses Frauenbild, das sich immer weiter breit macht, geht mir auf den Keks.

Eigentlich sollten Bücher uns doch auch immer etwas vermitteln. Eine Warnung. Eine Moral. Einen Gedanken, den es sich lohnt weiter zu denken. Aber diese Bücher hier, die vermitteln eine ganz falsche Art von Gedanken – nämlich, dass es okay ist, das „einfache Mädchen“ zu sein, weil man doch irgendwann mit etwas Glück noch seinen Traumprinzen treffen kann. Der wird einem dann alle Wünsche ermöglichen und man ist endlich glücklich. Und wenn das im echten Leben nicht passiert, dann gibt man sich halt mit dem nächstbesten Typen zufrieden und schiebt es darauf, dass man selber keine Prinzessin ist. Es kommt eben alles irgendwie so, wie es kommen soll. Da muss man gar nichts für tun.

Über das Abwarten

Ein veraltetes Frauenbild, das nervt. Aber, was ich noch viel schlimmer finde ist, dass keinem auffällt wo der Fehler liegt: Nämlich bei den Frauen. Nur passiv sein bringt einem gar nichts. Weder in der Beziehung, noch im Job oder bei Freundschaften. Wo sind denn all die Powerfrauen bloß hin, von denen immer alle sprechen? Es muss sie doch auch fernab der Kinoleinwand geben.

don't fuck a millionaire

Aber ich erlebe es immer wieder: Gejammer, Resignation, Abwarten. Flucht in die rosarote Welt der Geschichten, die von einfachen Mädchen und Millionären handeln.

„Ich hab halt nicht die Figur.“
„Mit meiner Ausbildung kann ich ja gar nicht…“
„Aber das ist so anstrengend.“
„A-B-E-R…“

Ganz ehrlich, ich habe auch lange gedacht, dass das schon so in Ordnung wäre. Denn dann muss ich ja nichts machen außer vielleicht hübsch auszusehen und mit etwas Glück kommt dann einer daher, der mich will. Wisst ihr was? Das ist faul. Und dumm. Zwei Dinge, die die meisten Menschen auf diesem Planeten tatsächlich sind. Aus Faulheit werden Chancen vergeben und aus Bequemlichkeit gewartet, anstatt selber etwas zu tun. Oder man fängt eben morgen endlich an. Reicht ja auch.

…be the millionaire

Jeder Mensch hat von sich selber eine Wunschvorstellung. Wie er aussehen möchte, welchen Lebensstandard er haben möchte, was seine Ziele im Leben sind. Die gute Nachricht: Das kann man alles haben. Man muss halt nur dafür auch etwas tun und bereit sein, die Anstrengungen, die es kosten wird, hinzunehmen. Aber dann wird es funktionieren.

„Sei der Millionär“ bezieht sich nicht auf euren Kontostand, sondern auf euch. Auf die Version von euch, die ihr schon immer sein wolltet, aber bis jetzt noch nicht geworden seid. Seid sportlich, seid belesen (und zwar das gute Zeug), seid lässig, lustig, lernbegierig, clever, sexy, fahrt das dicke Auto und wartet nicht darauf, dass es sich irgendwann ergeben wird.

Das Schöne ist: Wenn der Anfang gemacht wurde, geht es ganz automatisch vorwärts. Bei mir war es die Einsicht, dass ich eigentlich alle Werkzeuge schon in der Hand habe, um genau das zu machen, was ich machen möchte. Ich muss nur den Auslöser drücken. Dran bleiben. Es clever anstellten. Und mir immer wieder Motivation und Unterstützung* von anderen holen. Seit 3 Monaten bin ich nun dran und habe in der kurzen Zeit mehr in meinem Leben verändert, als die ganzen 28 Jahre davor. Anstrengend ist es. Es bleiben auch Rückschläge nicht aus. Letztendlich aber lohnt sich jede Sekunde und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Denn ein reiches Leben ist noch immer mehr Wert, als ein reicher Mann.

Insofern: Ciao, Millionäre. Hallo Millionärsdasein.

 

*Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links

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11 thoughts on “Don’t fuck a millionaire

  1. Anna

    Amen Schwester! 😊

    Warum ein Accessoire sein? Warum nicht selbst für das arbeiten was man haben will…

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    1. Sarah

      Eben und ich hoffe doch, dass mal ein paar ins Grübeln kommen und danach hoffentlich auch ins Handeln. 😉

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  2. Katrin

    Wunderbar mit Nachdruck geschrieben. Dein Artikel erinnert mich ein wenig an Lina Mallon, kennst du sie?
    Ansonsten: Eine Predigt, die ich schon seit Jahren halte. Schuld an einem veralteten Frauenbild sind die Frauen selbst – weil sie diejenigen sind, die es aus freien Stücken leben. Emanzipation scheint oft eine selektive Einstellung zu sein, die immer dann vertreten wird, wenn es zum eigenen Vorteil ist. Geht es darum, eine gratis Handtasche, einen Luxusurlaub, ein teures Essen im Restaurant oder die hübsche große Wohnung in der Stadtmitte aus Schatzi rauszuleiern, ist der Gedanke an Gleichberechtigung der letzte.
    Ein reiches Leben bedeutet für mich, mit sich selbst im Reinen zu sein. Mut zu beweisen, Entscheidungen zu treffen, sich nicht auf der Stelle zu bewegen, Dinge eigenständig zu erreichen und zu wissen wie fucking anstrengend das war. Nichts auszuhalten, das man nicht aushalten will. Eine Einstellung, die ich vor 10-15 Jahren auch noch nicht hatte…aber wie du schreibst: keine Frauenliteratur zu lesen, seien das nun Zeitschriften oder irgendwelche Schundromane, ist ein erster wichtiger Schritt. Sich nicht mit Frauen (oder gar Männern) mit seltsamem Frauenbild umgeben übrigens auch. Ich könnte noch ewig weitermachen, aber wir sind ja hier nicht im Wahlpflichtfach Gender Studies 😉

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    1. Sarah

      Nein, Nina Mallon kenne ich nicht. Muss ich direkt mal nachschauen 🙂

      Und ja, da stimme ich dir völlig zu beim „persönlichen Vorteil“. In gewissen Maßen ist es sicher kein Frauending (jeder Mensch nutzt ja die Vorteile, die er haben kann), aber insgesamt herrscht noch eine Doppelmoral, die ich so nicht unterstützen kann und will. Könnte mich da auch immer stundenlang drüber aufregen 😉

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  3. Yvonne

    Love it!! Ladies stop thinking someone must save you. You are better than that. Tell HIM to holdmylipstick and go take over the world! Keep it up sarah. Grüße aus München.

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    1. Sarah

      Yes! Gut gesagt 🙂

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  4. Jacky

    Moin,
    sehr cool geschrieben. Besonders der Teil mit der Literatur hat mich zum grübeln gebracht. Ich hatte diese Literatur bisher nur als „Softporno“ abgelegt und mir keine weiterführenden Gedanken gemacht was sich dadurch für ein Frauenbild entwickeln könnte.
    In meiner Ausbildung als Buchhändlerin konnte ich auch oft nur lachend den Kopf schütteln über die vielzahl an „Hausfrauenpornos“. Starker/Reicher Mann der unnahbar ist, erobert die meistens arme/unbeliebte/bedrängte Frau um sie dann mit einem grundsätzlich enorm großen Gemächt und/oder Geldbeutel zu verführen. Und dann erst die Coverbilder….
    Starke weibliche Protagonisten sind ganz klar in der Unterzahl in diesem Genre und das obwohl diese Bücher häufig von Frauen für Frauen geschrieben werden.

    Jeder sollte einfach mehr in dem bestreben leben seine eigenen Ziele und Träume zu verwirklichen und sich nicht davon abhängig fühlen, das ein anderer für einen sorgt.

    Liebe Grüße,
    Jacky

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    1. Sarah

      Oh spannend, auch einmal die Ansicht einer Buchhändlerin dazu zu hören! Heißt das also, dass du auch kein Fan der Bücher bist, aber es dir eigentlich noch nicht explizit aufgefallen war? Dann wäre jetzt interessant zu wissen, ob diese typischen Bücher einfach schon so präsent sind, dass man es gar nicht mehr wahrnimmt, oder woran das sonst liegt. So oder so hast du absolut recht, dass man sich niemals auf andere stützen sollte, wenn es um seine eigenen Träume geht. 🙂

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  5. Steffi

    Ein so wahrer und aussagekräftiger Blogpost.
    Vielen, vielen Dank dafür! ♥

    Herzallerliebst,
    Steffi von thelifeisapresent.com

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    1. Sarah

      Danke dir fürs Kommentieren, meine Liebe <3

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  6. Kristina

    Ein so wahrer Text! Mir geht dieser ganze „Fifty Shades of Grey“-Hype auch mächtig auf den Zeiger, vor allem wegen des Frauenbilds, das dort transportiert wird. Wir sollten uns nicht abhängig machen wollen, sondern selbst dafür sorgen, dass wir „reich“ sind – wie du richtig bemerkst, lässt sich das immer subjektiv interpretieren und muss keine monetäre Bedeutung haben.
    Liebe Grüße ♡Kristina
    TheKontemporary

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