Bali Guide 2017 – Was du vor deiner ersten Reise wissen musst

Bali Guide 2017 – Was du vor deiner ersten Reise wissen musst

Wie viel Gutes ich vor meiner Reise über Bali gehört habe. Alle schwärmen von der kleinen Insel im Indischen Ozean als wäre es das Paradies. Meine Vorfreude auf den Urlaub stieg also mit jedem Tag, an dem es auf die Reise zu ging. Schon zwei Tage vorher war mein Rucksack (*Werbung) mit meiner gesamten Kameraausrüstung gepackt und stand bereit.

Und als ich dann nach 19 Stunden Anreise endlich das erste mal balinesische Luft einatmete, war von meiner Müdigkeit nichts mehr übrig. Zwei Wochen einer fremden Kultur, weite Strände, Dschungel und hoffentlich vielen Fotomotive standen mir bevor.

Bali Guide 2017

Die Ernüchterung kam schnell

Mein Hotel habe ich in Seminyak bezogen. Im Vorfeld habe ich bereits gelesen, dass es einer der größten und auch touristischsten Orte auf der Insel sei – aber noch immer nett zum Wohnen und ein guter Ausgangspunkt, um die Insel  zu erkunden. Was mir keiner gesagt hatte: Die große „Sunset Road“ ist eine natürliche Barriere der Region. Links davon (also Richtung Strand) sind die Restaurants, Einkaufspassagen und was das Herz begehrt – rechts davon eher… nichts. Mein Hotel lag rechts davon.

Bali Guide 2017

Und in Bali geht man einfach nicht zu Fuß. Die Überquerung der Sunset Road gestaltete sich direkt als Abenteuer – so ohne richtige Ampel und einer vierspurigen Straße, auf der die Leute aber mindestens 6-Spurig fuhren.

Kurz: Mein Hotel war zwar sauber und hatte ein großes Zimmer, aber es lag extrem schlecht. Die Straße zum Hotel war abends kaum beleuchtet und der Gang zu einem Restaurant entlang der Sunset Road wirkte direkt etwas bedrohlich. Es war ab 18 Uhr kein einziger Tourist mehr dort unterwegs und ich schlich alleine durch die Straßen bis zum Wahaha Pork Ribs Bali. Wenigstens das hat sich gelohnt, denn dort habe ich tatsächlich herausragende Rippchen bekommen.

Das stinkende Bali

In den nächsten Tagen wurde mir schnell klar, dass hier nicht alles Gold ist, was glänzt. Bali hat ein echtes Müllproblem und an den Stränden von Seminyak, Kuta und Canggu muss man einen Stepptanz um Plastikmüll und Hundehaufen machen. Nicht gerade das Paradies. Auch die offenen Müllplätze an den Bürgersteigen stinken bei 30 Grad im Schatten ziemlich. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wieso man eine so wunderschöne Insel so fürchterlich zumüllt.

Das schöne Bali

Aber hat man Seminyak einmal hinter sich gelassen, lernt man schnell das schöne Bali kennen. Genau dafür schreibe ich hier auch meinen Bali Guide. Zwar ist es auch woanders sehr touristisch und voller Souvenirshops aber doch mit schönen Ecken. Für den Einstieg ist Ubud zu empfehlen. Hier kommen alle Yogafans und Veganer voll auf ihre Kosten. Ubud ist etwas esoterisch-kommerziell angehaucht und gibt Touristen das Gefühl, ein wenig der „Eat, Pray, Love“ Romantik hautnah erleben zu können. Wer sich für ein paar Tage in dem Ort niederlässt, wird dann auch die etwas versteckteren, authentischeren Ecken entdecken können.

Bali Guide 2017

Nicht zu empfehlen sind übrigens die Reisterrassen Tegalalang in der Nähe von Ubud. Völlig überlaufen und man soll an jeder Ecke dem nächsten Feldbesitzer eine Spende zahlen, damit man weitergehen kann. Lohnt sich nicht. Fahrt lieber zum UNESCO Weltkulturerbe und schaut euch die Reisterrassen von Jatiluwih an – die sind riesig und kaum besucht!

 

Tegalalang voller Touristen
Jatiluwih stattdessen mit Reisbauer

Surfin’ Canggu

Wie gesagt hat Canggu keinen besonders schönen Strand. Allerdings ist hier auch eher etwas anderes interessant: Das Meer und die vielen Cafés. In Canggu angekommen, hat man direkt das Gefühl, positive Vibes von jeder Ecke aufzusaugen. Ein wenig hippie, ein wenig hipster, sehr entspannt und völlig im Surferstyle hat der Ort mich auch sehr schnell überzeugt. So hippe und skandinavisch-schicke Cafés habe ich sonst auf der ganzen Insel nicht entdeckt. Wer surft, ist bei den riesigen Wellen hier im Paradies (trotz matschbraunem Wasser, das so gar nicht nach Paradies aussieht). Hier könnt ihr hin fahren, um die Seele baumeln zu lassen. Surfen, Bauch voll schlagen, in Finn’s Beachclub abhängen und abends mit einem Bintang in der Hand den spektakulären Sonnenuntergang der Westküste beobachten.

Braun werden in Sanur

Sanur war dann für den Strandurlaub mein Favorit. Weiße, große Strände, ein sehr flacher Einstieg ins Meer und eine süße Strandpromenade. Wer einfach nur mal die Sonne auf dem Bauch spüren und zwischendurch ins Wasser hüpfen möchte, der ist hier gut bedient. Deutlich ruhiger, kleiner und weniger gewollt als in Seminyak und trotzdem mit dem Luxus der modernen Cafés und Restaurants ausgestattet.

Rundreise in den Norden


Richtig verliebt habe ich mich in Bali aber erst bei ein paar Ausflügen in den Norden. Richtung Vulkan Batur. Richtung GitGit. Da hat mir sogar der gebuchten Tagesausflug für Touristen gefallen weil der Reiseleiter viel über die Kultur und das Land erzählt hat. Zu erfahren, WIE unterschiedlich die indonesische Kultur zu unserer ist, war absolut faszinierend. Tut euch den Gefallen und lasst euch von einem gute gelaunten Guide hautnah erzählen, wie Häuser auf Bali gebaut werden, wieso sie 5 Kalender (!) in Gebrauch haben und warum eigentlich jeder auf Bali die gleichen Vornamen hat. Landschaftlich ist das Inland auch ein absoluter Hingucker: Dschungel, Wasserfälle, Vulkane. So grün und so schön habe ich selten eine Insel gesehen. Kein Wunder, dass dann trotz Müll und Massentourismus im Süden der Insel mein Herz doch ein kleines bisschen im Norden von Bali geblieben ist.

Vorwärts kommen auf Bali

Wer Staus hasst, sollte sich hier auf eine Katastrophe gefasst machen. Zum Feierabendverkehr braucht man für 5km Weg schon mal über 2 Stunden. Generell ist der Roller die schnellste Art, um vorwärts zu kommen. Aber Achtung: Wenn ihr noch nie Roller gefahren seid und/oder alleinreisende Frau seid, bekommt ihr vermutlich keinen vermietet. Musste ich nach 5 Stunden vergeblicher Suche nach einem Verleih, der mir einen Roller gibt, feststellen.

Dann bleiben euch nur noch Taxen, private Fahrer oder aber Dienste wie Uber. Auch hier gibt es einiges zu beachten:
Auf Bali gibt es eine sehr präsente Taxi-Mafia. Überall werdet ihr Verbotsschilder für Uber und Co. finden, die von der Mafia aufgestellt wurden. Man soll bitte nur mit ihnen fahren. Abgesehen von der Blue Bird Group und Taxen mit einem „S“ hinten im Kennzeichen sind aber 99% der Taxen auf Bali illegal. Sie lassen auch kein Taxameter mitlaufen und ziehen Touristen über den Tisch, so gut es geht. Da bezahlt man für eine 5km Fahrt schon mal um die 250.000 Rupiah (16€), die mit Uber nur 50.000  (3€) kosten würde. Daher habe ich mir angewöhnt, trotzdem einfach Uber zu nutzen. Hat manchmal etwas gedauert, bis man einen mutigen Fahrer gefunden hat, der einen abgeholt hat, aber dafür wusste man vorher schon den Preis und war schnell und sicher unterwegs.

Übrigens: Wenn ihr nach Canggu fahrt, nehmt für den Adrenalinkick unbedingt den Shortcut. Oder lasst es besser.

Private Fahrer

Ein privater Fahrer macht übrigens auch Sinn, wenn man auf eigene Faust einen Tagesausflug plant. Für gerade mal 500.000 Rupiah (knapp 32€) bekommt man ohne Probleme einen, der einen den ganzen Tag (8 Stunden) rumfährt und genau dort hält, wo man will. Oft sind es sogar die Uber-Fahrer, die dir das unter der Hand unkompliziert anbieten und dir ihre Whatsapp-Kontaktdaten nennen.

Ich habe sowohl Taxen (Blue Bird) als auch Uber auf Bali ausprobiert und muss sagen, dass ich mich mit Uber immer deutlich wohler gefühlt habe. Die Fahrer sprechen besser Englisch, sind durchweg nett gewesen und versuchen nicht dich zu verarschen. Einen Tagesausflug hätte ich auf jeden Fall auch über einen von ihnen gemacht.

Erwartungen und Realität

Wenn man nach Bali fährt, muss man von der Erwartung Abstand nehmen, einen entspannten Paradiesurlaub zu machen. Viele Ecken sind einfach laut, dreckig und stinken. Die Massen an Touristen sind erschlagend und ob man wirklich skandinavisch eingerichtete, glutenfreie Cafés auf Bali braucht, lässt sich auch diskutieren. Aber es hat eben auch Charme. Besonders dort, wo man mit echten Einheimischen auf Augenhöhe in Kontakt kommt und kommen kann. Daher mein Tipp an euch: Fahrt nach Bali. Erlebt es selber. Es ist die Erfahrung wert. Und wenn ihr schon da seid: Macht auch mit bei einer der Strandsäuberungsaktionen.

Ich selber schaue noch immer mit gemischten Gefühlen auf meinen Urlaub. Was mir aber auf jeden Fall bleibt sind die vielen Erinnerungen und wunderschönen Fotos die ich machen konnte – nicht zuletzt auch, weil der Taschen- und Koffer- Onlineshop hausfelder.de (*Werbung) mir einen großen Rucksack für meine Kameraausrüstung zur Verfügung gestellt hat. Der wird mich jetzt sicher noch auf mehr Reisen begleiten. 😉

Wart ihr schon mal auf Bali? Wie habt ihr es erlebt? Oder wollt ihr noch hin?

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14 thoughts on “Bali Guide 2017 – Was du vor deiner ersten Reise wissen musst

  1. L♥ebe was ist

    meine liebe Sarah,
    auf Bali war ich selber noch nicht, daher war ich schon umso gespannter auf deine ersten Eindrücke en Detail 🙂
    bei deinen Beschreibungen habe fast ein Déjà-vus von meinen Reisen durch Nepal und Indien. irgendwie sind die Erwartungen doch immer groß, wenn man medial so geprägt wird – und dann die Ernüchterung, dass doch nicht alles so ist wie gedacht.
    da ist es gut, wenn man sich einfach seine eigenen „Inseln“ schaft, wie der weiße Strand oder die Rundreisen – ging mir auch so in Kathmandu, da musste man dann einfach mal raus aus der stinkenden, Müll überfluteten Hauptstadt 😉

    nun bin ich auf jeden Fall schon vorbereitet, wenn es nach Bali gehen sollte … aber steht doch erstmal was anderes auf dem Reiseplan 🙂
    hab einen ganz wundervollen Sonntag meine Liebe und bis ganz bald,
    ❤ Tina von http://liebewasist.com

    Antworten

    1. Sarah

      Das glaube ich gerne. Irgendwie musst du noch mal mehr zu Indien und Nepal erzählen, finde ich ja immer super spannend <3

      Antworten

  2. Michelle

    Super Beitrag. Vor allem mal das Pro und Contra zu lesen, finde ich sehr spannend.
    Ich bin zurzeit in Singapur (Freitag angekommen und bleibe für ein Semester bis Ende März 2018.) und meine Professorin meinte, ich solle unbedingt mal nach Bali.
    Also wenn es die Zeit und das Geld zulassen, dann würde ich mich da auch mal sehr gerne umschauen. Trotz Müllproblem, so nah komm ich so schnell nicht wieder hier her 🙂

    Liebe Grüße von Michelle (gowhereyourhearttellsyoutogo.wordpress.com) <3

    Antworten

    1. Sarah

      Ja, mach das auf jeden Fall! Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man immer reisen und sich selber ein Bild machen! 🙂 Dann wünsche ich dir schon mal eine tolle Zeit in Singapur und viele, schöne Erlebnisse 🙂
      Liebe Grüße

      Antworten

  3. Helin

    Ein toller und erleicher Bericht! Enttäuschungen gibt es oftmals im Urlaub doch selten wird darüber geredet. Tolle Bilder und ich hoffe ich kann auch bald meine Bali Erfahrungen machen 🙂 Liebe Grüße Helin

    Antworten

    1. Sarah

      Danke 🙂 Also ich kann trotz allem auf jeden Fall empfehlen, mal nach Bali zu reisen! Nächstes mal würde ich direkt in die weniger touristischen Gegenden gehen, aber generell eine super spannende und sehenswerte Insel! Ich wünsche dir, dass es bald bei dir klappt <3

      Liebe Grüße

      Antworten

  4. Fidi

    Hej,
    wir sind gerade zum sechsten mal auf Bali und sind für zwei ganze Monate hier. Uns gefällt es sehr sehr gut und wir kommen bestimmt wieder. Klar nervt uns das mit dem Müllproblem hier auch aber das ist so schnell nicht zu lösen. Man weiß ja auch was die Gründe dafür sind. Für uns überwiegen die positiven Dinge auf Bali weswegen es für uns zu einer Traum-Destination geworden ist.

    Sonnige Grüße aus Canggu
    Fidi und Benny

    Antworten

    1. Sarah

      Klar, das muss jeder für sich selber wissen, ob er das mit dem Müll so akzeptieren kann oder nicht. Ich finde es wirklich nicht schön und mag sowas auch nicht einfach abtun und ignorieren, von daher mein Bericht. 🙂 Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit auf Bali!

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  5. Jacqueline

    Liebe Sarah

    Das hast Du so schön geschrieben!

    Danke Dir für die Tipps, vieles wusste ich echt nicht!

    Starte gut in die neue Woche!

    xoxo
    Jacqueline

    Antworten

    1. Sarah

      Das freut mich <3
      Dir auch einen schöne Woche!

      Antworten

  6. Saskia

    Hallo liebe Sarah!
    Ein sehr sehr spannender Beitrag – denn Bali ist ja tatsächlich gerade das, was man in den sozialen Medien als das Paradies schlecht hin bezeichnet. Und oft wird dann eben nur eine Seite der Geschichte gezeigt. Was ja auch okay ist, denn jeder nimmt die Situation vor Ort bestimmt anders war.
    Trotzdem finde ich es spannend eben auch mal über eine andere Sicht zu lesen! 🙂 Wenn es für mich irgendwann mal nach Bali geht, werde ich hier bestimmt noch mal lesen!

    Ich wünsche Dir einen gemütlichen Abend und morgen einen tollen Start in die neue Woche!
    Liebste Grüße an Dich! ♥ Saskia von http://www.demwindentgegen.de

    Antworten

    1. Sarah

      Freut mich sehr zu lesen, dass dir mein Beitrag gefällt und vielleicht sogar noch weiter hilft wenn du selber mal nach Bali möchtest 🙂
      Dir eine schöne Restwoche!

      Liebe Grüße

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  7. Isabelle

    Super interessanter Beitrag! Ich hatte mich zuvor noch nicht so sehr mit Bali auseinander gesetzt, finde es aber immer spannend Reiseberichte zu lesen. Ich finde es toll, dass du uns an deinen positiven als auch negativen Erfahrungen teilhaben lässt!

    Liebe Grüße, Isabelle
    https://lapetitelune.de/

    Antworten

    1. Sarah

      Danke dir 🙂
      Ja, ich bin immer für eine offene, ehrliche Kommunikation. Wenn dann etwas nicht so schön ist wie erhofft, darf man das ruhig auch mal sagen. 😉

      Antworten

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