Sich selbst lieben lernen – Body Positivity wird falsch verstanden

Sich selbst lieben lernen – Body Positivity wird falsch verstanden

Gestern habe ich mich nach Langem mal wieder auf die Waage gestellt und festgestellt, dass ich vor etwas mehr als einem Jahr noch ganze 10 kg weniger wog. Und wisst ihr was? Ich hatte danach nicht mal einen Anflug schlechter Laune. Selbstbild, Selbstbewusstsein und Selbstliebe liegen ganz nah bei einander und wenn ich hier schon so viel über Sport und Ernährung rede, müssen wir auch darüber dringend mal sprechen.

Dünn vs. dick

Ich glaube ja, dass die ganze Body Positivity Bewegung falsch verstanden wird. Denn noch immer ist in den Köpfen verankert, dass man entweder „dick“ oder „dünn“ ist. Nur wird jetzt darauf beharrt, dass nicht nur dünne Figuren, sondern auch dicke schön sind. Und damit meiner Meinung nach der Kern der Sache nicht verstanden. Bei Body Positivity sollte es darum gehen, sich selbst lieben zu lernen – unabhängig von der Körperform oder Figur. Da sollten überhaupt gar keine Begriffe wie „dünn“ oder „dick“ verwendet werden. „Fit“ und „gesund“ fände ich da schöner, wenn ich ehrlich sein soll. Denn egal wie viel man wiegt (ehrlich, ein paar Kilo sind kein Indikator!): So lange man gesund und fit ist, braucht man keine zweifelhaften Schönheitsideale.

Weg mit der Waage

Genau deshalb musste ich auch so schmunzeln, als ich auf meiner Waage stand und diese 10 kg + anzeigte. Ich war eben schon immer dünn und dachte früher, dass das ausreichend ist, um mich selber zu mögen. War es nicht. Heute bin ich schwerer aber fitter und gesünder und es fällt mir deutlich leichter, mit meinem Körper im Frieden zu sein. Ich habe durch den vielen Sport und meine Ernährungsumstellung erst angefangen zu begreifen, dass Körper wirklich, wirklich von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Zwei Leute können sich exakt gleich ernähren und exakt die gleichen Sportübungen machen – sie sähen nach einem halben Jahr dennoch komplett unterschiedlich aus.

Ab Crack, Thigh Gap und Co.

Genau darum sind auch diese Körpertrends wie Ab Crack und Thigh Gap bullshit. Selbst würde man sich auf Haut und Knochen runter hungern, könnte nicht jeder Mensch so aussehen – das ist einfach eine anatomische Begebenheit, auf die wir keinen Einfluss haben. Das einzige was wir beeinflussen können, ist unsere Gesundheit. Nie unser Aussehen. Daher ist es meiner Meinung nach wichtig von „auch dick/dünn/schwabbelig/sportlich/wasauchimmer  ist schön“ weg zu kommen und ganz um zu denken. Weg vom Äußeren, hin zum Inneren. sich selbst lieben lernen

Sport und Ernährung

Sich selbst lieben lernen –  das klappt am besten, wenn man sich selber erst mal kennen lernt. Dazu gehört auch der Körper. Gebt euch die Chance heraus zu finden, wie viel besser es euch gehen kann, wenn ihr euch fit haltet und eurem Körper mit gesunder Ernährung etwas Gutes tut. „Gesunder Körper, gesunder Geist“ ist keine hohle Phrase, sondern schlichtweg wahr. Wie gesagt war ich früher schon dünn, habe aber hauptsächlich Junkfood gegessen. Ich war oft müde und mies gelaunt. Aber so lange ich schön dünn dabei war, hat mir das gereicht. Ich hatte ja nicht einmal den Vergleich, wie viel besser es mir gehen könnte. Der niedrige Standard war eben der einzige Zustand, den ich kannte. Dann habe ich mit Sport angefangen. Und meine Ernährung nach und nach angepasst – und heute bin ich ungelogen glücklicher, habe mehr Energie und fühle mich rundum besser.

Sich selber lieben lernen

Wer sich gut fühlt (und gut fühlen kann), der lernt ganz automatisch, sich selber zu lieben. Dann ist die Körperform plötzlich egal. Auch was die Waage anzeigt, ist dann nur noch irgendeine  Zahl, die keinerlei Aussage hat. Es macht einfach Spaß zu verstehen, wie der eigene Körper funktioniert und zu lernen, dass die meisten der Schönheitsideale nichts weiter als heiße Luft sind. Ich bin ja auch nicht eingeschüchtert oder fühle mich schlecht weil ich kein Einhorn hab. Einhörner gibt’s halt nicht (sorry, wenn ich euch das jetzt sagen muss, während ihr den Artikeln auf dem Klo lest und euch den Hintern mit Einhornklopapier abwischt). Ab Crack gibt’s für mich auch nicht. Also bin ich nicht traurig drum, sondern zufrieden mit dem, was ich hab. Das sollten wir alle einfach mal mehr sein.

  Wie steht ihr zur Body Positivity Bewegung und meint ihr, dass die Message dahinter richtig rüber kommt, oder einen falschen Ansatz verfolgt?

sich selbst lieben lernen

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3 thoughts on “Sich selbst lieben lernen – Body Positivity wird falsch verstanden

  1. Jasmin

    Ich denke bodypositivity wird total falsch verstanden und benutzt- wie du selbst schon schreibst sollte es nicht um „dick“ oder „dünn“ gehen aber auch nicht um „gesund“ oder ungesund, sondern darum, dass erstmal jeder Mensch einen Körper hat, der so ist wie er eben ist. Übergewicht ist beileibe nicht gesund- und erst recht nicht auf Dauer, aber vollkommen egal der Umstände- jeder Mensch und jeder Körper ha t ein Recht so zu sein, wie er neunmal ist. Wer übergewichtig oder untergewichtig, zierlich, stämmig, dünn, dick, normal, klein, groß, gut proportioniert, schlecht proportioniert ist, hat dennoch das Recht haben sich wohl zu fühlen und als nicht aufgrund irgendwelcher Körperinduzierten Vorurteilen beurteilt zu werden.

    Wir sollten aufhören uns generell ein Urteil über Körper anderer zu erlauben-so als ganze Gesellschaft.

    Liebe Grüße

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  2. Sandra | Zart wie Federblümchen

    Guten Abend meine Liebe.
    Ich mag deinen Artikel sehr und muss dazu sagen, dass ich meinen Körper schon immer gut fand wie er war, auch mit damaligen 45kg und trotzdem gesund. Bei mir ist das absolute Veranlagung. Mittlerweile bin ich froh drum, dass ich durch bessere Ernährung, Essenszeiten und so weiter zugenommen habe. Was habe ich mich gefreut, dass ich innerhalb von sieben Monaten acht Kilo zugenommen habe. Gerne würde ich auf die 60kg zugehen, wäre auch kein Problem. Ich möchte so an mir nichts ändern und klar gibt es mal Tage, wo ich denke ich mag meine Nase nicht oder ich könnte mehr Brust haben aber zweiteres ist nach vier Schwangerschaften einfach so. Zum Glück trage ich meine Arme nicht ständig in der Luft. Lach. :’D Dann würde ich wohl darüber nachdenken. Also, ich kann den Beautyhype nicht nachvollziehen. Ein bisschen ist ja schön aber irgendwann ist auch gut.

    Liebste Grüße,
    Sandra.

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  3. everyone'starling

    Was für ein starker Post! Kann dir nur zustimmen 🙂 Finde es wirklich toll, dass du dieses Thema so aufgreifst und einmal einen anderen Aspekt davon beleuchtest.
    Sei ganz lieb gegrüßt und hab noch ein schönes Wochenende,
    Walli und Kathi von http://www.everyonestarling.com

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